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Ab heute treffen sich Experten aus der ganzen Welt in Berlin zum Polizeikongress. Thema: cyber-Kriminalität.

Cybercrime kann mehr sein als die spontane Assoziation: ach so, Viren. abstürzende computer, internet-Abzocke und Betrug.

Cybercrime kann auch bedeuten: Geldwäsche. Ablenkmanöver  für andere Verbrechen. Kann den Deckmantel bieten für Verbrechen, die so lukrativ sind, daß sie legal erscheinen. Cybercrime heißt nicht automatisch virtuell. Cybercrime schafft neue Identitäten, verwischt Spuren, bietet Hintermännern und Auftraggebern Schutzräume. Wirtschaftskriminalität, „Nigeria-connection“ und „wash-wash-money“ – all dies erhält durch die Schnelligkeit und Perfektion von Datenverarbeitung eine neue Dimension. Anlaß, zu erinnern an eine Pressemitteilung des Bundeskriminalamts vom 26. Oktober 2012, die im Getöse der Aktualität untergegangen zu sein scheint:

„Zur Bekämpfung des westafrikanischen Menschenhandels hat in den Abendstunden des 25.10.2012 erstmals eine europaweite Kontrolle stattgefunden.  (…  )

Ziel der Maßnahme war es, Opfer von Menschenhandel aus Westafrika zu identifizieren und Hinweise auf Menschenhändler zu erlangen.

Die Ergebnisse der Teilnehmerstaaten werden bei EUROPOL zusammengeführt, um Schlüsselpersonen des Menschenhandels in Europa sowie mögliche Organisationsstrukturen zu identifizieren.

In Deutschland haben das Bundeskriminalamt und mehr als 90 Polizeidienststellen aus zwölf Bundesländern Bordelle und bordellähnliche Betriebe kontrolliert. Die Bundespolizei führte flankierende Kontrollen an deutschen Flughäfen durch. Nach vorläufigem Stand wurden mehr als 160 westafrikanische Frauen angetroffen.

Wie bereits bei den nationalen Kontrolltagen in den vergangenen Jahren, gibt es auch dieses Mal Anhaltspunkte dafür, dass einige der überprüften Frauen Opfer von Menschenhandel wurden. Die diesbezüglichen Ermittlungen dauern an.

Seit Jahren beobachten die Polizeien der Länder und das BKA das Phänomen des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung von Frauen aus Westafrika intensiv. Die bisherigen Ermittlungen zeigen, dass ein internationales Netz von westafrikanischen Zuhältern, eingeschleusten Prostituierten, Geldwäschern, Passverleihern, Dokumentenfälschern und Schleusern existiert. Nach der Anwerbung im Heimatland werden die Opfer nach Europa eingeschleust und mit gefälschten Personaldokumenten an Prostitutionsbetriebe vermittelt. Die Täter nutzen den u. a. in Westafrika verbreiteten Glauben an „Voodoo“ als Druckmittel, um so ihre Opfer einzuschüchtern und ihren Widerstand gegen die Täter zu brechen.

Wie das Lagebild Menschenhandel 2011 aufzeigt, spielen polizeiliche Kontrollmaßnahmen bei der Identifizierung von Opfern und der damit verbundenen Aufhellung des Dunkelfeldes nach wie vor eine wesentliche Rolle.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: „Diese erste europaweite Kontrollmaßnahme ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die komplexen und schwer zu ermittelnden Tatstrukturen im Bereich des Menschenhandels aus Westafrika aufzuklären. Die Maßnahme zeigt, dass die staatenübergreifende Zusammenführung von Informationen sowie koordinierte Maßnahmen gegen den Menschenhandel wichtig sind, um Strukturen zu erkennen und erfolgreich bekämpfen zu können. Nur so ist eine nachhaltige Verbesserung der Lage für die Opfer zu erreichen.“

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Rob Wainwright, Direktor von Europol, zu der Kontrollaktion: „Die Zusammenarbeit zwischen Europol und unseren internationalen Partnern im Bereich der Strafverfolgung ist von größter Wichtigkeit, wenn wir die Schlüsselpersonen, die mit schutzlosen Frauen aus Westafrika handeln und diese ausbeuten, der Justiz zuführen wollen. Europol wird solche Fälle weiterhin mit seinen hochqualifizierten Analytikern und einzigartigen technischen Möglichkeiten proaktiv unterstützen.“

Ansprechpartner: EUROPOL CORPORATE COMMUNICATIONS: Tel.: 0031 70 302 5001; E-Mail: corporate.communications@europol.europa.eu BKA-Pressestelle: Tel.: 0611/551 3083; E-Mail: pressestelle@bka.bund.de“

https://www.bka.de/nn_196810/sid_9995478FFBE3BA38797ED12CCA821B4D/SharedDocs/Downloads/DE/Presse/Pressearchiv/Presse__2012/

Damit greifen Bundeskriminalamt und Europol das auf, was das BKA bereits 2006 auf der Herbsttagung vorgestellt hatte. Damals ging es um „Geldtransfers in Höhe von ca. 3 Millionen Euro“.

In Zeiten von Hartz IV

von besonderer Bedeutung.

Denn: je mehr Menschen in Deutschland in die Armut gezwungen werden, desto anfälliger werden sie für illegale Geschäftemacher. 

Je mehr Deutsche gezwungen werden, als 1-Euro-Jobber zu arbeiten,

weil ordentliche Betriebe angeblich nicht genügend Rendite erwirtschaften, der Profit nicht hoch genug ist, desto mehr werden Kriminelle unterstützt.

Denn: ein Zweig ist garantiert der Traum eines jeden Aktionärs:

Organisierte Kriminalität.

OK-incorporated kann die Gewinnsteigerung garantieren, die mit ehrlicher Arbeit ohne Ausbeutung nicht zu machen ist. 

Menschenhandel, Zwangsprostituion, Drogenhandel, Giftmüllschieber, Mord, Erpressung, all das hat auch einen legalen Anstrich.

Bei dem alle mitmachen, keiner nachfragt, der nur fünf Euro die Stunde bekommt.

Cybercrime, Geldströme umlenken – das ist doch ein „sauberer Büro-job“, oder? Wer wird denn Fragen stellen, wenn einem der deutsche Staat in Form des Arbeitsamts, der Jobcenter und des Amtsgerichts im Nacken sitzt?

Das ist jetzt aber übertrieben, werden einige einwenden, den Kopf schütteln, ungehörig rufen? Nein, genau das ist die nötige Verknüpfung dessen, was zusammengehört. Die Kriminalität in Deutschland ist Hausgemacht.

Man kann nicht immer höheren Profit verlangen, und dies auch noch Recht nennen. Man kann nicht Tausende Menschen entlassen und erwarten, daß diese sich loyal verhalten.

Man kann nicht mit zweierlei Maß messen.

Wer das Aktienrecht nicht ändert, wird Deutschland wie es einmal war, von innen aushöhlen. 

Terrorismus wird zunehmend eine Sektion der Wirtschaftskriminalität: Wozu Anschläge verüben, wenn man Deutschland kaufen kann?

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global economy – global organized crime – motto photo by Susanne.Haerpfer@bits.de

Abfallbeseitigung, Atomindustrie, Ölförderung, Energie und Infrastruktur machen abhängig und bieten so hohe Gewinnmargen, daß ganze Landstriche aufgekauft werden können. Wer freut sich nicht über einen Investor, wenn Dreiviertel der Bevölkerung Niedriglöhne erhält.

Wer wirklich den Inhalt seiner Arbeit selbst bestimmen kann, kann ein glücklicher, selbständiger Unternehmer sein. Wenn er nicht drangsaliert wird. Durch die Vorgaben und Erwartungshaltungen, die andere in Konzernen haben. Wenn nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Einnahmen decken die Ausgaben. So sah einmal eine solide Haushaltsführung aus. Nicht in Zeiten von gierigen Aktionären. Immer höher soll der Gewinn sein. Wie ist das zu erreichen?

Wetten auf Verluste, Wetten auf Unglücke und Katastrophen, die man selbst herbeiführt, bieten hohe insider-Gewinn-Margen. Jungmanager und Büromitarbeiter ohne Unrechtsbewusstsein bieten das Umfeld, in dem Organisierte Kriminalität gedeiht. Solange Skrupellosigkeit eine gewollte Eigenschaft in Führungsetagen ist, Unrecht als angebliches Durchsetzungsvermögen und „Beißvermögen“, nicht nur nicht sanktioniert, sondern vielmehr belohnt, ja gefordert wird, solange wird Organisierte Kriminalität wachsen. Und Deutschland übernehmen.

Die „Blofeld-AG“ aus James Bond-Filmen hat mehr mit der bundesdeutschen Wirklichkeit zu tun, als es manche wahrhaben möchten.

Der jetzige Kongress bietet die Gelegenheit, Tacheles zu reden.

Damit nicht Ermittler, die noch an ihre ursprüngliche Aufgabe glauben, vor den Karren gespannt werden von Leuten, die sie eigentlich bekämpfen sollten. Cui bono, wem nützt es, allein diese Frage zu stellen und ihr nachzugehen, ist zum Luxusgut geworden.

Damit sich dieses ändert, muß einmal der Status quo klar benannt werden. Sonst geht all jenen, die sich der Suche nach dem wahren Hintergrund widmen, wie dem kleinen, traurigen Roboter-Bagger Wally, der als letzter Überlebender auf einer völlig verdreckten, zerstörten Erde, jeden Morgen aufsteht, und all den Dreck zu kleinen, handlichen Päckchen presst und diese dann stapelt, ordentlich in Reihen. Bis er eines Tages doch noch eine kleine Blume findet.

Wahrheitssuche sollte nicht als Orchideenfach bespöttelt werden. Es geht uns alle an.

In Zeiten der globalen Wirtschaftskrise.

Müssen sich zu viele verrechnet haben. Oder gemeinsame Sache gemacht haben, mit jenen, die genau wissen was sie tun.

Zeit also, sich des Themas Voodoo anzunehmen. Sei es als Ermittler, sei es als Journalist.

Voodoo ist keine bizarre Randerscheinung, sondern es geht um viel Geld. Beim öffentlichen, legalen Teil geht es z.B. um ein 133 Millionen US $ teures Projekt zum Aufbau eines Voodoozentrums in Benin.

Voodoo ist nicht automatisch gleichbedeutend mit illegal oder kriminell. Es gibt wunderschöne, traditionelle Formen, die allen nutzen. Riten, wie man sich auch in anderen Ländern findet. Gedankenübertragung, traditionelle Heilmethoden, Fernwirkung – alles von großer Bedeutung. Aber genau deshalb gilt es, sich intensiver zu beschäftigen, es nicht als bizarres Phänomen abzutun. Nur wer sich mit einem Thema beschäftigt, lernt, das eine vom anderen zu unterscheiden. Damit nicht wieder der Satz fallen kann: d a s habe man nun wirklich nicht voraussehen können. Doch. Man könnte.

Eigenleben - photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

Eigenleben – photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

Die Pressestelle schreibt über den

„Einsatz von erfahrenen muttersprachlichen Dolmetschern. Im EV Voodoo waren über 10.000 Telefongespräche in drei seltenen schwarzafrikanischen Dialekten zu übersetzen. (…)

Schließlich erleichterten die Dolmetscher auch die Ent- schlüsselung bestimmter Codewörter, wie z.B. das Wort „Schuh“, das „Aus- weis“ bedeutet. (…)

Viele dieser Maßnahmen bedingen aber eine Li- ve-Überwachung und -übersetzung der TKÜ. Daraus resultieren im Wesentlichen die Ermittlungskosten in Höhe von über 100.000 Euro.“

Mit Hilfe dieser Ausgaben „ist es gelungen, diese Gruppierung als international organisierte Geldwäscheorganisation zu enttarnen. Durchsuchungen in Deutschland und Irland führten zur Festnahme von fünf Geldwäschern“, heißt es in der Erklärung des BKA:

https://www.bka.de/nn_196810/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Herbsttagungen/2006/herbsttagung2006hillerLangfassung.html?__nnn=true

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motto photo: SI-e-H

Am 11.3.2005 stellte das BKA die Sonderauswertung über die

westafrikanische organisierte Kriminalität auf einer nationalen und einer internationalen Tagung vor. (SAW INWESTOR). Dazu stellte mir das BKA zunächst ein Hintergrundgespräch in Aussicht. Das wurde jedoch brüsk gecancelt, als ich nicht umschwenkte auf einen Kriminalitätszweig, sondern bei meiner Frage nach dem Voodoo-Hintergrund blieb.

Warum? Hatte der Beamte genau das erlebt? Gab es Einflussnahme beim BKA? Durch andere Behörden? Ministerien? Regierungskreisen?

Nach wie vor möchte ich wissen, welche Zusammenhänge entdeckt wurden.

Vielleicht gibt es ja jetzt eine Antwort? Und vielleicht interessiert sich eine Zeitung, Zeitschrift, eine online-Plattform oder ein Fernsehsender nicht nur für das Thema, sondern vergibt auch Aufträge und finanziert die Arbeit?

Damals fragte ich nach folgenden Zusammenhängen.

Kriminelle denken in langen Zeiträumen. Manche Ermittler vielleicht auch. Möglicherweise ist die Europol-Mitteilung ein Teil der Antwort auf meine Fragen und Vorschläge, die ich 2005 stellte?

Mich interessiert:

Laut Angaben der Leonberger Landeszeitung vom 22.4.03 sollen Beamte des OK Dezernats eine Gruppe von zwei Nigerianern und drei US-Amerikanern ausfindig gemacht haben, die Koks von Holland nach Stuttgart geschafft haben sollen. Laut STA soll sich eine Tina O. der Geldwäsche und des Schleusens Nigerianerinnen nach Italien und der Zwangsprostitution per

Voodoo schuldig gemacht haben. John O. soll 1998 von Anthony O. und der hinter ihm stehenden Organisation von Nigeria nach Deutschland geschleust worden sein. Er floh nach Spanien, am 12.6.02 verschleppten drei von Anthony O. geschickte Männer von Valencia nach Stuttgart. Dort wurde er in eine Wohnung in Korntal Münchingen gebracht. Er wurde gefoltert. Nachbarn

hörten dies und verständigten die Polizei. In einem späteren Verfahren sollten die Voodoopraktiken zur Sprache kommen – davon habe ich aber nichts mehr gehört. Parallel zu den Schleusungen sollen in Holland und England dutzende Afrikanerinnen aus Asylbewerberheimen verschwunden sein.

Laut dpa vom 28.7.05 und der Presseerklärung der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Schleuser sollen 200 Landes- und Bundespolizisten Wohnungsdurchsuchungen und Verhaftungen in Stuttgart, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen vorgenommen haben – Zwangsprostitution mit Voodoo als Druckmittel werden explizit genannt.

Außerdem meldete AP am 16.3.98, das Landgericht in Essen habe einen Nigerianer verurteilt, der als Voodoopriester Nigerianerinnen geschleust und zur Prostitution gezwungen habe. Die Frauen seien in´s Ruhrgebiet, Frankfurt am Main und Antwerpen gebracht worden. Der Mann habe zur Führungsriege einer internationalen Schleuserorganisation gehört.

AP meldete am 8.4.1997, in Hannover habe es eine Verurteilung mit Voodoo-Hintergrund gegeben. Die Gespräche seien in 15 afrikanischen Sprachen und Dialekten geführt wurden.

Dpa meldete im selben Jahr, im Essener Bordell Stahlstraße seien

Nigerianer verhaftet worden, die Frauen geschleust und mittels Voodoo zur Prostitution zwangen.

Am 18.11.04 meldete dpa, eine Nigerianerin sei von einem Voodoo-Arzt nach Köln geschleust und dann in ein Essener Bordell verschleppt worden.

Der Visaskandal

begann als kleine Meldung.

Die Visa-Affäre wurde zum großen Skandal mit Untersuchungsausschuss, weil einigen Bundespolizisten am Flughafen Köln/Bonn die Papiere aufgefallen waren. Nachfragten. Und weil es einen Todesfall in Kalkar gab. Über den es eine kleine Meldung in der Lokalpresse gab. Erst Lokaljournalisten und dann ich, als Freiberuflerin für den WDR (Plusminus, die Story Feature und Monitor) den Vorfall so ungewöhnlich fand, daß ich mehr Fragen stellte, der Sache nachging. Am kleinen roten Faden zog, bis ein riesige Knäuel draus wurde.

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open source beats secrecy – symbolic photo by Susanne.Haerpfer@bits.de

Vielleicht wird aus Voodoo Ähnliches.

Und dieses Mal möchte ich an den Veröffentlichungen beteiligt werden. Und nicht nur die Zeitaufwändige Vorarbeit machen, und dann, als das meiste recherchiert war, und der Untersuchungsausschuss eingerichtet, übernehmen die Journalisten von der Aktualität. Festangestellt, und von O-Ton zu Pressekonferenz und Stichwortgeber reisend.

Dieses Mal möchte ich zur Abwechslung von meinen Fragen, Ideen und Recherchen etwas haben: nämlich Fernsehveröffentlichungen als Autorin; vgl. meinem Feature „Leiche ohne Papiere“.

Mir scheinen die oben genannten Meldungen keine Einzelfälle, sondern Indizien für eine organisierte Struktur, die über Jahre und Ländergrenzen hinweg operiert.

Als Fotostrecke schlage ich vor, Farb-Fotos, die afrikanische

Voodoo-Rituale und Voodoo-Kultgegenstände in ihrer bizarren, fast abstrakten Schönheit darstellen, zu kombinieren mit Schwarz/Weiß-Fotos von den realen Schauplätzen und Beteiligten.  Als „Briefmarken“ für Umrandungen, Schleifen und/oder Aufsetzer für den Text sind ebenfalls Ankäufe denkbar, z.B. von Verhandlungen,

Museumsausstellungen, Reportagen, etc.

Der Sachverständige der Metropolitan Police/Scotland Yards ist ein Ansprechpartner.

map of London photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

map of London photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

Anlaß ist der Ritualmord in London. Um die Leiche zu identifizieren, befragten die Fahnder alle Londoner Schulen nach afrikanischen Schülern und stellten fest, daß 300 Kinder verschwunden waren. Scotland Yard vermutet, daß sie auch Ritualmorden zum Opfer fielen. Bekanntester, aber noch immer nicht gelöster Fall ist „Adam“. Der Torso eines vier-sechsjährigen Jungen wurde in der Themse gefunden.

In seinem Magen steckte eine giftige Bohne, in seinem Darm waren Knochenstücke sowie mit Gold und Quartz verzierte Tonscherben. Bis heute ist die Identität und Herkunft des Jungen nicht geklärt, und das, obwohl DNA-Analytiker,Forensiker, Spezialisten für Mageninhalt-Analyse, Pollenexperten und Ritualmordexperten aus Südafrika am Fall mitarbeiten.

Scotland Yard/Metropolitan Police untersucht eine europa- bis weltweite Struktur von Schleusung, Drogen- und Frauenhandel und Voodoomorden.

Möglich ist auch eine Querverbindung zu Geldwäsche und anderen, illegalen Geld-Betrugsdelikten.

Die Kleidung, die der Torso trug, stammte von einem Geschäft in

Deutschland; entweder aus Frankfurt oder Hamburg.

Hier setzt die Geschichte an, die selbst für englische Leser neu ist: Einer der Nigerianer, der zu den Verdächtigen im Zusammenhang mit den Voodoomorden zählt, ist  S.O., der in Hamburg lebte. Bei weiteren Hausdurchsuchungen fand die englische Polizei Spuren, die nach Deutschland weisen. J.A. gehört ebenfalls zum verdächtigen Kreis. Sie lebte in

Deutschland, hat dort Verwandte und Bekannte. Die Polizei untersucht Fälle in Schweden, Frankreich, Italien, den USA, Belgien, Griechenland, Spanien und Portugal.

Schwerpunkte der Voodoo-Connection sind Holland, England und Deutschland.

In Deutschland sind Essen, Köln, Stuttgart, Frankfurt am Main, Hamburg und Hannover im Fokus.

Anker can save and drown - photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

Anker can save and drown – photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

Englische Ermittler reisten und reisen nach Afrika, um Spuren in Nigeria, Benin, Südafrika und Sierra Leone nachzugehen. Sie arbeiten zusammen mit ihren afrikanischen Kollegen, die regelmäßig zur Ausbildung nach England kommen.

Der erste ihnen bekannte Fall reicht in´s Jahr 1987 zurück.

Die Dimension ist also gewaltiger als in der Tagespresse berichtet.

In den Niederlanden wurde bereits 1996 eine Soko gegründet. Polizisten fanden nämlich in Amsterdam Voodoo-Plastikpuppen, in denen drei mumifizierte Babyleichen versteckt waren. Sie gehörten einem aus Surinam stammenden Niederländer. Auf dessen Spur kamen die Fahnder durch den mysteriösen Tod einer Frau aus den Antillen, deren Obduktion ergab, daß sie an einer nicht definierbaren, nicht-körpereigenen Substanz gestorben

war. Ein Jahr darauf wurden wieder in Amsterdam ein totes Baby und sieben Menschenköpfe sichergestellt.

Von Holland aus wurden und werden Frauen nach Deutschland in Bordelle gebracht. Die Schleuser- und Strukturen sind oft deckungsgleich – daher die Ermittlungen. Es ist z.B. ein Fall aktenkundig, bei dem Nigerianer und US-Amerikaner Nigerianer von Nigeria nach Europa schleusten, Frauen,Kokain und Heroin von Holland nach Deutschland und Italien brachten, diese mit Voodoo zur Kooperation zwangen, Geldwäsche betrieben und einen Geschleusten, der nach Spanien flüchten konnte, von Valencia entführten und ihn in Deutschland folterten.

200 Beamte durchsuchten in Deutschland 18 Wohnungen und Büros, elf Verdächtige sind in Haft, die Frauen geschleust und sie mit Voodoo in die Prostitution gezwungen haben sollen.

Research, visual concept and article by me, susanne.haerpfer@bits.de (free lance journalist for television and print media)

2008 wurde in Frankfurt am Main ein Fall verhandelt, bei dem Nigerianer Frauen geschleust und sie mit Voodoo in die Prostitution zwangen.