SPECTACULAR SKY OVER SASCATCHEWAN PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE; SYMBOLIC PICTURE IN THIS CONTEXT

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„DER SUPERSTURM“  – „THE SUPERSTORM“

RTL II

storyline: 

Windel-Produzenten bedrohen Seattle

Haushaltsreiniger gefährden die nationale Sicherheit. 

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Blitze zucken. Erhellen den düsteren Himmel.

Tauchen die Skyline von  Seattle

in ein gespenstisches Licht.

Ein Tornado bedroht die schöne Großstadt der USA.

Ein verheerendes Unwetter tobt über der Stadt. Doch: es regnet gar nicht.

Ausgerechnet dort, wo das Herz des ökologischen Landbaus Amerikas ist, regnet es nicht.

Bei Seattle wird biologisch-dynamische Landwirtschaft betrieben. Das, was viele nicht mit den USA assoziieren – in Seattle gibt es den leckersten Wildlachs, die geschmackvollsten Tomaten und kräftigsten Erdbeeren.

Die „Lohas“-Bewegung, also gesunde Ernährung, ist auf Seattles Bauern angewiesen. Ohne sie würden all die Stars und Sternchen Hollywoods nur auf chemie-verseuchten Salatblättern herumknabbern. Und auch die Hauptdarsteller des Films „The superstorm“ gingen leer aus. Und ausgerechnet diese Oase ökologischen Ackerbaus in der Nähe einer Großstadt ist bedroht.

Vom Sturm.

Keine einfache Naturgewalt.

Sondern man-made; also von Menschen gemacht.

Die Täter:

keine Terroristen im landläufigen Sinn,

sondern

das Herz Amerikas

ist bedroht

von den „Seven Sisters“. So wurden in den 70 er Jahren die Multinationalen Konzerne genannt. Pharmaunternehmen, Chemiegiganten und Haushaltsreiniger-Hersteller.

Windel-Produzenten bedrohen Seattle 

So würde die Schlagzeile lauten, die zusammenfasst, was sowohl in der Realität geschieht, als auch im Spielfilm „The superstorm“.

VANCOUVER AND SEATTLE ARE JUST A FERRY AWAY, PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

VANCOUVER AND SEATTLE ARE JUST A FERRY AWAY, PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

Leider wird dies nicht so klar und deutlich gesagt im Film.

Zuschauer sind gezwungen, viel Vor-Wissen mitzubringen, um die Brisanz des Films erfassen zu können. Alle anderen lassen sich nur berieseln. Die Botschaft geht an der Mehrheit vorbei.

Gezeigt werden gutaussehende Menschen, die voller Bewunderung auf eine Reagenz-Scheibe aus Glas starren und andächtig sagen:

„Oh, es saugt ja die ganze Flüssigkeit auf.“

Mit Druck in der Stimme werden in Staccato-Geschwindigkeit Chemische Fachbegriffe in die Luft geworfen. Der Laie staunt, und der Fachmann wundert sich. Selten war dieser Satz zutreffender.

Kern-Aussage:

Chemische Teilchen verändern die Molekolarstruktur.

Flüssigkeit wird aufgesaugt.

Windeln, Tampons, Binden, Feudel benötigen eine solche Super-Saugkraft.

Was Babys Po von Scheiße freihält,

macht auch so keimfrei, daß immer mehr Menschen keine Abwehrkräfte mehr aufgebaut haben und allergisch gegen alles sind. Ein Teufelskreislauf. Histamine und andere Pharmazeutika müssen her.

Und:

All diese Substanzen haben Nebenwirkungen.

Im Film eindrucksvoll zu sehen:

So heftig tobt der Hurricane, daß eine Großstadt evakuiert werden muß.

Aber durch die Super-Saugkraft der Substanzen, die in die Umwelt gelangt sind,

gibt es keinen Regen mehr

über den Feldern.

Viele Menschen müssen verhungern, wenn es keine Landwirtschaft gibt; bzw. Pestizide und Agro-Chemie die Pflanzen vernichten, die zu beschützen, sie vorgeben.

Erst stirbt die Pflanze, dann der Mensch. 

Auch das wird weder gesagt, noch gezeigt im Film.

Das Vorwissen muß der Zuschauer mitbringen.

BERRIES IN NEARBY CANADA WOULD BE EFFECTED, AS WHAT IS HAPPENING IN ONE PART OF THE EARTH EFFECTS THE OTHER, SCIENTISTS OF MAX PLANCK PRESENTED AT A CONFERENCE IN HAMBURG, PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

BERRIES IN NEARBY CANADA WOULD BE EFFECTED, AS WHAT IS HAPPENING IN ONE PART OF THE EARTH EFFECTS THE OTHER, SCIENTISTS OF MAX PLANCK PRESENTED AT A CONFERENCE IN HAMBURG, PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

Der Zuschauer muß wissen:

Seattle ist Zentrum der „Grünen“ Amerikas, der Umweltbewußten und kritischen Menschen.

Der Zuschauer muß um den Zusammenhang bereits wissen, um den Neuigkeitswert und die Brisanz der Aussage zu erkennen. Das Gold-nugget im Meer der Bilder.

Der Aha-Effekt stellt sich nur für denjenigen ein, der bereits über erhebliche Vorbildung verfügt. Bei allen anderen, bei der Mehrheit besteht die Gefahr, daß der Film nicht bewusst macht, nicht aufklärt, sondern im Gegenteil als Werbung mißverstanden wird für allmächtige Wissenschaftler, Chemiker – nach dem Motto: die verstehen das, die werden das schon machen.

Mit Pseudo-Druck in der Stimme vorgebrachte Sätze im Schleudergang suggerieren einen Schlagabtausch im Spielfilm. So schnurrt zusammen, was in der Wirklichkeit viel Aufwand bedeutet, ein eigener Handlungsstrang ist. Im Spielfilm wurde der Kontext gekappt. Der Zusammenhang, der besteht in:

Fachlich vorgebildete investigative Journalisten bauen auf Erfahrungs- und Wissensschatz auf, und sind auf diese Weise in der Lage, Fachleute in die Enge zu treiben, die Flut von Fachbegriffen zu hinterfragen, die Substanz herauszuarbeiten und Übersetzungsarbeit zu leisten. Und zwar nicht für die Täter, das wäre PR. Sondern für die Betroffenen. Das ist Journalismus.

Auch im Spielfilm ist dies durchaus darstellbar.

Julia Roberts hat es vorgemacht. Als (Anwaltsgehilfin) Erin Brockovich, die einen Umweltskandal aufdeckt, beweist, Recht bekommt und so die Entschädigung erzwingt.

Doch dieser Erzählstrang fehlt im Film. Die Menschen beziehen keine Stellung. Nur der Wissenschaftler sagt: er bereut, was er angerichtet hat mit seinen Substanzen. Erklärt wird dies nicht. Die Augenhöhe läuft Gefahr, zur Kumpanei zu verkommen. Schlagabtausch allein macht noch keine kritischen Menschen. Im Gegenteil. Die Vorarbeit wird in diesem Film nicht gezeigt.

Anders als bei den Julia Roberts-Filmen „Die Pelikan-Akte“ oder eben „Erin Brockovich“ wird der Mühe-volle Part gekappt.

Doch darin besteht die Gefahr. Menschen ohne Vorwissen glauben dann: Erkenntnis und Wissen seien auf Knopfdruck zu haben und dürften keine Arbeit machen. Eine fatale Botschaft.

Und:

Menschen ohne Vorkenntnis wissen nicht, daß ein Schlagabtausch auf hoher Wissens-Ebene das Finale ist, die hohe Kunst, der Lohn für Monate-lange Arbeit.

Die Liebes-Erklärung.

NATURE, HERE IN CANADA PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

NATURE, HERE IN CANADA PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

Die Kriegs-Erklärung. Je nachdem.

Das, was nach langer Vorarbeit kulminiert in einem Fachgespräch, ist im Film nicht mehr eingebettet.

Und gerät daher in Vergessenheit.

Es besteht die Gefahr, daß Menschen ohne Vorbildung glauben, mit möglichst viel Druck in der Stimme, Begriffe herauszupressen, sei bereits alles, was man können muß.

 Wissen verkommt zur Pose.

Kann sogar zur Waffe werden. Dann begehen fehlgeleitete Menschen Verbal-Morde. Töten mit Worten. Und glauben auch noch, das Richtige zu tun. Weil es ihnen nie jemand richtig beigebracht hat.

Dreck und Abwasser bildet ein Rinnsal. Es versickert.  

Gelangt in den Boden. Und sprengt von dort mit Gewalt nach oben. 

Welch ein Symbol-Bild. 

Dies ist zu sehen im Film.

Drastisch wird gezeigt, welche Folgen es hat, wenn:

Chemikalien in den Boden gelangen.

Wohlgemerkt: die Folgen werden gezeigt. Nicht der Zusammenhang. Den muß man sich denken.

Das, was die Küche blitzblank sauber macht, bedroht die Erde.

Vereinigt sich mit den Chemikalien mit denselben Eigenschaften aus anderen Bereichen. Es sind nicht nur Millionen Haushalte, die das Wasser verschmutzen. Hinzu kommen all die anderen Chemikalien, die dieselbe Eigenschaft haben.

Im Film wird gesagt:

„Stein wird zersetzt.

Die Substanz ist extrem instabil.

Wir wissen nicht, wie viel in die Atmosphäre gelangt ist.“

Dem Vorgebildeten wird an dieser Stelle des Films klar:

Stein wird zersetzt. Diese Fähigkeit ist bei Militärs hoch begehrt. Dann heißt es  „Bunker booster“ – also Bunker zum Bersten bringen, und seien sie auch noch so tief in der Erde und noch so sehr gesichert.

Solche Mittel werden auch in der Erdöl-Industrie eingesetzt. Dann heißt es phracking. Also Chemikalien in die Erde pressen, um Gestein zu sprengen und Erdgas freizusetzen.

Einzelne Einsatzbereiche.

Für die es für sich genommen, Zustimmung gibt.

So

wird Lobby-Arbeit gemacht:

Sie wollen doch auch, daß ihre Babys nicht von bösen Keimen bedroht werden?

Sie wollen doch auch schön aussehen?

Sie wollen doch auch, daß Ihr Auto fährt und das Haus warm ist.

Sie wollen doch auch, daß Saddams Schergen und andere böse Menschen bestraft werden.

Dann brauchen Sie Chemikalien. Denn Kosmetik, Haushaltsreiniger und Bunker-Brecher basieren auf:

Erdöl und Chemie.

Oh, dabei geht leider das Zentrum der ökologischen Landwirtschaft drauf? Ach, all das, was Boulevard-Magazine immer wiederholen: gesund ernähren, gesunde Lebensmittel, dafür braucht man

nicht-verseuchte Erde. Ach. Das ist ja ein Ding.

BLUEBERRY FARM IN CANADA, HERE SYMBOLIC PICTURE FOR AGRICULTURE, PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE TRAVELLING

 

BLUEBERRY FARM IN CANADA, HERE SYMBOLIC PICTURE FOR AGRICULTURE, PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE TRAVELLING

Und wenn es die nicht mehr gibt, dann folgen Hungersnot und Weltuntergang. Und dagegen hilft nicht, mehr Chemie, immer mehr vom selben. Oh. Und all die Haushaltsreiniger und Windeln und künstlichen Nahrungsergänzungsstoffe entfachen einen Sturm und Dürre und verstärken Naturkatastrophen um das Vielfache bzw. erzeugen diese künstlich in einem Umfang, wie die Natur dies nie tat. Oh.

Das nennt man dann wohl einen Interessenkonflikt, der zur Überlebensfrage geworden ist.

Das Dumme daran ist nur: angeblich wollen Menschen das nicht wissen. Angeblich sei Politik und Umwelt ein Abschalter. Verschwiegen wird nur: solche angeblichen Ergebnisse sind durch Fragestellung und Gesamt-setting künstlich herbeigeführt.

Bekommen Menschen echte Qualität, bemerken sie durchaus den Unterschied. Aber wenn das vielen so ginge, dann wäre es ja vorbei mit gefährlichen Chemikalien, Geschäftemacherei und PR.

Und dagegen haben leider eine Menge Leute etwas, die in der Zwischenzeit diese genutzt haben, um Geld anzuhäufen, Einfluss zu gewinnen und ihre Interessen durchzusetzen. Durch Lügen, Rufmord und andere Gewalt.

„Non state Actors“ heißen die im Regierungs-Sprech, also Menschen und Gruppen, die zwar kein Land sind, aber so viel Macht, Einfluss, Geld und Möglichkeiten haben wie ganze Länder. Es gibt sogar Anweisungen des US-Präsidenten, was gegen solche non-state-actors zu tun sei.

Feuer mit Feuer, Wasser mit Wasser bekämpfen, lautet die umgangssprachliche Zusammenfassung dessen, was drin steht in der Anweisung. Also dasselbe mit dem Gleichen bekämpfen.

SYMBOLIC PICTURE: WHAT IS AN ATTRACTION AS NIAGARA FALLS WOULD BE A CATASTROPHE IN OTHER TOWNS, PHOTOGRAPHED BY SUSSANNE.HAERPFER@BITS.DE

SYMBOLIC PICTURE: WHAT IS AN ATTRACTION AS NIAGARA FALLS WOULD BE A CATASTROPHE IN OTHER TOWNS, PHOTOGRAPHED BY SUSSANNE.HAERPFER@BITS.DE

Im Film

„The Superstorm“

ist zu sehen, wie die Darsteller auf die Idee kommen, „Schweres Wasser “ einzusetzen. Das ist Deuterium. Ein Grund-Element der Atombombe.

Das wird wieder nicht gesagt im Film.

Als Allheil-Mittel gegen den drohenden Sturm wird ein ebensolcher empfohlen.

Eine Atombombe (schweres Wasser) ohne Atombombe. 

Eine Massenvernichtungswaffe gegen eine Massenvernichtungswaffe.

Und so wirbt der Film, der eigentlich die Welt retten soll wieder nur für das und diejenigen, die Natur, Umwelt, Pflanzen, Tiere und die Erde als Ganzes vernichten.

Seltsam. Paradox. Eigentlich war´s doch anders gedacht. Den Filmemachern scheint dasselbe passiert zu sein wie dem sympathischen Wissenschaftler im Film mit Gewissensbissen: sie haben etwas erschaffen, das ihnen aus den Händen geglitten ist. Eine Mahnung an alle Film-Schaffenden. Paßt auf. Welchen Interessen dient welche Aussage? Wer hat die Kontrolle? Was kommt an? Wie kann was missbraucht werden? Und: gibt es überhaupt die Chance für solch umsichtiges Verhalten? Oder ist bereits jede Möglichkeit verbaut, sich richtig und verantwortungsvoll zu verhalten? Haben die Täter ganze Arbeit geleistet? Nichts als verbrannte Erde hinterlassen. Profit eingestrichen, die Schuld den Nachfolgern gegeben. Sozusagen die Situation, die US-Präsidenten vorfinden, wenn sie das Amt übernehmen. Mit den Folgen fertig werden, was zwanzig Jahre zuvor eingeleitet wurde.

Unumkehrbar.

„Unumkehrbar“.

Dieses Fazit sagt auch der bereuende Wissenschaftler im Film „Superstorm“.

Er hat die Verhaltensweisen, Folgen und Faktoren in seinen computer eingespeist, auf Zeitraffer gedrückt, und herauskam:

Unumkehrbar.

Die USA sind verloren. Was waere wenn das stimmt?

Und was wäre, wenn es eben nicht stimmt, 

wenn wieder Fehler gemacht wurden. 

Mensch ist nicht Gott. Menschen machen Fehler. Also sind auch und gerade in

computer-Simulationen Fehler.

Der Denkfehler kann sich wiederholen. Denn: was als angeblich verloren, abgeschrieben deklariert wird, muß ja nicht gerettet werden, meinen manche. Also, was soll es, wenn es eh zu spät ist, dann kann man ja auch so lange weiter machen, wie es noch geht. Zu viel Untergangsstimmung kann den Prozess verschlimmern, Rettung verhindern.

Dann erhalten ausgerechnet die schlimmsten Täter Aufträge zum Weitermachen.

SYMBOLIC PICTURE PHOTOGRAPHED IN CANADA BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

SYMBOLIC PICTURE PHOTOGRAPHED IN CANADA BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

Dann wird ausgerechnet den Betroffenen Unterstützung verweigert. Mit dem Vorwand, für sie sei es doch sowieso zu spät. Streng wissenschaftlich gesehen.

Die Krise, die Katastrophe wird noch angefacht. Reiche werden noch schneller reich, Arme noch ärmer – für die ist doch sowieso Hopfen und Malz im wahrsten Sinn des Wortes verloren. Zur Begründung, weshalb Unterstützung verweigert wird, werden dann ausgerechnet die Studien herangezogen, die eigentlich als kritische, warnende Stimmen gedacht waren.

Dann bliebe nur noch die Hoffnung, auf kluge, intelligente Wesen; sei es der als Gott, Buddha, Mohammed, etc. bezeichnet wird, oder höhere Einsicht im Weltall.

Aber selbst die wird ja zerstört.

Der Film beginnt mit der Frage, ob die bedrohliche Substanz, die sich in der Umwelt vermehrt, von einer Raumfahrtmission ungewollt mitgebracht wurde, oder als Meteorit vom Himmel gestürzt ist. Ein potentieller Abschaltet. Denn viele Menschen packen den Film dann gleich in die Ecke Tinnef. Zappen weg. Bringen nicht die Geduld auf, den Film „Superstorm“ weiterzugucken, bis das erste Mal sich alle Darsteller einig sind:

Substanz und Unwetter sind von Menschen gemacht. Selbst die Außerirdischen würden sich verziehen.

Dabei begann alles einmal ganz harmlos. Der Wissenschaftler im Film zeigt´s:

Eine schwarze Wolke steigt auf von Reagenzblaettchen aus Glas. In Flüssigkeit verwirbelt die Substanz. Logisch. Tausendmal gesehen. In jedem Chemie-Unterricht. Und keiner von uns hat je aufgemerkt, ist zusammengezuckt, alarmiert gewesen, sich überlegt: die Substanz auf dem Reagenzglas, die in´s Wasser gekippt wird, steht als pars pro toto.

Die Gefahr wird sichtbar, sobald jemand erklärt: das kleine Teilchen zeigt, was maßstabsgerecht

geschieht.

NIAGARA FALLS PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE - HERE SYMBOLIC

NIAGARA FALLS PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE – HERE SYMBOLIC

Im Maßstab verkleinert oder eben vergrößert, zeigt der kleine Wirbel was in der Wirklichkeit geschehen wird:

ein gewaltiger Sog im Wasser und

ein Tornado in der Luft.

Das Zauberwort heißt:

Maßstabsgetreu. 

Wie im Kleinen, so im wahren Leben.

Der Krümel, der zum Wirbel wird, ist ein Modell. 

Wie eine Miniatur-Eisenbahn.

Ein Miniatur-Wirbel.

Das hat niemand gesagt.

Daran hat niemand gedacht, oder das Wissen nicht preisgegeben.

Alle haben nur die das kleine Rauchwolke gesehen.

Harmlos. An den Maßstab hat niemand gedacht.

Haushaltsreiniger gefährden die nationale Sicherheit. 

Zumal sie wirken wie eine biologische Massenvernichtungswaffe.

Gezeigt werden völlig deformierte Schädel. Deshalb

gehen die Darsteller anfangs auch von Außerirdischen aus. Bis sie erklärt bekommen, daß die Substanzen aus dem Labor solche Wirkung haben können.

Arbeiter, Laboranten, Versuchskaninchen, Test-Personen und Langzeitanwender sind den Substanzen ausgesetzt und werden so geschädigt. „Erin Brockovich“ Teil zwo. Aber dieser Film handelt von einer anderen Bedrohung:

Das Gift vergiftet nicht nur. Es macht Unwetter.

PEACEFUL HOME IN CANADA PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

PEACEFUL HOME IN CANADA PHOTOGRAPHED BY SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE

„Entscheidend ist die Chemie,“

heißt es im Film. Als key Phrase. Damit soll in einem Satz alles gesagt sein. Für diejenigen, die geübt sind, hinter dem Gesagten eine ganze Palette von von Subtexten aufklappen zu sehen. Für den Rest erschließt sich die Bedeutung wieder nicht.

Als Umgangssprachliche Formel, ob sich Menschen verstehen oder nicht.

Aber auch: Macht und Einfluss der Chemie-Lobby.

Auch auf die Produktion von Spielfilmen.

Das wird wieder nicht gesagt im Film.

Ebensowenig, daß dieser Satz das Scharnier bildet:

Es sind ja nicht nur Haushaltsreiniger in der Umwelt. Auch andere Firmen und Branchen stellen Chemikalien her. Deren Zusammensetzung ist geheim. Firmengeheimnis. 

Und diese interagieren miteinander. 

Selbst das, was im Labor harmlos ist, kann gefährlich werden, wenn es auf andere Chemikalien trifft. Gewöhnliche Sprengstoffe entstehen so. 

Entweder es entsteht das Nahrungsmittel Salz. 

Oder Sprengstoff. 

Für sich genommen sind die Bestandteile harmlos. Es kommt auf die anderen Faktoren an. 

Es kommt auf die Chemie an…

Wenn der Interessenkonflikt besteht zwischen Sex und das Überleben der Menschheit…

ist zu befürchten, das Überleben der Menschheit steht nicht auf Rangliste 1.

Wenn also Chemikalien und Pharmazeutika hergestellt werden, die Anwender glücklich machen und Aktionäre kurzfristig reich, dann fragen nur sehr wenige, worin die Nebenwirkungen bestehen.

Was geschieht, wenn all die Chemikalien und Pharmazeutika, deren jeweilige Zusammensetzung nur ihre Entwickler kennen, mit einander agieren? Und was entsteht im Menschen? Im Körper werden die Substanzen ebenfalls verwandelt. Niemand kann alle möglichen Inter-Aktionen voraussehen, auch der beste Computer mit der größten Rechenleistung nicht.

Zumal dann nicht, wenn sie die nötigen Daten nicht erhalten.

Für die nationale Sicherheit (der USA) müssten die Hersteller die einzelnen Substanzen und Produktionsschritte offenlegen und quasi in den

„Weltrettungs-Computer“ einspeisen.

Statt Mäuse zu quälen, Reaktionen von Substanzen durchrechnen.

Im Film wird der Aspekt kurz gestreift;

aber nicht miteinander verknüpft.

Gezeigt wird eindrucksvoll,

was Medizin anrichtet, die als „selbständig denkend“ kreiert wurde.

Die Substanz wuchert und bildet Arterien aus.

Dafür wurde sie geschaffen.

Künstliche Arterien und Venen werden in Körper eingepflanzt. Dort docken sie an und wachsen selbständig im Körper. Bilden genügend Verästelungen, ohne, daß der ganze Körper operiert wird. Für den Einzelnen in dem Augenblick kann das positiv sein.

Künstlich erschaffene organische Substanzen, die selbständig wuchern, sind allerdings in der Umwelt Lebensbedrohend. Eine Massenvernichtungswaffe. 

Schönheitsoperationen bedrohen die nationale Sicherheit. 

Für das Überleben der Menschheit entscheidend ist es, nicht nur einen Bereich zu betrachten, sondern alles. Wenn Wissenschaftler Gott spielen, müssen sie auch seine Aufgabe komplett übernehmen. Und Gott hat nun einmal einen ganzheitlichen Ansatz. Gott ist nicht nur für die Kakerlaken und Regenwürmer da. 

Menschen schaffen seit rund zehn Jahren künstliche Lebewesen. Diese künstlichen Lebewesen werden kombiniert mit Computerprogrammen. Eine Anwendung, ein Verhalten, wird übertragen auf andere. Sonst wäre die Erfindung nicht gewinnbringend nach den geltenden Aktiengesetzen.

Dieselben Algorithmen, die auf wirtschaftliche Verkaufsorder angewendet werden, sind zugleich im Einsatz bei der Bekämpfung von Krebszellen.

Doch was eine Zelle ist, die bekämpft werden soll, und was lebensnotwendig, kann sich ändern.

Sonst gäbe es ja keinen Krebs.

Menschen haben mit ihrem jeweiligen Fachbereich genug zu tun, nur sehr wenige überblicken, was dabei insgesamt angerichtet wird. Genau das aber ist nötig.

Gott hatte den Globus im Blick. 

Menschen den Aktienkurs. 

Am Ende des Films ist das Wahrzeichen der Stadt, die

„Space needle“ von Seattle zerstört. Aber das ist eigentlich die nächste Geschichte –

von: Susanne  Haerpfer

ME, SUSANNE HÄRPFER BY FERRY FROM VANCOUVER TO SEATTLE

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