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Shiseido Tinktur – bought in Berlin, photographed in Hamburg by me, susanne.haerpfer@bits.de

Bei der Oscar-Verleihung werden make up-artists Überstunden machen. Anlaß,

für einen etwas andere Approach zum Thema Schönheit:

Es begann alles im Jahre 1872. Arinobu Fukuhara gründete eine Apotheke. Der frühere Chefpharmazeut der japanischen Navy hatte Zahnpasta erfunden und allerlei Tinkturen aus Algen und –extrakten. Mit denen machte er zunächst viele Japaner gesund, dann Frauen schöner, schließlich Erben reich. Denn der frühere Marine-Mann hatte den Grundstein für einen Weltkonzern gelegt, Fucus vesiculosus ist heute die Grundlage für Cremes von Shiseido.

Militärtechnik als Grundlage eines Kosmetikkonzerns. Welche Implikationen hat dies? Ist shiseido ein Beispiel für Rüstungskonversion? Welches Wissen um Giftmord, Doping und Wirksamkeit von Substanzen wurde verwandelt zum Wohle vieler? Oder dient in Wahrheit ein vermeintlich harmloses make up-Unternehmen als Tarnung, als Camouflage für Militär- und Geheimdiensttechnik? Welche Forschung geschieht? Wir fragen nach, wir besuchen die Forschungsabteilung des Kosmetikkonzerns, die auf´s Meer setzt – diesen Vorschlag machte ich am 24. August 2005 der deutschen Ausgabe der Zeitschrift „Park Avenue“ und Mare. Zur Recherchereise kam es nicht. Die Oscar´s sind eine Gelegenheit, meinen Vorschlag zu wiederholen. Er ist aktueller denn je.

von Susanne.Haerpfer@bits.de – free lance journalist for television as well as for print media