Am 21. Dezember 1988 zerschellte die Boeing 747-121 bei Lockerbie.

Die wirklichen Schuldigen sind noch immer nicht bekannt. Verurteilt worden war der Libyer Megrahi. Im Januar 2001.

Er war beschuldigt worden, einen Terroranschlag gegen die Passagiermaschine verübt zu haben. Er legte Berufung ein, und starb dieses Jahr. Verschiedene Theorien wurden veröffentlicht, wer die möglichen Hintermänner gewesen sein könnten. Viele Dokumente wurden zusammengetragen. Möglicherweise zu viele. Denn durch die Flut von einzelnen Aspekten ging die Übersicht verloren. Der jetzige Jahrestag des Flugzeugabsturzes bietet einen Anlaß, einen genaueren Blick zu werfen auf Aspekte des Flugzeugabsturzes. Dazu gehört es auch, zu hinterfragen, ob es sich wirklich um einen Terroranschlag konventionellen Typs gehandelt hat. Bzw. ob mehrere Faktoren zum Unglück geführt haben, und vor allem welche. Dazu gehört, die Unfall-Untersuchungsberichte der Britischen Luftfahrt-Behörde genau zu lesen.

Einen weiteren Ansatzpunkt für weitere Nachfragen hat der Reporter Wilhelm Dietl in seinem Buch „Schattenarmeen“ geliefert. In dem Buch beschäftigt er sich zum einen mit Akteuren des Arabischen Sprachraums. Zum anderen legt er die Fährte zu technischer Ausrüstung, mit der weltweit Anschläge verübt werden: Technik, Made in Germany und Made in USA. Der (frühere) Redakteur des Focus schreibt über einen Abteilungsleiter in Libyen:

„In seinem telex hieß es kryptisch, es ist nur möglich, auf dem Weg über die Palästinenser, die Amerikaner mit den Waffen zu schlagen, die es bei Ihnen gibt. Die Empfänger kapierten das.“

„Die dortigen Sicherheitsbehörden hatten sich für Störsender interessiert, die Funkgesteuerte Terrorbomben neutralisieren sollten. Ein Treppenwitz der Geschichte“, schreibt der Autor.

Denn: ein Mann aus Norddeutschland habe diese Elektronik geliefert. Dessen Name ist identisch mit einer Hauptfigur im Fall Barschel. Dies schreibt der Autor nicht. Sondern: In den Ermittlungsakten zum Tod Uwe Barsches heißt es explizit, die Staatsanwaltschaft Lübeck sei über eine Schnittmenge der Fälle Lockerbie und Barschel gestoßen.

Anlaß also, nachzufragen.

„Ich sehe mich leider außerstande Ihre Fragen beantworten zu können“, heißt es auf meine Anfrage am 18. Dezember dieses Jahres. Eine zweite Frage wird ähnlich beantwortet: man habe damit nichts zu tun.

Wie es dann zu den sehr expliziten Schilderungen im Buch hat kommen können, wollte ich vom Autoren wissen. Bislang habe ich keine weitere Erläuterung erhalten.

Fest steht jedenfalls: dieselbe Technik, die verhindert, daß Bomben gezündet werden können, bewirkt auch das Gegenteil. Denn Elektronik unterdrückt nicht nur Funkimpulse, sie schaltet sie auch frei und verstärkt sie sogar. Vereinfacht gesprochen ist dies der Grund, weshalb an Tankstellen Handys ausgeschaltet werden sollen.

Grund genug also, nachzufragen.

Denn vergleichbare Technik setzen Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ein.

Und auch die Personenschützer des Libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri sollen mit immobilizern gearbeitet haben. „Wenn der Konvoi rollte, war Funkverkehr untersagt. Die bodyguards stellten in jede ihrer Fahrzeuge einen starken Störsender an, der ferngesteuerte Bomben rechtzeitig erkennen und neutralisieren sollte“, schreibt Wilhelm Dietl. Er schreibt nicht, ob es genau diese starken Funkfrequenzen waren, die den Lkw zur Explosion brachten, an dem Hariri vorbei fuhr.

symbolic photo by SI(E)H

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Welche Elektronik war in der Passagiermaschine im Einsatz, die zerschellte? Welcher Funk war zu Lande zu dem Zeitpunkt im Einsatz? Und welche auf welchen Schiffen, die zum Zeitpunkt des Crashs zur See waren? Welche Militärmaschinen waren zum Zeitpunkt des Lockerbie-Unglücks in der Umgebung? Diese Fragen stellt Wilhelm Dietl nicht. Solche Fragen ergeben sich, wen man die Luftfahrtuntersuchungsberichte akribisch liest. Die Bewohner Lockerbies berichten von einem Ohrenbetäubenden Lärm:

„The noise appeared to come from a meteor-like object which was trailing flame and came down in the north-eastern part of the town. A larger, dark, delta shaped object, resembling an aircraft wing, landed at about the same time in the Sherwood area of the town. The delta shaped object was not on fire while in the air, however, a very large fireball ensued which was ofshort duration and carried large amounts of debris into the air,the lighter particles being deposited several miles downwind.Other less well defined objects were seen to land in the area.“

Original-Zitat des Hauptdokuments zum Unfall-Ort Lockerbie am 21. Dezember 1988.

Der Sender N 24 strahlt zur Zeit Magazinbeiträge aus, die sich mit Testflugkörpern der stealth-Technik beschäftigen. Und N 24 hat vor zwei Tagen einen Magazinbeitrag gesendet, in dem es heißt, die Suche nach dem Wrack der Titanic diente dazu, einen Vorwand zu liefern, damit die US-navy mit großem Aufwand im selben Gebiet nach zwei verloren gegangenen U-Booten suchen konnte, die Atombomben an Bord hatten.

Wer aus der Geschichte lernt, muß also einen Analogieschluß ziehen und fragen, welche weiteren Ereignisse von militärischer Bedeutung fanden möglicherweise statt, die mit Schuld hatten am Absturz der Passagiermaschine über Lockerbie am 21. 12. 2012?

von Susanne.Haerpfer@bits.de

I am working as journalist for television (Regie inklusive = US production), print and online media as well as photography on assignment or fully employed

vgl. u.a.

http://www.aaib.gov.uk/cms_resources.cfm?file=/dft_avsafety_pdf_503158.pdf