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„Wann, Hohes Gericht, wollen Sie die anderen Punkte verhandeln? Dann, wenn der Angeklagte bereits verurteilt wurde? Oder dann, wenn er bereits hingerichtet worden ist?“ fragt furios Ling Bai als Anwältin Shen Yuelin des Geschäftsmanns Jack Moore. Im Film „Red Corner“ ist dies Richard Gere. Zu sehen heute auf Tele 5 um 20.15. Der Film spielt in China. Und ist dennoch eine Parabel auf das, was Hartz IV-Empfänger und andere Erwerbslose in Deutschland erleben. Das Unrecht, das Richard Gere in China erlebt, ereignet sich täglich mitten in Deutschland.

von: Susanne.Haerpfer@bits.de

Überschwemmungen und Stürme haben oft Bürgerkriege ausgelöst und in die Diktatur geführt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung – Globale Umweltveränderungen WBGU. „Hierfür wurde die Datenbank des Collaborating Centre for Research on the Epidemiology of Disasters (CRED, 2006) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach allen Sturm- und Flutkatastrophen seit 1950 mit mindestens 1.000 Todesopfern als Grundlage genommen.

„Taifun in Ostpakistan, 1970: In Ostpakistan (heute Bangladesch) fielen einem Taifun 300.000 Menschen zum Opfer. Die Unzufriedenheit über mangelnde Hilfsmaßnahmen der Regierung“ führte zu Protest, Repression und Eskalation der Gewalt – heißt es in der Studie: „Es folgte ein Bürgerkrieg mit ca. 3 Mio. Todesopfern und schließlich eine präsidiale Diktatur. Im selben Jahr wurde der Präsident vom Militär ermordet.“

In Indien ist die Lage weniger klar. Nach Überschwemmungen sei es in Bihar und Orissa zu Plünderungen gekommen, schreiben die Autoren. Besonders krass sei die Situation in Westbengalen gewesen: Züge und Hilfskonvois seien geplündert, Helfer angegriffen und Lkw gestohlen worden.

Selbst die Usa sind betroffen: Nach Hurrikan Katrina sollen in New Orleans 2005 die Katastrophenopfer lebensnotwendige Waren aus Geschäften entwendet haben. „Die öffentliche Ordnung konnte nur mit Hilfe bewaffneter Nationalgardisten wiederhergestellt werden. Das unzureichende Katastrophenmanagement stürzte die Regierung in eine Krise“, schreiben die Autoren der WBGU.

Ob die Menschen zu Recht zur Notwehr gegriffen haben, oder ob Kriminelle die Not ausgenutzt oder sogar herbeigeführt haben, das schreiben die Autoren nicht. Ebenso wenig, wie Plünderer zu stoppen sind. Wie könnte verhindert werden, daß die Ärmsten immer mehr Not erleiden? Wie kann die Eskalation verhindert werden? Und wer hat ein Interesse daran, daß die Not durch Unwetter noch vergrößert wird durch verzögerte Hilfe und Überfälle? Wer hat welche Informationen über die Interessen und Machtgefüge? Wem nützt die Eskalation mehr als reibungslose Hilfe bzw. ein normales Wetter, das ohne jegliche Hilfe auskommt und Frieden? Wer löst aus, wer springt auf den fahrenden Zug in den Untergang auf und profitiert?

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2007 hätte sich der UN-Sicherheitsrat erstmals seit Bestehen mit dem Sicherheitsrisiko Klimawandel beschäftigt. 

Aufgrund der zunehmenden Verflechtung sozialer und politischer Krisen mit Umweltveränderungen und Naturkatastrophen wird zudem empfohlen, Informationen zum aktuellen Stand politischer und humanitärer Krisen in das Warnsystem zu integrieren. Nach Ansicht des WBGU ist ein solches System unerlässlich.“-

Eine Übersicht aller zur Zeit existierenden Frühwarnsysteme für Wetter-und Klima-Veränderungen könnten beim Generalsekretär der UN zusammenlaufen.

Valide Informationen und profunde Indizien bekommen einen zusätzlichen Wert, wenn man sie korreliert mit Datenbanken der World Meteorological Organization WMO in Genf, der Vereinten Nationen und weiteren zivilen und militärischen Forschungseinrichtungen über Wetterbeeinflussung. Hagelflieger und Regenmacher bringen seit den 30 er Jahren nicht nur in den Usa Silberiodid aus, um Hagel zu verhindern oder es im Gegenteil regnen zu lassen. Immer wieder ist es dabei zu Katastrophen gekommen. Der Nobelpreisträger Robert Jungk schreibt in seinem Buch „Die Zukunft hat schon begonnen“ über Dürren und Überschwemmungen, die Farmer und Hausbesitzer in die Armut stürzten und von Versicherungen, die vor den Folgen von Wetter-Veränderer schützen sollten. 3SAT griff in einem Feature einen Bericht der BBC auf über britische Militärs, deren Regenexperimente ein englische Dorf in den Fluten versinken ließ. Projekt Popeye sollte während des Vietnamkriegs den Ho Tchi Minh-Pfad unpassierbar machen. 1972 wurde ein Abkommen unterzeichnet, das solchen Wetterkrieg verbietet. In der Vergangenheit fanden Militärs und Politiker aber immer spitzfindige semantische Hintertürchen, mit denen sie formal auf dem Papier Verträge einhielten, aber in der Realität dagegen verstießen [„wir nannten es nicht Napalm, wir verwendeten die chemische Substanz, der Napalm zugrunde liegt, und dieser zweite Teil der Information wurde verschwiegen, nur der erste Teil der Desinfo eines falschen Dementis wurde Journalisten mitgeteilt].

Kriege müssen demnach offiziell erklärt werden. Geschieht dies nicht, handelt es sich um einen „low intensity conflict“. Bei dem sterben zwar unter Umständen mehr Menschen als bei einem „richtigen“ Krieg, aber er heißt nicht so. Die Schlamm-Massen, die Vietnam im Krieg begraben sollten, können weitergeführt worden sein – nur nannte man es anders. Recherchen in Archiven und Anfragen bei Regierungsstellen sind nötig, um mehr Informationen zu erhalten. Dazu gehört auch die Frage, welches Wissen und welche Ausrüstung erhielten die Verbündeten der USA, welches Wissen und welche Ausrüstung zur Wetterveränderung hatte die gegnerische Partei? Japan massakrierte Chinesen mit biologischen und chemischen Kampfstoffen. Vor diesem Hintergrund sind Gräuel nicht automatisch den Usa oder der Sowjetunion anzulasten. Welche Wetterkriegsführung verübten Südostasiatische Länder oder verfeindete Regional-Fürsten, um sich gegenseitig buchstäblich das Wasser abzugraben?

Und was bedeutet dies für die jetzige Situation?

Auf Seite 39 bringen die Autoren des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung es auf den Punkt:

„Unter welchen Bedingungen können durch den Klimawandel Sicherheitsprobleme wie z. B. Unruhen, Bürgerkriege, Gesellschafts- und Staatenzerfall oder grenzüberschreitende Auseinandersetzungen ausgelöst oder verstärkt werden?“

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Sicherheit wird nicht mehr nur als „Freiheit von Furcht“, sondern auch als „Freiheit von Not“ verstanden“ .

schreibt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung – Globale Umweltveränderungen WBGU.

Damit kritisiert der Beirat der Bundesregierung die Politik derjenigen, die ihn in´s Leben riefen.

Nach Definition des Beirats ist Deutschland nicht mehr sicher.

symbolic photo out of Chapter on Quedlinburg; Susanne.Haerpfer@bits.de

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Denn: seit Hartz IV leben in der Industrienation Deutschland immer mehr Menschen unter der Armutsgrenze. “Nach der Weltbank gilt als absolut arm, wer über weniger als 1 US-$ pro Tag (gemessen in Kaufkraftparitäten) verfügt. Verwendet wird auch ein Wert von weniger als 2 US-$ pro Tag”, schreiben die Autoren der WBGU.

Für sie ist Armut auch “Mangel an Zugangs- und Verfügungsrechten.” (Seite 276)

Genau das trifft auf Deutschland zu.

Themen-Teaser

mehr demnächst, oder direkt bei Susanne.Haerpfer@bits.de

RÄUBER HOTZENPLOTZ

Am Flughafen Hamburg

Von: Susanne Härpfer

Alles begann mit einem Diebstahl:

“1821 entdeckte man, der Kassenwart der Bank von Neu-Süd-Wales hatte die Hälfte des Gelds gestohlen. Es wurde nie wieder gefunden.“

Was klingt wie der plot für eine Verfilmung von „Braveheart II“, ist die Selbstbeschreibung der Bank hinter den Konsortien, denen bis gestern der Hamburger Flughafen gehörte.

HYPERLINK “http://www.westpac.com.au/about-westpac/westpac-group/company-overview/our-history/” http://www.westpac.com.au/about-westpac/westpac-group/company-overview/our-history/

Wildwest-Methoden aus dem Australischen outback – mitten in Hamburg.

Rüdes Vorgehen, verbrämt durch beschönigende Wirtschaftsberichte und Pr-Mitteilungen.

Eine Fondsgesellschaft, die mit den Rentengeldern Canadischer Polizisten an der Börse spekuliert, habe den Hamburger Flughafen übernommen,

und zwar von einem „rein deutschen Unternehmen“, so wörtlich der Norddeutsche Rundfunk NDR.

Nun:

die bisherige Betreibergesellschaft des Hamburger Flughafens “als rein deutsches Unternehmen” zu bezeichnen, ist doch etwas gewagt.

Richtig ist: die “Hochtief Airport Gesellschaft mit beschränkter Haftung”

sitzt formal in Essen.

Damit hat es sich auch schon.

Es handelt sich bei der GmbH, die nicht mehr Kapital als zweimal 25.000 Euro benötigt,

um eine Ausgründung der Hochtief-Aktiengesellschaft.

Macht das Wort GmbH nervös, so

Suggeriert der Name “Hochtief” Beständigkeit und eine singuläre Eigentümerstruktur, quasi ein Inhaber-geführtes Unternehmen.

Dem ist aber nicht so. Es ist nur noch der Name, eine eingeführte Marke, sozusagen der Mantel, unter dem eine Vielzahl von Unternehmen gegründet worden sind. Wie bei Schiffen führt eine Recherche über die wirklich Verantwortlichen in ein Gestrüpp von Ausgründenden:

Hochtief AirPort

• Hochtief Airport Capital

• Hochtief Aktiengesellschaft

HochTief AirPort Capital

Klingt nach

Kapital, also Geld. Aber genau daran mangelte es offenbar, glaubt man der Wirtschaftsberichterstattung über den Verkauf. Demnach soll der Verkauf des Hamburger Flughafens zum „Schuldenabbau“ dienen:

HYPERLINK “http://nachrichten.rp-online.de/titelseite/hochtief-verkauft-haelfte-vom-duesseldorfer-flughafen-1.3384038″ http://nachrichten.rp-online.de/titelseite/hochtief-verkauft-haelfte-vom-duesseldorfer-flughafen-1.3384038

Es ging um Geld, das nie vorhanden war, eine Luft-Buchung sozusagen.

Die HTAC, so die Abkürzung von HochTief AirPort Capital dient als Mantel für Aktien, Beteiligungsgesellschaften und deren Anteilseignern. Mehrheitseigner der HTAC

ist:

Hastings Funds Management Limited

Und diese Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach Australisch-Britischem-Commonwealth-Recht

gehört der Bank,

die so voller Selbstironie den Beginn ihrer Firmengeschichte beschrieb:

Westpac Banking Corporation

Die erinnert auf ihrer homepage auch explizit an den großen Börsen crash in New York am 24 Oktober 1929.

photographed at Hamburg aviation fair by susanne.haerpfer@bits.de

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Wenn sich das Geld wieder einmal in Luft auflöst, soll niemand behaupten können, er sei nicht gewarnt gewesen.

Formal hat dann alles seine Richtigkeit.

Sind doch auf die Risiken und die Eigentümerstruktur aufmerksam gemacht worden.

Stimmt, und stimmt doch wieder nicht.

Es kommt auf den Kontext an. Auf das Verhältnis von Aufwand, der zu treiben ist und Möglichkeiten, dieses zu tun.

Ein ganzer Tag war nötig. Von der Ursprungsmeldung beim Fernsehsender Hamburg1, der die news vom Verkauf brachte und so das Interesse weckte, zur Recherche im internet. Follow the paper trail, lautet die Handlungsanweisung an Journalisten im Vorbild Watergate. Exakt dies habe ich gemacht. Ich bin den Namen, die in den online-Artikeln der großen Zeitungen und Zeitschriften und Sendern standen, gefolgt. Heraus kommt ein etwas anderes Bild, als das, was die ad hoc-Meldungen verbreiten. Genau darin besteht die Aufgabe von Journalisten, exakt das ist der öffentlich-rechtliche Programm-Auftrag. Eigentlich. Über den Tag hinaus Hintergrund liefern. Damit es nicht wieder Tausende Geschädigte gibt, wie bei der Lehmann Bank. Die ist übrigens wieder dabei.

Und das kommt so. Auch die „Räuber Hotzenplotz“-Bank aus Australien gehört wieder jemandem. Ist sozusagen nur das Portemonnaie derjenigen, die Geld horten, oder es ausgeben wollen.

Dazu gehört

Ascalon Capital Managers

Deren Chef der Australischen Niederlassung muß sich verantworten vor

Chuak Chan in Hong Kong.

Und so gehörte der Hamburger Flughafen mitnichten “einem rein deutschen Unternehmen”, wie der NDR meldete, sondern Geldgebern in Hongkong. Es sei denn, die wiederum würden Schwarzgeldkonten aus Deutschland waschen. Dann, und nur dann, wäre die NDR-Meldung über Umwege doch noch korrekt.

Dafür allerdings bräuchte es Belege, die entweder als die Kopie der Steuerflüchtlings-cd´s „im Straßengraben gefunden“ werden müssen.

Oder aber es gibt einen Recherche-Auftrag, mit Produktionsnummer, Etat, Budget und Honorar. Damit alles seine Ordnung hat, so wie man es von den Unternehmern verlangt. Ein Fundament auch.

Bis zur Auftragserteilung:

Informationen aus einem kompletten Tag Internet-Recherche und einem Tag für´s Ordnen und Aufschreiben:

Für ehrliche Anleger.

Die anderen hätten die Finanzmittel, es genau wissen zu können.

Wie bei der Lehmann-Bank.

Der Chefverwalter

Von Ascalon, Rob wird gepriesen mit dem Hinweis, er habe 15 Jahre lang führende Positionen bei der Deutschen Bank gehabt und bei

Lehman Brothers

“dies gipfelte darin, ihn 2005 zum stellvertretenden Leiter bei Lehmann´s “Equity Division for Asia Pacific“ zu machen,

heißt es in der Selbstbeschreibung der Westpac Banking Corporation, der Hochtief HTAC gehört.

Danach habe er die „DragonBack Capital” mitbegründet.

Vielleicht hat er sogar versucht, Lehmann zu retten,

gegen die Vorgaben von Vorgesetzten, Kollegen, Aktienbesitzern und den Umständen.

Dies bedarf weiterer Recherche. Bloße Zugehörigkeit allein sagt noch nichts über tatsächliches Handeln.

Aber

Es zeigt:

Viel Arbeit ist nötig, um Licht in´s Dunkel zu bringen.

Wem nicht egal ist, was mit dem Geld geschieht, wem Flughafensicherheit tatsächlich etwas bedeutet, der sollte sich darüber klar werden, daß Gewinne mit Aktien diejenigen begünstigen können, denen die Sicherheit von Passagieren nichts bedeutet. Die kühl Kennziffern abwägen.

Wer forscht heutzutage noch wirklich nach? Seitdem selbst Medien Aktiengesetzen gehorchen.

aircraft motto photo by susanne.haerpfer@bits.de at HH fair 2013

aircraft motto photo by susanne.haerpfer@bits.de at HH fair 2013

In Russland explodierten auf dem Flughafen Bomben.

Russland wurde beschuldigt, nichts für die Sicherheit der Passagiere getan zu haben.

Verschwiegen wird allerdings, das Innere des Flughafen-Gebäudes gehört

Einer Firma aus Irland.

Wem wiederum die Aktienmehrheit der Firma in Irland gehört, wäre wiederum eine Recherche-Aufgabe.

Fest steht, diese Firma Aer Rianta International hielt bis 2006 Anteile am Flughafen Hamburg und betreibt das Innere des Flughafens Moskau

HYPERLINK “http://en.wikipedia.org/wiki/Sheremetyevo_International_Airport”Sheremetyevo Airport.

Woran wird gespart, wenn immer mehr Menschen immer billigere Tickets verlangen, aufgehetzt von Fernsehsendern und Zeitungen,

die es eigentlich besser wissen sollten.

Preisvergleich? Ja, aber nicht nominell auf dem Papier. Das hieße, die sprichwörtlichen Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Ein echter Preisvergleich würde die gesamtwirtschaftlichen Kosten berechnen. Welche Kosten werden einfach abgewälzt, auch auf diejenigen, die gar nicht fliegen.

Dies gilt auch für Redaktionen. Bevor aufgehetzte Rundfunkräte nach Billigflügen verlangen, sollten sie bedenken, was das bedeutet. Ob sie nachts um drei aufstehen, um per öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flugzeug zu gelangen, in´s Ausland reisen und dort 20 Stunden für öffentlich-rechtliche Sender drehen, um binnen 24 Stunden zurück zu reisen, um ja das billigste Ticket zu nehmen. Wer nimmt das auf sich?

Eben. Und deshalb unterbleibt investigative internationale Wirtschaftsberichterstattung. Deshalb wird einfach gemeldet, der Hamburger Flughafen habe „einem rein deutschen Unternehmen“ gehört, ohne nachzufragen.

Denn: Billigtickets und die AZO (Arbeits-Zeit-Verordnung) schließen sich aus.

Bei öffentlich-rechtlich beschäftigten Kamerateams fällt nach acht Stunden (inklusive An- und Abreise) die Kamera.

Freiberufliche Autoren schuften 24 Stunden am Tag, drehen mit drei Kamerateams hinter einander, sollen für´s Honorar aber nur einen Tag abrechnen dürfen.

Den sie ja so gestalten mussten, weil sie sonst den Dreh nicht genehmigt bekommen hätten. Das war´s dann auch schon mit der umfassenden Berichterstattung.

Das gehört auch zu Flughafen-Kosten

Und Billigtickets.

Wer solche Journalisten zwingend vorschreibt, darf sich nicht wundern, wenn Informationen fehlen.

Wie kommt es nur, daß keiner vor Verlusten gewarnt hat?

Die einen wollten´s nicht wissen,

die anderen nicht zahlen,

und der Rest nicht für 14, 95 Euro am Tag arbeiten.

1,1 Milliarden soll der Verkauf des Hamburger Flughafens gebracht haben, und dennoch nur Schulden tilgen, keinen Gewinn bringen.

HYPERLINK “http://nachrichten.rp-online.de/titelseite/hochtief-verkauft-haelfte-vom-duesseldorfer-flughafen-1.3384038″ http://nachrichten.rp-online.de/titelseite/hochtief-verkauft-haelfte-vom-duesseldorfer-flughafen-1.3384038

Was bedeutet dies?

Läßt sich ein Flughafen überhaupt nach derzeit gültigem Aktienrecht mit Gewinn betreiben?

Was bedeutet dies für die Canadischen Polizisten und Militärs?

Mit deren Renten der Public Sector Pension Investment Board (PSP Investments) spekuliert und den Flughafen übernommen hat.

Canadische Polizei klingt erst einmal nach Garant von Sicherheit. Wenn aber diese nach geltendem Aktienrecht handeln sollen, geraten sie in einen Interessenskonflikt.

Den Forderungen nach Gewinn nachkommen, bedeutet Abstriche bei der regulären Bezahlung der Beschäftigten zu machen und letztendlich bei der Sicherheit. Oder Verlust zu machen und ihre Renten auf´s Spiel zu setzen.

Und:

Wenn mit den Renten von Canadischen Polizisten und Militärs an der Börse spekuliert wird, was geschieht dann bei uns? Mit unseren Renten? Und anderen Geldern? Erhalten Erwerbslose nicht ihr Erwerbslosengeld, weil mit dem Geld entweder solche Defizite in der Infrastruktur kaschiert werden sollten, oder an der Börse spekuliert wird?

Thema für weitere Recherche.

Werden Sicherheits-Leute für Niedriglohn am Flughafen beschäftigt, weil outgesourcte Subsubunternehmen von Aktiengesellschaften nur dann existieren können, wenn am Gehalt gespart wird.

Zumindest betreibt HOCHTIEF AirPort auch die Tirana International Airport (SHPK) – gemeinsam mit der DEG (Deutsche Investitions-und Entwicklungsgesellschaft), ein Unternehmen der KfW Bankengruppe, und der albanisch-American Enterprise Fund (AAEF), eine Organisation gegründet von der US-Regierung.

Deutsche Erwerbslose, die zum Niedriglohn am Hamburger Flughafen als Sicherheitskräfte schuften, um so das Amerikanische Staatsdefizit abzubauen.

Ungeheuerlich.

Was sagen die Beschäftigten dazu? Was die Gewerkschaften?

Und wie seriös sind die Albanischen Geschäftspartner wirklich? Eine ganze Nation unter Generalverdacht zu stellen, ist sicherlich nicht angebracht. Aber zu oft hat sich Organisierte Kriminalität einkaufen können.

Nicht, daß über den Umweg von Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Aktien-Mantelgesellschaft clans Einfluß auf die Flughäfen von Tirana, Moskau und Hamburg erlangen konnten, die offiziell von der Hansestadt verklagt werden. Wie viel Albaner-Toni steckt im Hamburger Flughafen? Wieviel Rotlicht-Geld wurde bei Flughafen deals gewaschen? Wann ist ein Verlust tatsächlich ein Verlust? Und wie genau hat wer die Verkäufe und die Hintermänner untersucht?

Immerhin soll HochTief von “feindlicher Übernahme“gesprochen haben, als

der Spanische Baukonzern ACS an der “Custodia Holding Aktiengesellschaft” eine Beteiligung erwarb.

Diese Finanzkonstruktion war es, die den Hamburger Flughafen managte – zusammen mit der Qatar Holding.

Offenkundig tobt ein Machtkampf um die Vorherrschaft über Flughäfen.

Anderenfalls hätte es nicht die Bezeichnung “Hostile Take over” gegeben.

Bau-Arbeiter aus Osteuropa, Niedriglöhner aus der Ukrainer und anderen Ost-Europäischen Ländern lösten 2004 das aus, was als Reiseschutzpaß-Skandal bekannt wurde. Mit formal korrekten Papieren – dem Reiseschutzpaß“ reisten viele von ihnen durch Deutschland, u.a. bis nach Spanien. Der Untersuchungsbericht Wostok des Bundeskriminalamts BKA listete Namen und Strukturen auf, die bis nach Spanien führten. Besonders brutale Schleuserringe schreckten auch vor Mord nicht zurück.

Wurden vor den Verkäufen des Hamburger Flughafens oder wenigstens während des laufenden Betriebs die Daten abgeglichen, und falls ja mit welchen Ergebnissen? Wenn Überwachung und immer größere Datenbestände überhaupt einen Sinn machen, dann doch in dem Kontext, für deren Bekämpfung diese angeblich vorgesehen sind:

Organisierte Kriminalität.

Mord, Raubüberfälle, Zwangsprostitution, Menschenhandel, erpresserische Schleusung.

Falls die Möglichkeiten nicht genutzt worden sein sollten, die rein technisch vorhanden sind, stellte sich die Frage: weshalb nicht?

Am Beispiel des Hamburger Flughafens scheint sich erneut Brecht zu bestätigen: Was ist ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?

So wie die Westpac Bank, die scherzhaft ihre Gründungsgeschichte als Motto beschreibt: es begann alles mit dem Verstecken von Geldern.

Heute heißt es auf der homepage der Tochterfirma securitor, durch sie würde man alles lernen, was man über Schulden erfahren kann.

http://www.securitor.com.au/what-we-offer/our-services.asp#.UYqKOo7y1KI

Realsatire.

Niedriglöhner bei Sicherheitsfirmen, die ihre eigenen Standards nicht erfüllen können und vielleicht auch Unterhändler in Sachen Flughafen-Verkauf werden sicherlich mehr über

Schulden

„gelernt“

haben, als ein Mensch sollte.

In der modernen Variante wurde so aus dem Brecht-Spruch:

wozu ein Flugzeug entführen, wenn man den Flughafen geschenkt bekommt?

Das Aktienrecht hat den Betrieb eines Flughafens so unattraktiv gemacht, daß man ihn freiwillig sogar Highjackern überließe – Hauptsache, sie gehen pfleglich mit ihm um und sprengen nicht die eigenen Leute in die Luft.

Der Wehrwissenschaftliche Forschung Jahresbericht 2009 Verteidigungsforschung für die Erfordernisse der Bundeswehr im Einsatz

http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/!ut/p/c5/FczdDkMwGADQZ_EEn7VLZ5d-

Legt dies nahe.

Denn

Auf Seite 26 heißt es:

“Intelligente Flüssigkeiten (Smart Fluids) sind bereits seit etwa 60 Jahren bekannt. Bei beiden Typen, den magneto- rheologischen (MRF) und elektrorheologischen (ERF) Flüssigkeiten, kann die Viskosität innerhalb von Milli- sekunden reversibel durch Änderung der angelegten magne- tischen bzw. elektrischen Feldstärke geändert werden.”

Perfekt für Sprengsätze an Bord von Flugzeugen. Mit diesem Hinweis wird das Verbot von Flüssigkeiten obsolet.

Zugleich zeigt der Bericht aus dem Jahr 2009 die Eskalation im Bereich security. Diejenigen, die Sensoren und Detektoren entwickeln, haben zugleich Mittel im Angebot, diese zu überwinden. Dies können sich nur wenige leisten.

Flugsicherheit soll nichts kosten, nur dann steigt der Aktiengewinn.

Um überhaupt Kostendeckend zu arbeiten, stellen die Subunternehmen Scheinselbständige Erwerbslose ein, und demnächst begeisterungsfähige Schülerpraktikanten.

Dem gegenüber stehen

Entwicklungskosten für

immer ausgeklügeltere elektronische und physikalisch-chemische Wehrtechnik- und Detektionssysteme. Selbst die werden zunehmend von unbezahlten Werkspraktikanten und Studenten erarbeitet, damit die shareholder Value stimmt –

Kann man Flugzugangskontrolle überhaupt kostentragend betreiben? Angesichts dieser Struktur?

Es sei denn, der Flughafen werde zum Testfeld von Rüstungsfirmen aller Art, mit Passagieren als mehr oder weniger freiwillige Versuchskaninchen.

Möglicherweise ist dies sogar längst der Fall, es hat nur noch niemand bemerkt, oder so deutlich formuliert.

Zeit, nachzufragen.

Im Interesse aller.

Denn:

Es gab schon einmal ein Land, das soll immer mehr Rüstungssysteme und Gegenwehr entwickelt haben – bis zum Zusammenbruch.

Das Land hieß

Sowjetunion.

Ob per Aktienkauf oder konventionell:

Canadische security-Experten scheinen sich auf eine „feindliche Übernahme“ der Art vorzubereiten. Im internet gelangt man über die Seiten von „caswell“ via  „Meggitt“ zu

http://www.meggitttrainingsystems.com/about-meggitt/trade-show-schedule/moduleid/1035/itemid/96/mctl/eventdetails.aspx

http://www.benning.army.mil/mcoe/maneuverconference/

Und dort ist für den Jahrestag der Anschläge am 11. September eine Manöver-Konferenz anberaumt.

Ort: Ft. Benning.

Zusammen mit  einer Fachmesse.

Sozusagen eine neue Variante des Films Alarmstufe Rot von und mit Steven Seagal.

Im Film kapert eine Gruppe Putschisten ein Schiff der Navy mit Atombewaffnung. Angesetzt ist eine Geburtstagsfeier des Kapitän, der so tut, als wisse er von nichts. Niemand schöpft daher Verdacht, als eine bunte Truppe per Helikopter anreist und das Schiff übernimmt. Wie ließe sich ein Übungsplatz oder eine Messe oder ein Flughafen übernehmen und jede Menge konventionelle und elektronische Waffen erbeuten, ohne daß Verdacht geschöpft wird?

Bei einer Luftfahrtmesse beispielsweise, oder bei einer Elektronikkonferenz.

von:

Susanne Härpfer

Aus dem Anlaß des Kirchentags, mit Verspätung: 

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foto, text and assignments – to be contacted: Susanne.Haerpfer@bits.de

DIE GROSSE STILLE

KAKOPHONIE überall. GEDUDEL allerorten. Überall ist man Beschallung ausgesetzt.

Die Menschen haben die Stille getötet. 

Vertrieben ist die Ruhe. 

Das größte Luxusgut sind Ruhe und Stille.

Wertvoll, und ausgerechnet das wird zerstört.

Belanglose Boulevard-Aufgeregtheiten und Lala-Beschallung. 

Gequietsche und schlimme Stimmen. Gebölke, Gebrülle, schrilles Geschleime. 

Wohl dem, der über ein Refugium verfügt, an dem man vor all dem Gelärme geschützt ist. 

Der Mensch ist dabei, das zu verlieren, was ihn von Tieren angeblich unterscheiden soll: Intelligenz und kluges Denken. 

Sämtliche Grundvoraussetzungen, die dafür nötig sind, werden systematisch kaputt geaht Plattgewälzt. Vernichtet. 

Nur noch wenige haben:

R U H E.

S T I L L E.

 Saubere, klare Luft.

Den Dokumentarfilm DIE GROSSE STILLE“

ATHMO bestimmt den Film; 

Und bildet auf diese Weise eine Einheit aus Bild und Ton. Geräusche sind zu hören; Stimmen und Stimmungen hat das Kamerateam aufgenommen, ohne in´s Kitschige abzugleiten. Das Feature zeigt das, was jeder gute Kameramann sieht. Details, Texturen – und das große Ganze. Und das, was sich dazwischen befindet. Der Film ist geschnitten, wie GEO-Redakteure ihre Reportagen und Hefte aufbauen: Sinuskurve aus close ups und Totalen, Fakten und Empfindung, Menschen und Tiere und die Dinge, die sie umgeben. Hell und dunkel, Kontraste und Harmonie.

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motto photo: Susanne.Haerpfer@bits.de

Perfektion hat einen Raum gefunden. Perfektion braucht vor allem: Stille. 

Damit Musik erklingen kann, muß es vorher still sein.

Übung braucht Pause.

Wiederholung benötigt Muße.

Zeitgeist-Autoren nennen das „flow“.

Die Mönche würden schmunzeln. 

Vielleicht würden sie sagen. Wir nennen das Leben.

Welche Farbe hat der Atem?

Anthrazit und petrol? Grasgrün und Parkett, Marmor und Rost – wer sehen will, braucht das absolute Gehör.

Wie soll Erkenntnis entstehen, wenn Unvernunft permanent prasselt?

Der Film zeigt: es ginge auch anders.

Die große Stille spricht. 

Die große Stille sagt auch, was Stille nicht ist: verschweigen. 

Dann kreischt der Raum, dann kracht das Beil und spaltet mehr als nur das Feuerholz. Stille braucht Reden. Stille fordert Fakten. Statt Lügen und Nichtigkeiten und Nichts. 

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SI-E-H

Damit Stille lebt, braucht es die freie Entscheidung.

Wer fort kann, bleibt. 

 

Verzweifelt dennoch vor der Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Chancenlosigkeit.

Wenn Stille schreit.

Zusammengefasst in einer Momentaufnahme:

Virtuosität benötigt Möglichkeiten. Ausrüstung.

Ein Journalist ohne notebook, ohne internet, ohne Kamera könnte nicht zeigen, was er kann, worin sein Wesen und das der anderen besteht.

Ein Journalist ohne Arbeitswerkzeug ist wie ein Weltklasse-Klavierspieler, dem man ein quäkendes, ausrangiertes Kinderspielzeug in die Hand drückt. 

Zu sehen in „Die große Stille“ – dann herrscht der Verzweiflungs-Schrei der Grabesruhe.

TOD.

Denn Stille heißt nicht, seinen Beruf nicht ausüben.

Im Gegenteil.

Stille bedeutet, die perfekten Voraussetzungen zu erhalten, um seinen Beruf zu perfektionieren – nach eigenen Vorgaben.

Chancengleichheit.

Nur dann kann Reduktion zur Adelung führen, nur dann wird schlicht zu edel statt zu arm.

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photo in the manner the documentary has been filmed: susanne.haerpfer@bits.de
 

Wenn alle (technischen) Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine Kamera mit geringer Auflösung als back up zusaetzlich 

für stilistische Mittel genutzt werden.

Die Autoren des Features haben genau dies gezeigt. Worin der Unterschied besteht.

Nur dann,  wenn diese Voraussetzung gegeben wird. 

Kann aus grobkörnig Kunst werden, aus unscharf Schärfentiefe, aus verwischt Bewegung im Stillstand.

Laienaufnahmen mit dem richtigen Blickwinkel erfahren Anerkennung.

Ohne daß Mittelmaß zum Maßstab wird, Fähigkeiten nivelliert.

Achtsamkeit. Nicht pingelig.

Weit weg  aber, nur scheinbar. Vermeintlich fern ab vom Weltgeschehen, finden sich Kamerateam und Zuschauer plötzlich mitten im Zentrum der Information. 

Kein Radio schwatzt über „interkulturellen Dialog“ – die Bildsprache teilt mehr mit, als so manche „Informationssendung“. 

Voraussetzung ist allerdings – zugegebenermaßen – ein gewisses Vorwissen oder ein Erkenntnisblitz beim Betrachten. Um die Virtuosität des Films ganz würdigen zu können. 

Zu erkennen, was gezeigt wird und dennoch vielen weiterhin verborgen bleibt. 

Sehen heißt nicht automatisch 

begreifen. Dazu bedarf es Zeit. Zeit zu lesen. Zeit zu fragen. Zeit, Informationen gesagt und gezeigt zu bekommen. Erklären. Nachhaken. Harte Fakten, statt fühlen, denken, meinen. Empfinden braucht Verlässlichkeit. Und ein Quentchen Begabung. Wie der Kendo-Kaempfer, der sich auch in Mönchskutte unterscheidet von den anderen. Das wirkliche Topmodell schreitend, statt stöckelnd und staksend. Leon der Profi-Killer, der sorgsam das Pflänzchen beschützt. Der Grenzbereich, das letzte wahre Tabu über das im Kontext Kirche nicht außerhalb der Mauern gesprochen worden ist. Wie absolut werden die zehn Gebote eingehalten?   Wann schlägt Notwehr das Gebot nicht zu töten? 

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symbolic photo: susanne.haerpfer@bits.de
 

Kämpfende Mönche in Tibet, kämpfende Mönche in Burma könnten das Thema aktuell werden lassen. 

Shaolin ist eben mehr als eine show-Veranstaltung. Sie haben eine Tradition und einen sehr ernsten Hintergrund. Er sei nur der Koch, sagt Stephen Seagal im Film und spielt damit an auf die Verharmlosung so manches Kreuzritters; auch der modernen Zeit, die nicht nur lebendige Pflanzen mit ihren Elektrolyt-Leitungen und Duftkommunikationskanaelen mit Insekten zu pesto rühren, sondern auch Menschen um´s Leben bringen. Nicht nur Griechisch-orthodoxe Priester haben Kampfverbände. Wie weit geht der Selbsterhalt, wann beginnt das Unrecht? 

Im Film “Die große Stille” sehen Protagonist und Kameramann in den Himmel. Ein Flugzeug führt fort und zugleich zurueck zum Betrachter. 

Eine Gruppe strikt religiöser Menschen mit großer Ernsthaftigkeit lebt zusammen, liest und schreibt und tauscht sich aus und singen auch mit größter Inbrunst. Sie schlagen die Glocke und stapfen auf, wischen mit raschen Schritten über den Boden; bedachtsam und unermüdlich. 

Man hülle ihn in weiße Tücher, kein Nichtgläubiger solle ihn berühren, eine bestimmte Anzahl Gesaenge und Gebete sind zu erfüllen. Die Vorschriften sind detailliert, und sie sind ungewöhnlich. Sie wurden im Gepäck eines Flugreisenden gefunden. Keiner gaengigen Glaubensgemeinschaft in der niedergeschriebenen Form ad hoc zuordbar. 

Wann war das doch gleich nochmal? 

  …

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assignments please!! susanne.haerpfer@bits.de

 

Man solle die Gesichter nicht zeigen, lautete die Auflage, als bei der Gemeinschaft gedreht wurde. Wurde sich damals so strikt an das Gebot gehalten, daß auch die Visionen, Weißsagungen und Warnungen nicht veröffentlicht wurden? Oder blieben nur die Identitaeten derjenigen im Dunkeln, die sahen? In einer Zeit, in der immer mehr veröffentlicht, aber immer weniger verstanden wird, könnte die Zeit kommen, in der auch die Mönche reden müssen, um sich und ihrem Glauben treu zu bleiben. 

 

3sat zeigte 

Die Grande Chartreuse, das Mutterkloster des legendären Karthäuserordens  in den Französischen Alpen

 

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 susanne.haerpfer@bits.de

 

 

 

 

14 Reaktoren wurden im Nordmeer versenkt. 

“Das ist eine Katastrophe”, bestätigt selbst der frühere Leiter der Bundesatomaufsicht Wolfgang Renneberg im Feature “Atomfriedhof Arktis”, das ARTE heute ausstrahlte. 

Damit widerspricht er seinem Doppelgänger vom Bundesamt für Schiff-Fahrt BSH, der Atomkraft verharmlost. Bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA soll er jetzt Fische mit radioaktiv verseuchtem Futter vergiften. Welchen Sinn das haben soll, vermittelt er nicht – schließlich ist bekannt, daß Radioaktivität giftig ist. Dafür muß man keine Fische quälen. 

Die Dokumentation konzentriert sich auf versenkte Atom-U-Boote. 

14 Reaktoren wurden ebenfalls versenkt. 

Dies sagen die Autoren im Kommentar, zeigen sie aber nicht und gehen auch nicht näher auf die Gefahr ein. 

Norwegische Aufklärer sollen die Reaktoren lokalisiert haben. 

Die Filmemacher vom SWR zeigen U-Boote am Meeresgrund. Eine britisch-russische Kooperation habe dorthin geführt. 

Wieso Briten und Russen bei Atom-U-Booten kooperieren, informiert das Feature nicht. 

Auftrag für ein Follow up – zum Beispiel an den Militärexperten Otfried Nassauer, wenn er sich endlich finden ließe. 

Eine Aufnahme zeigt einen für zwei Sekunden im Hafen, der ihm ähnelt. 

Ebenso wie die Frage, ob die U-Boote gar nicht havarierten, sondern absichtlich dort quasi “stationiert” wurden; 

jederzeit abschußbereit inmitten natürlicher Kühlung, ohne daß es Fragen gäbe. Permanent kreuzende U-Boote würden misstrauisch machen, als “havariert” Deklarierte hingegen gelten als Atomschrott. 

Immerhin wurden die U-Boote mit Titan-Deckel versehen, heißt es im Beitrag. 

Perfekte Zündkapseln also. 

Potential für weitere Magazin-Stücke. 

Die Kollegen von der Umweltschutzorganisation “Bellona” erzählen vom Zeitaufwand, und es klingt, als ob sie vom Aufwand erzählen, den Freiberufliche Journalisten erfahren, wenn sie eine Filmproduktion wie diese planen. Vor-Recherche, anbieten, einen Produktionsauftrag vom Sender erhalten, Drehreise planen und drehen, sichten, schneiden, texten, produzieren, tatsächlich auf Sendung gehen und die Produktion bekannt machen – all dies kann bis zu drei Jahre in Anspruch nehmen. Klingt wie ein Klischee über Russland, beschreibt aber die real-existierenden Verhältnisse im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, vor allem dann, wenn es sich um investigative Auslandsberichterstattung handelt, die nicht von den Korrespondenten gedreht wird. 

Die Filmemacher springen auch für den Dissidenten und Atomkritiker Alexander Nikitin in die Bresche. Er hatte in einem Report über die versenkten Atomreaktoren berichtet und wurde verhaftet. 

Angesichts der Verharmlosung der Gefahr durch Westler, stellt sich die Frage, inwieweit nicht nur einige russische Stellen ein Interesse am Kritiker hatten, sondern Westliche Geldgeber der Atomindustrie. 

Nikitin hat seine Freiheit und sein Leben auf´s Spiel gesetzt, damit Menschen im Westen von der Atomgefahr erfahren – unabhängig vom Land.   

Doch im Westen sitzen die Haupt-Verharmloser – und dies in Amt und Würden und mit der Kraft von Bundesbehörden. 

Nikitin wurde 2000 freigelassen. Im Jahr zuvor habe ich für die Sendung “AKTE” für SAT.1 bei metaproductions in St. Petersburg gedreht. Dort hat die Spezialeinheit Rubop Californium 252 und Blei sichergestellt und die Schmuggler verhaftet, die das Atommaterial aus Murmansk nach St. Petersburg gebracht hatten. 

Von der Verhaftung des Atomexperten zur gleichen Zeit hatte ich nichts gewusst, sonst wären wir/ wäre ich darauf ebenso eingegangen wie auf die Verhaftung des Deutschen Helmut Hofer im Iran. 

von: Susanne.Haerpfer@bits.de

Achtung

ATOM ALARM

Atomschutzanzüge – dunkle Ringe, wo einmal Augen waren, Schläuche statt Nasen – Bilder, die Angst machen. Zu Recht. Bilder, die aufrütteln sollen. 

Mit diesen dokumentarischen Aufnahmen aus den 50 er Jahren hätte das Feature anfangen können. 

http://www.phoenix.de/planspiel_atomkrieg/221035.htm

Dann wären Menschen dran geblieben, die auf Phoenix die Tagesschau eingeschaltet hatten, und noch die ersten fünf Sekunden des Folgeprogramms abwarten. Chance verschenkt. Die eindrucksvollen Aufnahmen wurden versteckt. 45 Minuten mußte man sehen, bis die historischen Schwarz-weiß-Aufnahmen um 21 Uhr auf den Sender gingen. 45 Minuten, in denen Kameratechnisch hervorragend gedrehtes Material verschenkt wurde durch sterbenslangweilige Kommentare und langweilige O-Töne. 

Dabei hat das Feature „Planspiel Atom-Krieg“

Brisanz. Potential für einen echten Aufreger. SPIEGEL-Exklusiv-Meldungen, Tagesschau-Aufmacher und dpa-Tickermeldungen: 

300 Atombomben sollten über Deutschland abgeworfen werden. 

300 Atombomben sollten über Deutschland abgeworfen werden. 

Diese Ungeheuerlichkeit wurde versteckt, in einem Nebensatz im Feature im off-Kommentar als Beiläufigkeit erwähnt. Statt auf diese news zu setzen, und diese Hauptaussage des Films zu wiederholen und die prominenten Interviewpartner danach zu fragen. Egon Bahr ist im Interview zu sehen – liebevoll ausgeleuchtet. Im schimmernden Dunkelblau wie es Brennstäbe im atomaren Abklingbecken sind. Form und Inhalt bilden eine Einheit. Nur leider wurde ein belangloser, nichtssagender O-Ton Bahrs ausgewählt, statt den prominenten Staatsmann nach den Hintergründen zu fragen: wie kann es sein, daß 300 Atombomben auf Deutschland geworfen werden sollten? Diese Nachricht brächte noch heute tausende Demonstranten auf die Straße. Diese Nachricht hat das Potential, es auf die Titelseite von New York Times und Washington Post zu schaffen. 

300 Atombomben auf Deutschland – Stellungnahmen und Meinungen von wichtigen Personen Deutschlands und der Welt. Das würde die Friedensbewegung wieder beleben. Ostermärsche und 1.Mai wären bestätigt und zugleich modern. Empörung verständlich. Diese Nachricht könnte den Kirchentag in Wallung bringen. Kirche für den Frieden? Oder 300 Atombomben weihen? Was sagt der Pfarrer der Bundeswehr? Damals. Und heute. Fakten und Gefühl. Potential für weltweites Engagement gegen Atomkraft vom Dalai Lama bis zu Präsidenten und die Fondas wären auch dabei. All dies wäre drin gewesen im feature. Und wurde stattdessen versenkt in staatstragender Langeweile und Verharmlosung in historischen Binsen. 

Mit einem zweiten scoop wurde der Film vorab geteasert: 

Die zivile Regierungsmaschine Adenauers wurde von der CIA benutzt, um über Moskau Spionage-Aufnahmen zu machen. Ungewöhnliche Radarstellungen sollen auf den Aufnahmen zu sehen sein, die bis heute geheim gehalten werden, so der ehemalige CIA-Mann Dino Brugioni. Wright Petterson airbase stellte die Monteure, ein Kopierwerk der Airforce in Wiesbaden 

soll die Geheimaufnahmen entwickelt haben, so der ehemalige CIA-Mann im Interview. Anlaß, nachzufragen. Was sagt die Airforce dazu? Welche Folgen hat die Aktion? Immerhin bedeutet das Geständnis, die Sowjets hatten Recht, wenn sie westliche Passagiermaschinen der Spionage verdächtigten; eine Koreanische Maschine sogar abschossen. 

von:

susanne.haerpfer@bits.de 

 

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