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visuals and text by: susanne.haerpfer@bits.de

„Europas Gewässer werden auf viel zu wenige Stoffe untersucht und die Grenzwerte sind zu hoch. Nach unseren Daten können nur 15 Prozent der Gewässer als wirklich sauber gelten. Rund die Hälfte ist dagegen deutlich beeinträchtigt“, sagt  Ökotoxikologe Peter von der Ohe vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig.

Zu sehen war dieses bemerkenswerte Statement im Feature „Chemie im Wasser“ auf ARTE:

http://videos.arte.tv/de/videos/chemie-im-wasser–7297210.html

Am 10. Februar 2013 soll die Dokumentation wiederholt werden. Im internet ist sie bereits jetzt abrufbar.

Wunderschön gedreht: rote, blaue Farbspiegelungen der Glaskolben, in die Unschärfe gezogen – Optik und Inhalt verbunden.

Es geht um REACH – auch wenn der Name nicht fällt. Es geht darum, Chemikalien zu verbieten, weil sie gefährlich sind. Der Experte des Helmholtz-Zentrums tritt mit seinem Statement gegen seine Kollegen anderer Zentren an; auch dies wird so deutlich nicht herausgearbeitet. Präzise hingegen der Hinweis des Ökotoxikologen: Einige Chemikalien werden an Wasserflöhen getestet. Selbst wenn der nicht sofort seine Fühler von sich Strecke, heißt das noch lange nicht, daß eine Chemikalie ungefährlich ist. Denn: Giftstoffe reichern sich über die Zeit im Körper an und gelangen in die Nahrungskette. Dies werde bei den Tests nicht berücksichtigt. Die Konzerne finden das zu teuer, so der kritische Fachmann. Außerdem warnt von der Ohe, die Interaktion einer  Chemikalie mit anderen auf eine Vielzahl von Lebewesen wird bislang nicht getestet. Damit würden nur die allerschlimmsten Gifte zeitnah auffallen. Alle anderen vergiften uns schleichend. Entgegen den Werbeversprechen sei das Leitungswasser nicht sauber und rein, sondern durch Chemikalien und Pharma-Mittel belastet.

Eine informative Sendung, gut anzuschauen obendrein.

Das i-Tüpfelchen wäre ein Follow-up:

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motto photo by: susanne.haerpfer@bits.de

denn: bereits jetzt werden zahlreiche Gifte im Wasser nicht gefunden. Seit einigen Jahren werden immer mehr Kosmetika, Pharma-Mittel, Nahrungsmittel und Gegenstände hergestellt, die auf Nanotechnik basieren – also einer Technik, die auf winzig-kleinen Teilchen beruht. So winzig, daß sie die Blut-Hirn-Schranke überwinden, durch die Haut dringen und Lungen-gängig sind. Die Pharmakonzerne preisen diese Fähigkeiten. Doch: die Mittel überwinden die Blut-Hirn-Schranke immer, sie dringen immer durch die Haut, und immer in die Lungen ein. Asbest ist nichts dagegen. Nano-Teilchen sind nicht aufspürbar. Sie vergößern das Problem, das der Helmholtz-Wissenschaftler in der TV-Sendung beschreibt. Nanotechnik macht Gift unsichtbar und deshalb gefährlicher als den Dreck, den man zumindest sah.

von: Susanne.Haerpfer@bits.de

freie Fernseh-Journalistin

Vor den Gefahren durch Nanotechnik habe ich bereits 2000 gewarnt in der Frankfurter Rundschau und in Themenvorschlägen an Frontal 21 und weitere TV-Sender.