Bundeswehrsoldaten würden immer häufiger von Taliban angegriffen, die mit deutschen Waffen ausgerüstet seien. Dies meldet heute der Fernsehsender N24. Woher diese kämen, wisse man nicht, so der Mitbewerber n-tv. Das ist seltsam. Denn 2010 verkündete man stolz, Afghanen nach Deutschland zu holen, um sie in Deutschland zu Polizisten zu machen. vgl. u.a. http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/spd-afghanische-polizei-soll-in-deutschland-ausgebildet-werden_aid_481513.html
Kritische Stimmen wollte vor 2 1/2 Jahren niemand hören oder drucken. Nicht erklärlich ist allerdings, weshalb sich jetzt partout niemand vorstellen kann, woher die Afghanen die Waffen haben. Obwohl sie Fortbildungskurse erhielten. Und der gleiche Fehler schon einmal gemacht wurde. Damals rüsteten Amerikaner Afghanen mit modernen Waffen aus, nannten sie Mujaheddin und Verbündete im Krieg gegen die Sowjetunion. Dann wunderten sie sich gar sehr, als die einstigen afghanischen Verbündeten die US-Waffen plötzlich gegen sie richteten. Deshalb mußte die Bundeswehr ja nach Afghanistan. Dort wird sie jetzt ebenfalls durch die eigenen Waffen getötet. Geschichte wiederholt sich.
Folgende Karikatur bringt Absurdistan in Afghanistan gut auf den Punkt. Sie erhielt am 18. November 2010 den 2. Rückblende-Karikaturpreis:
 http://www.google.de/imgres?q=bundespolizei&start=891&um=1&hl=de&biw=1326&bih=685&tbm=isch&tbnid=2FSscWh6RlRbCM:&imgrefurl=http://www.nelcartoons.de/tagein-tagaus/bka-bundespolizei.18&docid=FL5PVhJ1Q2kL9M&imgurl=http://www.nelcartoons.de/files/bka%252520bundespolizei%252520FARBEpix.jpg&w=600&h=471&ei=rkEZUIrmA-Kg4gTT1ID4Bg&zoom=1&iact=hc&vpx=910&vpy=190&dur=83&hovh=199&hovw=253&tx=145&ty=118&sig=112330509409933585723&page=45&tbnh=126&tbnw=160&ndsp=9&ved=1t:429,r:4,s:891,i:18
Wer über die Kurznachricht hinaus sich für eine nachdenkliche Analyse interessiert: hier mein Artikel aus dem Jahr 2010; geschrieben als unmittelbare Reaktion auf die damalige Tagesschau-Meldung. Ein Teil meiner Voraussage ist also eingetroffen. Hoffentlich bleibt uns der Rest dessen erspart, der noch aus der Konstellation folgen kann.
„Fremde Heere Ost“
oder: Der Hindukush wird in Deutschland verteidigt
von Susanne Härpfer
„Afghanistan ist bemüht, zunehmend selbst für Sicherheit im Land sorgen“, meldet die Tagesschau: http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan2136.html
Fragt sich nur, in welchem. In Afghanistan selbstverständlich, oder? So selbstverständlich, wie der Satz auf den ersten Blick klingt, ist er nämlich keineswegs. Er ist eine mögliche Lesart von mehreren. Ein Satz. Ein Denkanstoß. Eine zündende Idee gewissermaßen: weshalb befinden sich deutsche Soldaten und Polizisten in Afghanistan? Die offizielle Begründung lautet: weil Deutschland am Hindukush verteidigt wird. Also sozusagen Präventiv. Zur Vorabaufklärung, bevor mögliche afghanische Terroristen hier in Deutschland auftauchen und  Anschläge verüben; bereits vor deren Abreise wissen, wer kommt. Sozusagen vergleichbar der Mischung aus Geheimdienstinformationen, offiziellem briefing und potentiellem Erpressungsmaterial, das vorliegt, wenn Verhandlungen anstehen – politische oder Wirtschaftsdelegationen. Nur eben auf Terroristen bezogen. Und je nach deren Gefährlichkeit werden dann diese Leute bereits vorher gestoppt, oder nach Auffassung der jeweiligen hiesigen Behörden guckt man ihnen dabei zu, wie sie das tun, was man vorher wusste: Anschläge planen. Manchmal werden sie darin sogar noch bestärkt. Das machen dann sogenannte V-Leute. Auf dieselbe Idee kann aber auch die afghanische Regierung kommen und deren Geheimdienst, Militär und Polizei. Die gab es bereits, bevor jetzt Deutsche nach Afghanistan entsandt wurden. Da braucht´s keine Nachhilfe. Was also, wenn „Afghanistan eben bemüht ist, selbst für Sicherheit im Land sorgen.“ Wenn Deutschland am Hindukush verteidigt wird, dann wird reziprok offenkundig der Hindukush in Deutschland verteidigt. Dann aber müssen afghanische Militärs und Polizisten nach Deutschland verlegt werden, um bereits im Vorfeld für Ruhe zu sorgen. Damit keine Anschläge im eigenen Land passieren. So wie Deutsche Afghanistan bombardieren, könnten diese deutsche Chemie- und Pharmaziewerke ausschalten. Klingt dies nach Realsatire? Völlig überzogen? Keineswegs. Ohne Essigsäureanhydrid aus – zumindest ursprünglich – deutscher Produktion keine Drogen, kein LSD, kein Heroin. Den Weg des Rohstoffs zu den Endverbrauchern aufzudecken und zu dokumentieren, war einmal ein Vorschlag des Reporters und späteren Geheimdienstmanns Wilhelm Dietl.
photographed by Susanne Haerpfer

photographed by Susanne Haerpfer

Die Konsequenz, die daraus zu ziehen gewesen wäre, kam wohl nicht so gut an. Allerdings wurde wenigstens das sogenannte Grundstoffüberwachungsgesetz geschaffen; vgl. auch URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/170449.schuld-war-nur-der-computer.htmlWie konsequent dies gegenüber wem tatsächlich angewendet wird, ist ein eigenes Thema. Den wirklichen Hintermännern, Finanziers und Profiteuren von Drogenherstellung und Vertrieb hat man jedenfalls in Jahrzehnten nicht das Handwerk gelegt – trotz oder wegen all der Kräfte, die im Einsatz sind. Zeit, einmal die Sache selbst in die Hand zu nehmen und ein Zeichen zu setzen, dass man es ernst meint mit der Drogenbekämpfung bereits im Vorfeld, mögen sich da der eine oder andere ehrliche Talib (Singular von Taliban = Schüler) gedacht haben und als Polizeischüler in Deutschland angemustert haben. So wie „afghanische Agrarprodukte“ hin und wieder in Flammen aufgehen, könnte der eine oder andere bedauerliche Betriebsunfall geschehen. Das könnte dann wahlweise verbucht werden unter den Rubriken Übung des Ernstfalls, Umweltschutz, technische Zusammenarbeit oder Drogenbekämpfung. Wieder zu weit hergeholt? Keineswegs. „Abgeordnete sind bereit, mit Taliban zu verhandeln“, meldete der Spiegel. (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290079.html)
Würden Abgeordnete Auslieferungsabkommen mit Bin Laden unterschreiben? Könnten deutsche Spitzenpolitiker in Moslemischen Volksgefängnissen landen?
Worüber sind deutsche Abgeordnete bereit, mit Taliban zu verhandeln? Und aus welchen Gründen. Um vermeintlich deutschen Wirtschaftsinteressen zu nützen; zumindest auf kurze Sicht? Oder nach dem altbekannten Motto: wer tausend Euro Schulden hat, ist arm dran. Wer kein S-Bahn-Ticket hat, kann im Knast landen. Wer Millionen Schulden hat, kann die Bank erpressen, und geht frei aus. Also, man muß nur genügend Terroranschläge verüben, um davonzukommen? Oder haben da eventuell deutsche und afghanische V-Leute einmal Hand in Hand gearbeitet und eine böse Sting-Operation durchgeführt? Sozusagen wie Journalisten einen „Test-Kauf“ mit versteckter Kamera gemacht? Ausprobiert, wozu deutsche Abgeordnete, die idealtypisch für Demokratie eintreten sollten, so alles bereit wären? Vielleicht, weil sich der eine oder andere Macho mit Parlamentarier-Status mit einem Talib hervorragend versteht? Zwischen Islamisten und Konservativen ein „common ground“ besteht, eine Basis des „mutual understanding“? Dann benötigen Frauen kein Arbeitslosengeld, gehören eh in´s Haus, und der deutschen Arbeitslosenstatistik hilft´s auch. Klingt alles zu gewagt? Nein, man muß nur einmal Mäuschen sein, wenn Führungskräfte und Etablierte dieses Landes unter sich sind und reden. Das klingt dann exakt so.
Und Al Quaida = die Basis hat nichts anderes gemacht, als es Führungskräfte tun: eine Schwachstellenanalyse des Westens. Sie fanden im Lauf der Zeit die reale gemeinsame Basis von wirklichen Verbündeten weltweit, Brüder im Geist. Mit diesen suchten sie Teilzeit-Alliierte und gaukelten ihnen gemeinsame Ziele vor, um Etappensiege zu erzielen. Dafür wurden mögliche Hebel untersucht. Und angewendet. Sozusagen NLP (neuro-linguistisches Programmieren) auf Islamistisch. Social engineering nennen das Hacker auf Neu-Deutsch. Takyie wird es auch genannt, wahlweise übersetzt mit Verstellung oder Notlüge. Positiv besetzte Worte nennen, so vermeintliches Einvernehmen erzielen, Widerstand brechen und zu Boden ringen, geschlagen mit den eigenen Waffen. Sie maßen das Vorbild, sie maßen die Westler an dem, was diese vorgaben, sei ihnen wichtig, hoch und heilig. Demokratie, Recht und Freiheit im Sinn von Redefreiheit, Selbstbestimmtheit, Abwesenheit von Gefangenschaft und Einflussnahme, und Gleichheit, Chancen für alle, Gleichberechtigung, Familie, Integrität, Unversehrtheit des Landes, eine Verfassung, keine Armut. Und täglich sahen sie die Diskrepanz zwischen dem, was proklamiert wurde und der Realität. Von Tag zu Tag klaffte der Unterschied mehr und mehr auseinander, waren PR und Wirklichkeit nicht mehr in Einklang zu bringen. Sie erlebten, dass wohl nur wenige bereit wären, so sehr für diese Werte einzutreten, dass sie Asyl in einem anderen Land beantragen müssten, wenn sie auch in Deutschland das einforderten, was formal garantiert, aber täglich mit Füßen getreten wurde. Einige von ihnen waren Idealisten, andere ließen sich einspannen und wurden so wieder denjenigen ähnlich, gegen die sie eigentlich antreten wollten. Das ist das Dilemma, in das jeder gerät, der feststellt, dass sich auf dem üblichen, dem formalen Weg partout nichts ändert. Dieses Denken wieder zurück an den Ursprungsort zu tragen, das könnte auch ein Aspekt der Polizeiausbildung von Afghanen in Deutschland sein. Dann wäre sogar ein Ziel erfüllt. Ein Denkanstoß gegeben. Nachvollziehbar machen, verstehen, ohne gutzuheißen, wie Terroristen gemacht werden, was sie zu solchen werden lässt; oder eben nicht – so wie es Louise Richardson in ihrem Buch „Was Terroristen wollen“ beschrieb.
Eigentlich gibt es eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Afghanischen Kräften, und zwar aus dem Jahr 1915. Da wollten die deutschen Offiziere Oskar von Niedermeier und Werner Otto von Hentig den Afghanischen Emir Habibullah gegen die Engländer in Indien aufwiegeln. Dies schreibt Wilhelm Dietl in seinem Buch „Brückenkopf Afghanistan“. Demzufolge ließ sich der Emir jedoch nicht instrumentalisieren, sondern beauftragte seinerseits die Deutschen damit, seine Armee auszubilden.
(http://www.wilhelm-dietl.de)
Wird daran angeknüpft und sozusagen eine afghanische Elitetruppe aufgebaut nach dem Prinzip der Gurkhas aus der Himalaya-Region in britischen Diensten, weltweit im Einsatz?
Und falls ja, wer steht eigentlich in wessen Diensten? Wirklich Afghanische Polizisten für Deutschland? In Deutschland? Oder zukünftig gegen Deutschland? Oder arbeiten die Deutschen Ausbilder im Dienste Afghanistans?
Vertraut man den eigenen Leuten nicht mehr? Sollen unabhängige Kräfte geschaffen werden, die nicht eingebunden sind in Kollegen-Abhängigkeiten. Die abgeschottet agieren, als Einheit unabhängig von allen anderen? Und falls ja, weshalb? Sollen sich Kampfeinheiten gegenseitig kontrollieren, dadurch, dass sie nichts von einander wissen? Sozusagen das journalistische Zwei-Quellen-Prinzip? Wenn zwei von einander unabhängige Quellen, die nichts von einander wissen dürfen, dasselbe sagen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es stimmt.
Werden diese Polizisten nach Deutschland geschickt mit der Frage, ob sie Landsleute wieder erkennen? Als gefährliche Terroristen? Oder dies fälschlich behaupten, und so Menschen gefährden, die eigentlich unsere Verbündete sind, Garanten unserer Sicherheit – idealtypisch sind Asylbewerber dies nämlich. Wie viel ist Asyl dann noch wert? Wie viele Menschen verschwinden in Deutschland, in dem Land, in dem sie Zuflucht suchten? Wie viele werden verschleppt in dubiose Botschaften oder in sogenannte Privatwohnungen, Firmen, die aber nichts anderes sind als Dependancen fremder Geheimdienste auf deutschem Boden. Thematisiert wird dies nur selten. Spannend umgesetzt in der GSG-9-Staffel der Senderfamilie SAT.1/Pro-7.
Journalistisch, also im Bereich non-fiction ist mir hingegen noch kein solcher Beitrag bekannt, der dieser Frage nachgeht. Dabei berührt diese Frage ureigenste deutsche Sicherheitsinteressen. Erst kürzlich stellten europäische Parlamentarier bestürzt fest, dass nicht nur europäische Länder über Geheimdienste verfügen, sondern auch andere. Man war gar sehr betroffen. Auch Kolumbien besitzt Nachrichtendienste. Und die sind sogar tätig. Dort nämlich, wo Nachrichtendienste arbeiten, in anderen Ländern. In diesem Fall mitten in Europa. Und wofür interessierten die sich so? Nun für alles, was für Kolumbien von Belang ist. Unternehmen, die in Kolumbien tätig sind, zum Beispiel. Nicht nur Drogen, aber auch (http://www.heise.de/tp/blogs/8/147678)
Was hat das mit Deutschland zu tun? Sehr viel. Denn nicht nur Kolumbien verfügt über Dienste, sondern zum Beispiel auch Afghanistan. Und wer da eigentlich wen führt, wer wen ausbildet, und wer da eigentlich an wessen Drähten hängt (ein abgewandeltes Zitat von Corinna Ponto), das ist eine essentielle Frage. In seinem Buch „Schattenarmeen – Die Geheimdienste der Islamischen Welt“ macht Wilhelm Dietl genau darauf aufmerksam. Es gibt eben nicht nur den britischen M-I 5 und M-I6, auch und gerade islamische Länder verfügen über Nachrichtendienste. Und während so mancher deutsche Sicherheits-Beamte glaubt, er „führe“ eine Quelle, wird er in Wirklichkeit von dem manipuliert. „Partnerdienste arabischer Staaten“, so warnt Wilhelm Dietl, „übernehmen gern Auftragsarbeiten für ihre westlichen Freunde, allen voran die CIA. Das funktioniert so: Die Araber lassen sich islamische Terrorverdächtige liefern, die selbst in extraterritorialen Bereichen wie dem US-Gefangenenlager Guantanamo Bay noch ein Mindestmaß an Menschenrechten erfahren müssten. Der Autor schreibt: „Besonders selbstbewusste Regime sind der Überzeugung, dass sie auch auf ihre Landsleute jenseits der Grenzen jederzeit Zugriff haben müssten. Mit Empörung reagieren sie, sobald sich ihnen Polizei und Justiz der Asylländer in den Weg stellen. Geheimdienste aus dem Iran, aus Syrien, Libyen und Marokko haben in der Vergangenheit immer wieder Oppositionelle aus deren Gastländern verschleppt oder sie dort spektakulär getötet.“ Und genau darum kann es auch gehen, wenn gemeldet wird, dass afghanische Polizisten hier ausgebildet werden. Letztendlich machen diese nämlich aus deren Sicht Ähnliches, wie Deutsche, die in ihrem Land Hochzeitsgesellschaften bombardieren. Bei genauerer Betrachtung sind zwar die Fälle nicht unbedingt vergleichbar, aber zum Innehalten, zum Nachdenken anregen sollten sie schon. Immer dann nämlich, wenn es um den allzu leichtfertigen Export deutscher Rüstungs- und Polizeiausrüstung geht, um know how. Eigentlich müsste dies allen bekannt sein, deutsche Parlamentarier eingeschlossen. Spätestens seit dem Jahr 1990als Dieter Schenk sein Buch „Reise nach Beirut“ veröffentlichte und den Export von deutschem Polizei know how in solche Staaten anprangerte, die es mit der Menschenwürde nicht so genau nahmen. 2008 erschien vom (ehemaligen) Polizisten das Buch „BKA: Polizeihilfe für Folterregime (Sondereinband)“ ( http://www.publizist-schenk.de)
Wer also erscheint hier und wird von wem wann wie überprüft? Bringen sie ihre Waffen mit? Sind ja schließlich Polizisten. Und Polizisten haben Dienstwaffen. Dürfen diese importiert werden? Wie steht´s überhaupt mit Importen von Waffen aus Afghanistan? Darra ist berühmt für die Qualität seiner (handgefertigten) Waffen. Bezieht Deutschland Waffen aus afghanischer Produktion, und falls ja, in welchem Umfang?
Wer unterrichtet eigentlich wen worin? Schießen dürften Afghanen im Zweifel besser können als deutsche Polizisten. Wer die ruhmreiche Sowjetunion bezwang, müsste sich jedenfalls auf´s Schießen verstehen. Geht es also vielmehr darum, den Unterschied zu erklären zu dem, was diese zuvor bereits als „deutsche Polizei“ kennen gelernt hatten? Aber unter dem Vorzeichen der früheren DDR? Und falls ja, bis zu welchem Zeitpunkt? Von wem genau? Also von Angehörigen der Nationalen Volksarmee? ABC-Schutztruppen? Spezialeinsatzkräften? Was davon ist mit Demokratie nicht vereinbar?
Welche Analysen hingegen, welche Ortskenntnis waren und sind nach wie vor denjenigen der Bundesrepublik Deutschland (BRD) haushoch überlegen? Wie viel konnten und können Westdeutsche von früheren Ostdeutschen Auslandsaufklärern lernen? Handelt es sich um einen Deal? Demokratie-Nachhilfe gegen insider-Informationen?
Wo tummeln sich heute diejenigen, die in der GSG-9 der DDR waren, über die 2007 eine TV-Dokumentation berichtete? http://doku.cc/category/geschichte/spaete-neuzeit-1900-2000/kalter-krieg-1945-1990/page/2/
Bereits vor zehn Jahren hatte Wilhelm Dietl aufgedeckt, dass Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit (Mfs) und deren nachgeordnete Behörden Unterschlupf gefunden hatten bei westdeutschen Sicherheitsbehörden. Das, was er im Jahr 2000 in seinem Buch „Die BKA-story schrieb, sorgte im vergangenen Jahr als Neuigkeit für Schlagzeilen. (http://www.focus.de/politik/deutschland/deutsche-behoerden-mehr-ex-stasi-mitarbeiter-als-bisher-bekannt_aid_415348.html)
Wurden die Anti-Terror-Kämpfer der DDR ebenso übernommen, wie die Verschlüsselungsexperten der DDR, über die denen der Spiegel schreibt? Und falls ja, welche Konsequenzen hat dies? (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,719573,00.html)
Sollen die afghanischen Polizisten in Deutschland verborgene Terroristen aufspüren? Wie valide sind deren Auskünfte? In Afghanistan und Pakistan sahen sich Unschuldige plötzlich als Terroristen verunglimpft. Sie wurden gefoltert, gefangen gehalten und einige nach Guantanamo verfrachtet. Vor dem Hintergrund der Erfahrung und der Warnung, die Wilhelm Dietl in seinem Buch „Schattenarmeen“ ausspricht: in wessen Hände hat sich der Rechtsstaat Deutschland begeben? Für wen leisten Deutsche Handlangerdienste? Wie viel ist Asyl noch wert?
Können Beamte und private Sicherheitsleute beurteilen, welchen Interessen sie in Wirklichkeit dienen? Sind V-Mann-Führer in Wahrheit diejenigen, die hinter´s Licht geführt werden, die im Grunde nichts anderes sind als Spione, die auf false flagg-Operationen fremder Geheimdienste hereingefallen sind?
Bürger, die mit Behörden zu tun haben, und dann einmal die Gelegenheit erhalten, in Akten zu schauen, werden manchmal erschrocken feststellen, welche Lügen dort über sie geschrieben stehen. Akten suggerieren zwar, die Wahrheit zu enthalten, oftmals sind sie aber das glatte Gegenteil. Nicht umsonst gibt es die Formulierung von den „bereinigten Akten“. An wessen Leine also bewegen sich diejenigen, die einhunderttausend Afghanen ihr Wissen vermitteln? Manche mögen Kollegen sein, idealistischer, als jeder deutsche Polizist noch ist. Andere hingegen sind es nicht. Haben Deutsche einmal Akteneinsicht verlangt bei den sogenannten Partnerstaaten? Syrien? Afghanistan? Und was haben sie über sich selbst lesen können? Stimmen die Angaben mit der Wahrheit überein? Falls nicht, welche Konsequenzen hatte dies? Für die Deutschen? Für die counter parts?
Afghanen, die nach Guantanamo oder in schlimmere Lager entführt worden, könnten auf den Gedanken der ausgleichenden Gerechtigkeit kommen – also Deutsche, die ihre Familien beschossen, ihre Häuser zerstörten, nun ihrerseits ausliefern zu lassen in Länder ihres Vertrauens. Das können sogar auf den ersten Blick befreundete Staaten sein. Würden Deutsche Verdacht schöpfen bei Juristischen Schreiben aus Italien, Polen, Portugal? Würden Deutsche dorthin ausgeliefert? Und würden sie von dort aus weiter ausgeliefert? Nach Jordanien, Marrocco, Afghanistan? Gegen wen und für wen werden die Afghanischen Polizisten hier in Deutschland eingesetzt?
Auf wen treffen Deutsche eigentlich im Ausland, ohne es zu wissen? Müßte nicht viel mehr gewarnt werden, dass an so manchem Urlaubsort es Deutschsprechende gibt, die sich nicht als solche zu erkennen geben. Im Zweifel hatte die DDR mehr Deutschlehrer in die Welt geschickt, als es das Goethe-Institut je tat. Mit unheilvollen Folgen. Ich selbst sowie eine Kollegin wurden in Laos als Terroristen verhaftet. Wir waren per Zufall bei einem Touristenausflug mitten in einem Dorf gelandet, das Kontakt hatte zu den letzten Widerständlern, die gegen die Diktatur in ihrem Land kämpfen. Gleichzeitig waren Regierungsspitzel im Dorf, und die sprachen Deutsch. Dies erfuhren wir erst in der Verhörzelle.
Ausgebildet waren die Laotischen Sicherheitskräfte von der deutschen Stasi.
In Laos waren Deutsche noch eine Ausnahme, und wir kamen dank Verhandlungen frei. In anderen Ländern, wie in Thailand zum Beispiel ist es einfacher, unschuldige Touristen zu verleumden und für immer im Gefängnis verschwinden zu lassen. Dies hatte man uns auch so mitgeteilt. Deutsche Urlauber und Unternehmer sind viel zu leichtgläubig, können leichtes Opfer werden von Seilschaften, von denen sie allenfalls im Kino etwas gesehen haben. Die Afghanischen Polizisten, die hier in Deutschland ausgebildet werden, haben ja keine Lebensanstellung bei einer Deutschen Behörde. Oder etwa doch?
Bekommen die Afghanischen Polizisten eine lebenslange Übernahmegarantie? Damit sie ja nicht abwandern und plötzlich ihr Wissen als Armee der Schatten für Diktatoren anwenden? Und dann Deutsche Elite-Kämpfer Deutsche aus der Bredouille retten müssen, und sich dabei ihren früheren Kollegen gegenüber sehen? Aber als Gegner.
War das damit gemeint, als es hieß: „Deutsche Polizisten üben für den Ernstfall“, und die Rede war von Afghanen in Deutschland. (http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistan2136.html)
Wurden all diese Punkte eigentlich bedacht? Und falls ja, wann? Von wem? Mit welchem Ergebnis?
Die USA finanzierten die Mujaheddin und waren baff erstaunt, als diese sich gegen sie wendeten. Mit den Waffen, die sie zuvor selbst geliefert hatten. Einer konventionellen Flugabwehrrakete ist es meist egal, wen sie da vom Himmel schießt. Technik ist Technik. Und so wurden die eigenen Leute verwundet durch diejenigen, die einst als Verbündete deklariert worden waren.
Daraus scheint man nichts gelernt zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass Deutschland jetzt dasselbe macht, wie zuvor die USA mit den Mujaheddin. Selbst wenn die Gäste überprüft werden sollten durch Landsleute, die hier Asyl suchten, heißt dies noch lange nicht, dass diese sich auf Dauer loyal verhalten.
Vor allem: wem gegenüber. Denn einige Terroristen nehmen für sich in Anspruch, für mehr Demokratie zu sein, als die Staaten, die dies für sich proklamieren. Was also, wenn die Ausgebildeten Gleichheit und Bürgerrechte einfordern – notfalls mit Waffengewalt? Was, wenn sie ihr Studium ernst nehmen und ein erhebliches Demokratiedefizit in ihrem Gastland feststellen sollten? Was, wenn ihre Analyse ergeben sollte, dass es nicht mehr sehr weit her ist mit den bürgerlichen Freiheitsrechten, wenn beispielsweise so manchem Arbeitslosen die faktische Reisefreiheit verwehrt wird?  Und alle konventionellen Mittel ausgeschöpft sind. Und sie sich verbünden mit Armen und Unterdrückten.
Oder das genaue Gegenteil.
Was, wenn hier eine bewaffnete Einheit aufgebaut wird, die eben keinen Bezug hat zur Bevölkerung. Die im Ernstfall nicht den Dienst verweigern würde?
Wissen die Afghanischen Polizisten, dass es ausgerechnet in Deutschland Menschen gibt, die weniger Geld erhalten als sie selbst in Afghanistan? Wenn nicht, dann wüssten sie auch nicht, weshalb Menschen demonstrieren, oder aber so verzweifelt und empört sind, dass sie  Rathäuser und Arbeitsämter, wenn sie seit Monaten um ihr Geld gebracht wurden. Solchen Einheiten könnte man weiß machen, es handle sich um gefährliche Aufwiegler, statt um Menschen, die ihr Recht einfordern.
Was, wenn mit den Afghanischen Polizisten einem Armutsaufstand vorgebeugt werden soll?
Und so zeigt sich, was alles hinter einer vermeintlich simplen Schlagzeile stecken kann. Ein ganzer Suchbaum klappt auf von Risiken, von möglichen Konsequenzen, die es zu bedenken gilt. Online-Medien bieten die Chance, auf vertiefende Berichterstattung. So müsste die Nachrichtenmeldung mit einem Feature kombiniert sein. Ein Lehrstück in Sachen Medienkompetenz, auch für Politiker. Die Nachricht hinter der Nachricht.
„Schattenarmeen – Die Geheimdienste der Islamischen Welt“ von Wilhelm Dietl, Residenz Verlag, 2010, ca. € 21,90.
 
BKA: Polizeihilfe für Folterregime (Sondereinband) von Dieter Schenk, Verlag J.H.W. Dietz Nachf. Bonn, erschienen im September 2008, 28 Euro