AUS GEGEBENE ANLASS

Die Berliner Morgenpost schreibt heute

http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article111959806/Jobcenter-wollen-Klageflut-eindaemmen.html“

Dieser Artikel ist Arbeitsamts-Propaganda: offenbar geschrieben, ohne mit denjenigen gesprochen oder gemailt zu haben, die klagen.

Der eigentliche  Skandal liegt darin, daß Tausenden Arbeitslosen ihr Recht, sprich Geld vorenthalten wird. Ausgerechnet diejenigen, die erwerbslos sind, werden gleich mehrfach geschröpft: Durch die Erwerbslosigkeit. Durch den Zeitmangel, in diesen Zeiten nicht nur das laufende Geschäft abzuwickeln, sondern zeitgleich für die Zukunft zu kämpfen und den bisherigen Job ordentlich zu erledigen.

Erwerbslosigkeit:

das sind plötzlich drei [3] Jobs gleichzeitig,

statt ein einziger –

allerdings ohne einen Pfennig Bezahlung.

Und das bei laufenden Kosten. Die können sie nur dann korrekt bezahlen, wenn sie Geld erhalten. Zahlt das Arbeitsamt nicht, bzw. erst nach Jahrelangem Rechtsstreit (sic!), bekommen bislang unbescholtene Bürger plötzlich Drohbriefe von Inkassofritzen und werden von rabiaten Gerichtsvollziehern unter Druck gesetzt und binnen Sekunden durch die Polizei in Hausschuhen aus der Wohnung in den Knast geschleift. Dies ist keine Prosa, sondern Realität in Deutschland. Selbst erlebt, und dies als Journalistin, liebe Kollegen.

Offenbar geschieht soviel Unrecht in diesem Deutschland, daß sehr viele gezwungen sind, um ihr Leben zu kämpfen. Denn diejenigen, die sich an die Gerichte wenden, sind meist keine dickköpfigen Querulanten Marke Kulturbeflissene Wohlstandsbürger, sondern Menschen, denen der Arsch auf Grundeis geht, um es einmal sehr deutlich zu sagen.

Auf dem Papier stehen Gesetze, Verordnungen, Regulierungen. Auf dem Papier sieht alles wohlfeil aus. Darauf verlässt man sich. Das hat man in diesem Land so gelernt. Ein Arbeitsvertrag ist schließlich auch ein Arbeitsvertrag. Bis man in die Hände von Betrügern fällt. Und nichts anderes sind die Arbeitsämter, die den Erwerbslosen das vorenthalten, was auf dem Papier garantiert ist.

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law in theory and reality  seen at oeking photographed by susanne haerpfer

Gemäß Gesetz, Verordnungen und Regulierungen mueßten Arbeitsämter zahlen, ohne zu Zicken. Doch die zahlen nicht. Die Behörden gebaerden sich wie Trickbetrueger [klag doch] – wohl wissend, daß sie am laengeren Hebel sitzen,  nämlich auf einem Berg von Geld und Computern.  Und mit Hilfe der computer werden dann diejenigen, die um ihre Existenz kaempfen im Sekundentakt mit Textbausteinen und einer Schlammlawine von falschen Bescheiden, Ablehnungen und Drangsal zugemuellt, bis diejenigen, die nur auf das pochen, was ihnen gesetzlich zusteht, zusammenbrechen.

Und das wird ihnen dann auch noch vorgeworfen. Ausgerechnet die Opfer werden dann verhöhnt – als wohl „überfordert“. D a  s ist zynisch. Noch zynischer ist es, wenn sich Journalisten dafuer hergeben, diese Arbeitsamts-Propaganda zu verstärken. Statt sich für die Opfer einzusetzen.

Vielleicht sinkt auch deshalb die Auflage von so mancher Tageszeitung.

Wenn sich nämlich die Leser verarscht fühlen, nicht repräsentiert, weshalb soll man dann die Zeitung kaufen, die gemeinsame Sache macht, mit denjenigen, die einem die Existenz abstreiten und bedrohen?

An wen sollen sich Betroffene wenden? An die „Hilfs-Industrie“? Die gemeinsame Sache mit den Tätern machen. Erst arm gemacht, und sich dann als angeblicher „Helfer“ aufgeschwungen, das garantiert den Tätern doppelten Lohn, und nimmt den Betroffenen alles.

Das einzig Richtige in diesem Artikel ist der Satz, das Erwerbslosengeld im Vorhinein bewilligt und gezahlt werden soll. Das hat das Gesetz so garantiert. Doch gegen dieses Gesetz wird verstoßen. Durch diejenigen, die es eigentlich zu befolgen hätten: Arbeitsämter.

Es wird nicht gezahlt, dh es liegt ein massiver Gesetzesverstoß durch die Arbeitsämter vor. D a r i n liegt der eigentliche Skandal. Der eigentliche Beitrag. Die zitierte Garantie wurde auf dem Papier geschaffen, weil Menschen gearbeitet haben, aber dann das Geld nicht erhielten oder erst mit erheblicher Zeitverzögerung und dann auch nur einen Teil. Und dies bei laufenden Ausgaben. Dies fuehrt zu Not, und die gilt es durch die Arbeitsämter erst gar nicht entstehen zu lassen. Stattdessen weigern sich Arbeitsämter zu zahlen. Und deshalb klagen Menschen. Doch statt ihr Recht d.h. Geld zu erhalten, wird man nur mit einer Schlammlawine aus Behörden-Massenaussendungen, Rufmordakten und Drangsalierern konfrontiert. Auch ich warte noch immer auf mein Recht und mein Geld. Und das seit 2007.

Lieber Berliner Morgenpost: bieten Sie mir einen journalistischen Arbeitsplatz? Korrespondentenstelle in Hamburg? Feste freie Tätigkeit? Dann wäre ein Anfang gemacht. Vielleicht hülfe mir auch Ihr Hausjurist dabei, meine Geldforderungen seit dem Jahr 2007 wirksam

bei den Behörden einzutreiben? Dann erführen beide Seiten, was es heißt, bei laufendem Geschäft um´s Geld kämpfen zu sollen.

Mit freundlichen Grüßen, Susanne.Haerpfer@bits.de