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stairways to heaven – god ubiquitious – symbolic photo by: Susanne.Haerpfer@bits.de

„Betet weiterhin für mich, für die Kirche und für den künftigen Papst“ – mit diesen Worten zitiert die Stuttgarter Zeitung Papst Benedikt.

Von Ehre und Würde und 50.000 Unterstützern auf dem Petersplatz schreibt die Berliner Morgenpost:

http://www.morgenpost.de/vermischtes/article113698189/Zehntausende-Menschen-feiern-Papst-Benedikt.html

Der Blitz ist eingeschlagen, als die Nachricht verkündet wurde – zeigt u.a.

http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/vatikan-blitz-schlaegt-nach-papst-ruecktritt-ein-article1638294.html

Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Frage zu sehen: wer wird der neue Papst? Steht er intern längst fest? Wird gemauschelt?

Machtkampf hinter Mauern.

Die sehr irdischen Meinungsverschiedenheiten gibt es auch im Vatikan.

Wer den unterschiedlichen Blickwinkeln gerecht werden will, benötigt: Zeit.

Zeit, mit den unterschiedlichen Angehörigen des Vatikan zu sprechen. Zeit, zu lesen, was der Vatikan schreibt.

Zeit zu sehen, was der Vatikan veröffentlicht. Zeit, zuzuhören. Und dann zu fragen. Dies ist durchaus möglich. Zu sehen beispielsweise am 17. August 2011 im III. Programm des Bayerischen Fernsehens. Das aufwändig gedrehte Feature zeigte Davide Giuletti, den Leibwächter des Papstes, Gudrun Sailer – eine Journalistin von Radio Vatikan im look der „wundervollen Amélie“ und Francesco Sforza, einen Fotografen des Papstes. 

ARTE sendete am 25. Juli 2006 das Feature „Diplomaten in der Grauzone“. In der Dokumentation geht es um Menschen, die den Balance-Akt versuchen, zwischen Vorurteilsfreien Verhandlungen mit Freiheitskämpfern einerseits und Kumpanei mit Terroristen und Verbrechern in Diensten von Staaten oder Putschisten, andererseits. Der Filmemacher zeigt ein Treffen in Sant Egidio. So heiße ein Ort und zugleich ein Nachrichtendienst des Vatikan, berichtet ARTE.

Viele Redaktionen berichten hingegen über den Vatikan wie über Flugzeugabstürze oder Politskandale. Dann, wenn jemand eine Pressemitteilung veröffentlicht, ein Skandal so offenkundig wird, daß er nicht mehr zu übersehen ist, wird schnell schnell d i e insider-story aus dem Vatikan geordert. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte es eine Realsatire sein: Zwischen Otto und Kalkhofe. Dann flippen Redakteure aus, weil ihre Mitarbeiter es doch tatsächlich wagen zu sagen: nein, es ist nicht möglich, Mord und Totschlag, Betrug und Geldwäsche binnen drei Stunden zu beweisen, zu bebildern und ein Geständnis eines Kardinals zu erhalten, kompromittierende Aufnahmen inklusive. Wie,

d a s können Sie nicht liefern? Dann sind Sie unfähig und sofort entlassen. Erkennen sich gerade hunderte Redaktionen wieder? Dilbert in Deutschland. Wie gesagt: es könnte lustig sein, wäre es nicht so traurig.

Welche Möglichkeiten gibt es, zwischen Perfektion und Karikatur dem Anlaß gerecht zu werden?

Experten fragen, und nach adäquaten Bildern suchen, lautet mein Vorschlag.

Ein solcher Fachmann ist:

Erich Schmidt-Eenboom. 

In seinem Werk „Nachrichtendienste in Nordamerika, Europa und Japan – Länderporträts und  Analysen“ gibt es ein sehr fundiertes Kapitel über den Geheimdienst des Vatikan. Erschienen ist die Studie des Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V. in 82352 Weilheim beim Stoppel Verlag unter der ISBN 3-89306-726-4. Wie modern der Autor arbeitet, zeigt die CD-ROM, die es bereits 1995 vom Buch gab; hergestellt von Soft-Copy-Service GmbH, Thierhaupten.

Mein früherer Studienkollege Andreas Englisch hat zahlreiche Bücher über den Vatikan veröffentlicht.

Das vermutlich aktuellste Buch ist 2010 im Ecowin Verlag in Salzburg erschienen:

„Vatikan AG“ von Gianluigi Nuzzi für € 22,50

Im Klappentext heißt es:

„Zu allen von ihm untersuchten Finanzangelegenheiten sammelte Monsignor Renato Dardozzi, der bis Ende der neunziger Jahre einer der wichtigsten Mitarbeiter der Vatikanbank war, Dokumente und Aufzeichnungen in besonderen gelben Mappen.“

Artikel und Symbolfotos von: Susanne.Haerpfer@bits.de

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