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Susanne.Haerpfer@bits.de

Erwerbslose Freiberufler

sind hochmotiviert und überdurchschnittlich gut ge- bzw. ausgebildet. Sie verfügen über umfangreiche Berufskenntnisse und Erfahrung.

Dies geht aus der Studie

               „Viel Arbeit für wenig Geld“ hervor.

Diesen Bericht verfaßte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für die Bundesagentur für Arbeit. Er wurde jetzt veröffentlicht:

http://doku.iab.de/kurzber/2012/kb2212.pdf

Die Autoren schränken ein, sie wüßten wenig über diese Zielgruppe, für die das Arbeitsamt eigentlich tätig werden soll:

„In den Geschäftsdaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) gibt es nur wenig differenzierte Informationen über Selbstständige. Daten zu diesem Personenkreis liegen bei der BA nur dann vor, wenn Leistungen zur Grundsicherung oder zur Existenzgründungs­förderung bezogen werden. In der Grundsicherung sind selbstständige Aufstocker als solche erkennbar, wenn sie im Bewilligungszeitraum von grundsätzlich sechs Monaten Betriebseinnahmen aus Selbststän­digkeit erzielt haben.“  .

Dies ist irritierend. Denn: Zutreffend schreiben die Verfasser, freiberufliche Erwerbslose erhalten Erwerbslosengeld, wenn sie nicht genügend einnehmen. Dafür füllen sie die Fragebögen der Arbeitsämter aus. Diese sind sehr detailliert. Also m u s s  es umfangreiche Informationen bei den Arbeitsämtern geben. Wie kann es dann sein, daß es dennoch „wenig differenzierte Informationen über Selbständige“ gibt?

Fallen die Informationen, die erwerbslose Freiberufler liefern, bei den Arbeitsämtern unter den Tisch? Werden sie gezielt gelöscht? Verschwiegen? Vertuscht? Nicht weitergeleitet? Und falls ja, weshalb? Gibt es eine entsprechende interne Anweisung? Von wem? Soll auf diese Weise für das übergeordnete Ministerium Geld eingespart werden? Gibt es die Vorgabe, um mit gefälschten Zahlen, Erwerbslosen immer weniger Geld zur Verfügung zu stellen? Und: an wen geht das Geld, wenn ausgerechnet an den Erwerbslosen gespart wird?  Wer profitiert? Wer bereichert sich auf Kosten der Armen? Wird gezielt darauf gebaut: wer arm ist, hat keine Lobby? Wird gezielt auf Sozialneid und Stammtischparolen gesetzt, um Geld zu bunkern? Vor allem: für wen?

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puppet string photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

Sind erwerbslose Freiberufler, also der Kern unserer Gesellschaft, der sozialen Marktwirtschaft, störend für diejenigen, die sich bereichern wollen? Sie passen nicht in´s Bild, das Stammtischparolen auch in den Medien zeichnen. Ist auch dies gemeint mit der Aussage, es gebe „nur wenig differenzierte Informationen über Selbstständige.“ Privatfernsehen und öffentlich-Rechtliche unterscheiden sich diesbezüglich leider nur wenig. Es werden Klischees verstärkt. Erwerbslose werden meist nur gezeigt, wenn sie unattraktiv, unwissend und hilflos erscheinen.

Woran das liegt, und das auch der Arbeitsamtsleiter eine ziemlich armselige Figur abgibt, wenn er so unter Druck gesetzt wird, wie es Erwerbslose erleiden, das ist bislang weder im deutschen Fernsehen, noch in Printmedien veröffentlicht worden.

Die Fakten sprechen gegen die Klischees:

Das Arbeitsamts-Institut schreibt:

„Im Durch­ schnitt verfügen selbstständige Aufstocker über eine deutlich bessere Qualifikation als abhängig er­werbstätige Aufstocker und als alle erwerbsfähigen Grundsicherungsbezieher (vgl. Tabelle 1b). So liegt der Anteil der Personen mit (Fach­)Hochschulreife bei den selbstständigen Aufstockern (34 %) sehr viel höher als bei den abhängig erwerbstätigen (10 %)“.

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Das klingt aber mehr nach der Mitgliedsliste der FDP und des Mittelstandsvereins der CDU als den Stereotypen von Arbeitslosen.

Fazit:

die Elite dieses Landes geht vor die Hunde.

Deutschland ist dabei, ausgerechnet die Elite auf das Niveau eines Entwicklungslandes zu drücken.

Deutschland wird zum 3. Welt-Land.

„Der beachtliche Anteil von Wissen­schaftlern/Akademikern        (16 %) erklärt sich ins­besondere durch Selbstständige in künstlerischen Berufen wie Komponisten, Musiker, Sänger, Schau­Spieler oder Designer. Daneben finden sich in dieser Kategorie freiberufliche wissenschaftliche Lehrkräf­te oder Sprachdienstleister und Handwerks­betriebe.“

Dies schreibt das Institut der Bundesarbeitsagentur.

Langfristige Verträge, womöglich auf Lebenszeit, gibt es im Deutschland des Jahres 2012 kaum mehr. Immer mehr Menschen arbeiten entweder mit Arbeitsverträgen von kurzer Laufzeit, oder sind (Schein-) selbständig.

Dies ist die deutsche Arbeitswelt-Wirklichkeit im Jahr 2012.

Darauf scheint aber die Bundesagentur entweder nicht vorbereitet zu sein, oder es gibt die Anweisung, die Wirklichkeit der modernen Arbeitswelt zu ignorieren. Dann aber handeln Beschäftigte der Bundesagentur für Arbeit ihrem gesetzlichen Auftrag zu wider.

empeach the president

heißt es in den USA, wenn Regierungs-Repräsentanten ihrem gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Auftrag zu wider handeln.

Eine Bundesagentur für Arbeit und Arbeitsämter, die deutsche Arbeits- und Wirtschaftsrealität weder abbilden, noch aktiv kommunizieren, handeln fragwürdig. Denn sie zeichnen ein falsches Bild derjenigen, für die sie arbeiten sollen. In der Juristenwelt ist das Mandantenverrat.

In Behörden heißt dasselbe Delikt „Verletzung der Garantenpflicht“.

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Susanne.Haerpfer@bits.de

Das Institut für Arbeit versucht offenbar, dies zu ändern. Die Autoren weisen explizit darauf hin, wie hoch motiviert erwerbslose Freiberufler sind:

„Anders als bei ab­hängiger Beschäftigung – bei der es selbst ohne Tarifbindung eine Untergrenze gibt, ab der Löhne gesetzlich als sittenwidrig eingestuft werden – ist der „Selbstausbeutung“ Selbstständiger keine solche Grenze gesetzt. Fast zwei Drittel der selbstständigen Aufstocker erwirtschaften weniger als 5 Euro (net­ to) pro Stunde. Damit ist das „Niedrigeinkommen­ Segment“ unter ihnen größer als unter den abhängig beschäftigten Aufstockern (Dietz et al. 2009).“

Ausgerechnet diejenigen, die am meisten arbeiten, erhalten offenbar bislang kaum Geld. Sie gaben der Studie den Titel „Viel Arbeit für wenig Geld“.

Eine Schere klafft zwischen Leistung und Bezahlung. Dies ergibt sich aus der Studie des Arbeitsamts. Das IAB betont, wie überdurchschnittlich die erwerbslosen Freiberufler sind. Dies hat mich zu folgender Frage an´s Institut gebracht:

„Wie tragen Sie diesem Ausbildungs-, Kenntnis-, Erfahrungs- und Arbeits-Hintergrund sowie „hoher intrinsischer Motivation“ (Zitat) Rechnung?

Zugespitzt formuliert:

Hat Hartz IV die DDR bei uns eingeführt? Gibt es den realen Sozialismus? Werden Akademiker mit jahrelanger Berufserfahrung, Mehrsprachigkeit und Auslandsaufenthalten von Ihnen genauso bezahlt wie ein ungelernter Hilfsarbeiter?

Antwort des Arbeitsamts:

“ Hartz IV (die Grundsicherung)orientiert sich nicht an Bildungsabschlüssen, sondern am Mindestbedarf, den Personen in Deutschland haben.   Finanziell Rechnung trägt der Bildungsabschluss Arbeitslosen wenn dann im Arbeitslosengeld I-Bezug. Dort wird bei der Berechnung das letzte Gehalt zugrunde gelegt, das bei Akademikern meist höher ist als bei Personen mit niedrigeren Abschlüssen.   Um zu erfahren, wie viele aufstockende Selbstständige Nachzahlungen von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhalten haben oder aber erklagt haben, wenden Sie sich bitte an die Statistik der BA. Sie erreichen das Datenzentrum unter: Email: statistik-datenzentrum@arbeitsagentur.de

Sollte diese Antwort zutreffen, heißt dies:

Die Bundesagentur für Arbeit, die Arbeitsämter und das verantwortliche Ministerien haben die DDR in Westdeutschland eingeführt. Denn nichts anderes ist es, wenn Akademiker mit umfangreicher Berufserfahrung nicht mehr Geld erhalten als ein ungelernter Hilfsarbeiter.

Das ist das Gegenteil von Leistungsgesellschaft.

Leistung soll sich lohnen.

Ein Hohn.

Ein Hohn gegen all jene, die – Zitat: arbeiten bis zur Selbstausbeutung.

Das ist Kuba mitten in Deutschland, nur ohne die Sonne und das Flair.

Empeach the president!

Zumal:

Das Arbeitsamt gegen die eigenen Vorschriften verstößt.

Denn:

Es gibt durchaus Bestimmungen, Regeln und Verordnungen für die Zielgruppe der Hochleister, für de Zielgruppe der Elite, also für die

erwerbslosen Freiberufler.

Unter der ulr http://www.forium.de/rechner-arbeitslosengeld.html

sowie

http://www.erwerbslosenforum.de/hartz_iv/dusseldorfer_tabelle_2007_232007230623_187_1.htm?phpMyAdmin=ASU3b4RbdQuBXuReAAKUIf6MkMc

ist öffentlich zu lesen:

„Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nach dem Gehalt der letzten zwölf Monate vor der Arbeitslosigkeit. Hat der Arbeitslose im vergangenen Jahr nicht mindestens 150 Tage (Bemessungszeitraum)

sozialversicherungspflichtig gearbeitet, wird der so genannte

Bemessungsrahmen auf zwei Jahre ausgedehnt.

Kommen auch in diesem Zeitraum

keine 150 Tage mit versicherungspflichtiger Tätigkeit zusammen, nimmt man

ein fiktives Gehalt als Berechnungsgrundlage. (…)

Tipp: Wer nur ein geringes Arbeitslosengeld erhält, hat möglicherweise

Anspruch auf zusätzliche Leistungen zur Grundsicherung“

Weil´s entscheidend ist, sei wiederholt:

               „Kommen auch in diesem Zeitraum

keine 150 Tage mit versicherungspflichtiger Tätigkeit zusammen, nimmt man

ein fiktives Gehalt als Berechnungsgrundlage. (…)“

Also das, was ein erwerbsloser Freiberufler verdienen würde, gäbe es noch Festanstellungsverträge in diesem Land. Dies ist im Minimalfall der Tariflohn, eigentlich aber das, was ein Freiberufler mit seinem Arbeitgeber als Gehalt außertariflich aushandeln würde. Und das ist bei der beschriebenen Gruppe der gut ausgebildeten Freiberuflichen Akademiker mit Berufserfahrung eine Summe, bei der an´s Erwerbslosengeld mehrere Null-Ziffern dranzuhängen sind – nebst Verzugs- und Versäumniszinsen und eine kräftige Entschädigung, wenn das Geld über einen längeren Zeitraum vorenthalten wurde und so ein Reputations- und Geschäftsschaden entstanden ist. Was meist immer dann der Fall ist, wenn ein Freiberufler kein Geld erhält vom Arbeitsamt aber laufende Kosten bezahlen muß.

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Susanne.Haerpfer@bits.de

Für erwerbslose Journalisten wird dieser Hinweis ergänzend bestätigt durch:

http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?id=43495f42105ca&view=&si=4b811265878e3&lang=1“ \t „_blank“ http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?id=43495f42105ca&view=&si=4b811265878e3&lang=1

Die Antwort des Statistikzentrums der Arbeitsagentur fehlt noch

Geld vom Arbeitsamt ebenso.

Über mich, die Autorin dieses Artikels:

Freiberufliche investigative Journalistin mit mehr als 20 jähriger Berufserfahrung in den Bereichen Fernsehen, Foto, Zeitung, Zeitschrift und online-Medien arbeitet für renommierte Medien, erhält jedoch ihr Honorar und Aufwandsentschädigung nicht. Damit hat sie Anspruch auf Leistungen des Arbeitsamts. Dieses zahlt jedoch nicht. Dadurch wird die Journalistin in den finanziellen Ruin getrieben, ihre Existenz vernichtet. Dieses gilt es, wieder gutzumachen. Und zwar dadurch, dass die Summen auf ihr Konto überwiesen werden, die bereits seit 2007 hätten gezahlt werden müssen. Außerdem muß eine Wiedergutmachung gezahlt werden, der immense Reputationsschaden ausgeglichen werden durch Zahlung.

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Für alle gilt:

„Verzögern Behörden die Erledigung ihrer Aufgaben in unzumutbarer Weise, stehen dem Bürger u.U. Schadensersatzansprüche gegen den Staat zu. So hatte der Bundesgerichtshof  jetzt geurteilt.“

Gemeinsam gegen Rechtsradikale –

der beste Schutz vor Rechtsradikalen Ausschreitungen in Deutschland besteht darin, den Bürgern in diesem Land nicht ihr Recht, sprich Geld vorzuenthalten. Wer sich nicht drangsaliert und im Stich gelassen fühlt, und nicht verarscht ohne Ende, der wird sich auch nicht in einer Notwehrsitutation befinden. Wer nicht dauernd um das kämpfen muß, was eigentlich in Gesetzen und Verordnungen garantiert ist, der wird allen Extremen, die doch nur den Verursachern in die Hände spielen, eine Abfuhr erteilen.

Wenn aber das Deutsche Grundgesetz ausgehöhlt wird, weil jeder, der sich darauf beruft, eine Massenaussendung erhält, in der das Bürgerliche Gesetzbuch ausgehebelt wird mit den Worten, man werde keine Chance haben, und daher wird es weder zu einer echten inhaltlichen Prüfung kommen, noch zu einer echten, idealtypischen Gerichtsverhandlung, weil das Recht und Gerechtigkeit für Geringverdiener zu teuer sei; und mit dieser Begründung – mal mehr oder weniger geblümt formuliert, wird ein Anwalt verweigert, und dies über Jahre, der wird dieses Deutschland für rechtloser als Guantanamo halten. 

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Susanne.Haerpfer@bits.de in Burma