Image

photographed at Niagara falls by Susanne.Haerpfer@bits.de as motto

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

ARCTIC ARC

von: Susanne Haerpfer (free lance journalist)

Eine Ölspur zieht sich über das Eis der Arktis.

Müllhalden schwimmen zwischen Eisblöcken. Stahlplatten dümpeln auf den Wellen. Eisbären verhungern. Kleintiere ebenfalls. Wenn es nach den Plänen von Rohstoffkonglomeraten und Öl-Förderern geht. Das sieht sogar Shell so und hat jetzt den Plan, in der Arktis zu bohren, für ein Jahr sprichwörtlich „auf Eis gelegt“. Sämtliche Pläne sollten aufgegeben, die Arktis zum Welt-Schutz-Gebiet erklärt werden, verlangt Greenpeace in der aktuellen Pressemitteilung.

Denn:

es geht nicht „nur“ um „ein paar Eisbären“, wie Aktionäre einwenden würden. Es geht um´s Überleben aller – auch der Aktionäre. Forscher der Cornell Universität im Bundesstaat New York haben herausgefunden:

Der Hurricane „Sandy“, der New York und die amerikanische Küste verwüstete, habe sich so verheerend entwickelt, weil sich der polare Jetstream geändert hat. Dies schreiben die Forscher Francis und Bruce Monger in „Ozeanograph“.

Erst jetzt entdecken die Forscher den tieferen Grund für den Namen arc-tic: die Region spannt einen Bogen (= arc im Englischen) um den Globus – zuständig für die Luftzirkulation. Die Polarregion ist quasi die Klimaanlage der Welt:

Bestätigt werden sie vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Je mehr Eis in der Arktis schmelze, desto mehr glichen sich die Temperaturen an, die Luft zirkuliert nicht mehr bzw. anders. Eingriffe in die Umwelt an einem Ort der Erde, führen zu Katastrophen an anderen.

http://www.eu-koordination.de/umweltnews/news/wasser-meere/1972-neue-sicherheitsregeln-fuer-oelplattformen-in-der-eu

http://www.facebook.com/pages/Greenpeace/22541752487

http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Arktisschmelze+beguenstigte+Supersturm,6,a24875.html

URL http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1114403/

Image

photographed at Niagara falls by susanne.haerpfer@bits.de

Firmen, die mitverursacht haben, das Eis in der Arktis zu schmelzen, stehen schon bereit, die Rohstoffe auszubeuten. Ist das Eis erst einmal weg und der Verursacher schwer auszumachen, ist die Ausbeutung billiger. Hilfe erhalten sie ungewollt durch manche Wirtschafts-Berichterstattung: Russische und Chinesische Konzerne seien hinter der Arktis her, heißt es dann in vermeintlich warnenden Schlagzeilen. Unausgesprochen steht dahinter: bevor die Arktis Konglomeraten in die Hände fällt, die mit den Attributen „böse“ besetzt sind, sollte man es doch selbst machen. Deutsch, Dänisch oder Inuit klingt dann zwar umweltverträglich, ist es aber genauso wenig.

„Fire Sale“ nennt man das. Es wird vor etwas gewarnt, um angeblichen Schutz zu verkaufen, der aber erst die Katastrophe auslöst, vor der zu bewahren man vorgibt.

Besonders skrupellos sind diejenigen, die sogar nicht davor zurückschrecken, erst zu verwüsten und dann „Schutz“ anzubieten. Das, was Restaurantbesitzer als Schutzgelderpressung kennen, gibt es im weltweiten Maßstab. Umweltterrorismus, aber anders, als bislang Erzkonservative den Begriff geprägt haben. Die Welt wird als Geisel genommen, und die Täter bieten sich als Wächter an.

Aktuell bringen sich Interessenten und Bewahrer, Angreifer und Verteidiger in Stellung. DER SPIEGEL schreibt, zur Zeit werde in Norwegen ein „Arktischer Rat“ eingerichtet:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/tromso-arktischer-rat-bekommt-eigenes-zuhause-in-norwegen-a-878947.html

Eigentlich gebe es den bereits seit 1996, und er sei das wichtigste Forum für die Region. Ob man für die Medien einen aktuellen Aufhänger brauchte, Posten beschaffen werden sollen, oder ob es inhaltliche Gründe für die neue Anschrift gibt, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin über eine Parallel-Regierung berichtet:

Milliarden-Rohstoffpoker hinter verschlossenen Türen: Eine kleine Uno-Expertengruppe entscheidet den Kampf um die Aufteilung der Arktis. Sie muss niemandem Rechenschaft ablegen, muss zwischen Russland, Amerika und Europa schlichten – und dafür in die dunkelsten Tiefen des Eismeers vorstoßen.“

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/arktisches-monopoly-heimliche-herren-des-eismeer-schatzes-a-622309.html

Eigentliches Hirn dieser „Festlandsockelgrenzkommission“, die Commission on the Limits of the Continental Shelf (CLCS), sei ein Rentner in Hannover.

symbol photographed in Hamburg port city: Susanne.Haerpfer@bits.de

symbol photographed in Hamburg port city: Susanne.Haerpfer@bits.de

Wie beim Thriller „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ ist es ein Mensch, der den Unterschied ausmacht, ob weises Wissen oder Skrupellosigkeit und Ignoranz regieren.

„Viele Köche verderben den Brei“ lautet ein Sprichwort, doch sogenannte Experten können in die Diktatur führen. Es kommt auf Kontext und Inhalt an, und auf interessierte Menschen, die nachfragen.

Ein Reporter hat nachgefragt, und bei SPIEGEL online veröffentlicht. Ob es ein festangestellter Redakteur ist oder ein Freiberufler geht nicht aus dem Beitrag hervor. Er hat sich die Mühe gemacht, herauszufinden, das Hirn der Arktis hat in der Nähe des Hauptbahnhofs der niedersächsischen Hauptstadt sein Büro und hat früher als Geophysiker für die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gearbeitet.

2001 hätte Russland riesige Polargebiete beansprucht. Karl Hinz habe das verhindert. Ob das gut oder schlecht war, können Insider beurteilen. Die aber blieben unter sich, die Verhandlungen finden „im Geheimen“ statt, schreibt DER SPIEGEL:

„Knapp sind die Informationen, die auf den Web-Seiten der Kommission landen, deren Arbeitsweise an einen mittelalterlichen Alchimistenzirkel erinnert. Im Klartext bedeutet das: Die Experten der CLCS verhandeln über wichtige Teile der Welt, ohne dass sie irgendjemandem über ihre Arbeit Rechenschaft ablegen muss oder ihre Entschlüsse im Nachhinein auch nur im Ansatz nachvollziehbar wären. Ein spezielles fünfköpfiges Geheimhaltungskomitee stellt sicher, dass tatsächlich keine Informationen nach draußen gelangen.“

Das Heft beruft sich auf den deutschen Polarforscher Wilfried Jokat : „Der größte Teil der Welt partizipiert nicht an der Arbeit der Kommission“, kritisiert der, „und das beim „größten Landverteilungsprogramm seit Jahrzehnten“.

Formal beriefen sich „die Staaten, die Gebiete im hohen Norden einfordern“, auf das Völkerrecht. Das Blatt schreibt: „Regierungen, die das Uno-Seerechtsübereinkommen ratifiziert haben, können bei einer speziellen Uno-Kommission eine Ausweitung ihres Territoriums einfordern. Dabei müssen diese Länder zeigen, dass sich – vereinfacht gesagt – ihr Staatsgebiet unter Wasser bis in die betreffende Meeresgegend erstreckt.“

Damit bestätigt sich, was Clive Cussler im Faction-Roman

POLARSTURM

schreibt.

Auf Seite 185 kommt der Autor zu dem Schluss:

„Das SRÜ (Seerechtsübereinkommen) der UN hat dem Aufbau weiterer arktischer Imperien aufgrund territorialer Ansprüche auf den Kontinentalshelf Tür und Tor geöffnet.“

book cover photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

book cover photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

Auf 507 spannenden Seiten schildert Cussler Faktenreich, wie Ökologen und Forscher missbraucht werden, um in der Arktis an Gas, Kohle und Öl zu kommen. 

Die ersten 50 Seiten sollten Leser allerdings überblättern. Sperrig und kontraproduktiv sind sie, lesen sich, als ob er ein Zensor ablenken wollte, der das eigentliche Thema nicht entdecken sollte.

Immerhin geht es um Brisantes:

Er schreibt über ein Firmenkonglomerat, das „die Bodenschätze der Arktis unter Kontrolle bringen“ will.

Im Buch erhält die Firmengruppe, die sich als angeblicher Umweltfreund tarnt, die Namen „terra green industries“ und „kingfisher Holding“.

Damit macht der Autor auf spin-Doktoren und PR-Strategen aufmerksam, die Umweltzerstörung und Raubbau einen grünen Anstrich verpassen.

Alle Fakten stimmen.

Investigative Reporter, die von Konzernen oder Regierungen unter Beschuss genommen werden, veröffentlichen ihre Ergebnisse als Roman oder Spielfilm. auf diese Weise schützen sie sich davor, von allmächtigen Rechtsabteilungen in Grund und Boden geklagt zu werden. Einen solchen Weg hat auch Clive Cussler gewählt.

Früh hat er die Relevanz von Themen und deren übergreifendem Zusammenhang erfasst, die erst jetzt in die Schlagzeilen der aktuellen Medien geraten:

Seltene Erden, Klima-Katastrophe sowie Wetter, von Menschen gemacht, und was das eine mit dem anderen zu tun hat.

Korrekt beschreibt er ein Sensorsystem mit dem (Alias-) Namen „bloodhound“, das „mehr als dreizehn unterschiedliche Elemente festgestellt“ hat.

Kenntnisreich beschreibt er die Arbeit einer Wissenschaftlerin, deren Ergebnisse gegen die Umwelt gerichtet werden, die sie eigentlich schützen will.

Es geht um

künstliche Photosynthese,

künstliches Chlorophyll. 

„Bei meinen Forschungsarbeiten geht es um die molekulare Beeinflussung von Kohlenwasserstoffes. Wir haben einen wichtigen Katalysator gefunden, der meiner Meinung nach eine künstliche Photosynthese in großem Maßstab zuläßt.

Image

Bamboo garden at Hamburg-Klein Flottbek, photographed by Susanne.Haerpfer@bits.de

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

Meinst du wie bei Pflanzen? Licht in Energie umwandeln? [   ] Die Fähigkeit der Pflanzen konzentriert Wassermoleküle in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen.

Wenn wir diesen Vorgang nachstellen können, und eines Tages werden wir soweit sein; dann stehen uns unbegrenzte Mengen an billigem Wasserstoff als Treibstoff zur Verfügung.“

Und genau das ist der Kern des Problems. Wenn Ökologen den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Vermeintlich umweltverträgliche Energie promoten, die in Wahrheit die Erde endgültig zerstört.

Denn: wer künstliche Pflanzen herstellt, meint, keine echten mehr zu brauchen.

Und: welche weiteren Aufgaben echte Pflanzen haben, ist nicht bekannt, wird sich erst dann herausstellen, wenn es sie nicht mehr gibt.

Zudem braucht man bei dem Verfahren

Rhodium und Ruthenium.

Bei Cussler liest sich das lustig:

„Ruthenium. Das Zeug ist schwerer zu kriegen als ein freier Tag.“

Zutreffend schreibt er:

„Ruthenium ist ein silbrig weißes Übergangsmetall aus der Platingruppe, das wegen seiner Härte bekannt ist. Es ist das fünfundvierzigste Element und trägt das Symbol ru. Der Name stammt vom lateinischen Wort rus, aus dem sich auch Russland ableitet. Ein russischer Pharmazeut und Chemiker namens Karls Ernst Claus entdeckte es im Jahr 1844, [    ] es ist eines der seltensten Mineralien, die man auf der Erde findet. Die jüngsten spot-Marktpreise lagen bei über zwölftausend Dollar pro Unze.“

Außerdem

„haben sie die bislang einzige Möglichkeit in der Hand, die globale Erwärmung aufzuhalten, schreibt der Buchautor. „Wenn Sie ein Monopol für Ruthenium haben.

symbolic photo: Susanne.Haerpfer@bits.de at Hamburg port city

symbolic photo: Susanne.Haerpfer@bits.de at Hamburg port city

Und:

um die Wetter-verändernde Wirkung von Elektrizität, Strom und Funken wissen.

Firmen haben die Umwelt verschmutzt, und so das Klima beeinflusst.

Image

photographed at Botanic Garden Hamburg Klein-Flottbek: susanne.haerpfer@bits.de

<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

Andere haben absichtlich das Wetter verändert: Einige im guten Glauben, darbenden Bauern zu helfen, indem sie Regen brachten und Hagel abwendeten.

Andere mit der Absicht, genau das zu verhindern. Um große Teile Ackerlands möglichst billig von verarmten Bauern aufzukaufen.

Oder militärische Gegner in der ehemaligen Sowjetunion oder Südostasien zu schädigen.

Deshalb wurde die Technik, die bereits in den 30 er Jahren entwickelt wurde, nach 1972 totgeschwiegen. Damals ächteten Nationen die Wetterkriegführung. Viele drehten dennoch weiter an der Wetterschraube. Unter dem Deckmantel, Schneegebieten Einnahmen durch Touristen zu garantieren, aber Flughäfen freizuhalten. Doch was an einem Ort Segen brachte, verwüstete andere Landstriche. Dieser Zusammenhang wurde Experten allerdings erst später klar bzw. die Erkenntnis wird erst jetzt veröffentlicht. Dennoch hat sich die schädliche Wirkung des Wetterdaches nicht rumgesprochen. Kein Wunder. Lange Zeit wurde geleugnet, die Technik überhaupt anzuwenden. Jetzt ist man in Erklärungsnöten. Wie soll man vor etwas warnen, was es offiziell gar nicht gibt?

Bergbau-Firmen, Ölkonzerne und andere interessierte Unternehmen, Aktionäre, Lobbyisten greifen zu einer List:

Sie erklären die Klimakatastrophe plötzlich zur „Wetter-Verbesserung“ und hängen dem Unglück ein grünes Mäntelchen um.

„Greenwash“

und

„fire sale“

heißen die Tricks von PR-Strategen und spin-doctors.

Erst verhindern sie jegliche Berichterstattung, um möglichst lange im Verborgenen ungestraft Schaden anzurichten und Profit zu machen. Ist dann der Schaden erst groß genug, werden die Opfer mit ihrem Schaden erpresst. Der Schaden sogar noch vergrößert und so getan, als ob man die Katastrophe nur abwenden könne, wenn man in das einwilligt, was zuvor das Unglück überhaupt erst herbeigeführt hat. Dies wissen die Betroffenen entweder nicht, oder haben nicht genügend Geld. So entstehen Kumpanei oder Zwangsgemeinschaften zwischen Opfern und Tätern. Von einem Ausgleich kann keine Rede sein.

So lange eskalieren Täter heimlich, bis selbst die kritischten Menschen keine andere Chance mehr sehen, als schweren Herzen zuzustimmen, Techniken anzuwenden, die abzulehnen sind. Die Täter prägen dann für ihre Taten beschönigende Begriffe. In diesem Fall „weather enhancement“ und „climate Engineering“.

Statt wirklich Frühwarnung als Frühwarnung zu begreifen und Technik zu verhindern, bevor diese eingeführt wird.

no first use

nicht nur im Militärischen, sondern gerade im Zivilen. Da wir die Zusammenhänge der Natur nicht kennen, sollten wir:

– Lebewesen anerkennen, selbst wenn es nicht niedliche Eisbären sind, sondern unschöne Bakterien, – diese einfach deren Job machen lassen

– es könnte sich nämlich herausstellen, daß die für uns  sorgen.

Der Verlauf der vergangenen Jahre hat gezeigt, daß begeisterte Wissenschaftler, Journalisten und andere Interessierte oftmals nur benutzt werden.

Jetzt erscheinen Meldungen über Kamele, die in der Arktis gelebt haben; über Eis- und Braunbären, die mal verwandt waren. Das klingt zunächst niedlich. Bei genauerer Betrachtung lautet aber der  unausgesprochene Subtext: Dann ist ja alles nicht so schlimm. Wenn die Arktis schwindet, ist es toll für Kamele. Die können in ihre Heimat zurück, die Pinguine müssen nicht mehr so frieren, und alles erscheint als natürlicher Lauf der Dinge. Die wirklich Verantwortlichen stehlen sich davon. Die Folgen tragen die Betroffenen in New York und anderswo, deren Viertel unter Wasser stehen; vielleicht haben sie sogar vorher noch gemosert, weil die Aktienkurse nicht genügend stiegen der Firmen, denen sie die Zerstörung ihres Heims zu „verdanken“ haben.

Bei Cussler sind es die Militärs, die frühzeitig  Erkenntnisse, Veränderungen und ursprüngliche Informationen erhalten. Vor allem begreifen sie, was diese Rohdaten bedeuten.

Sie haben am Meeresboden die Elektronik, die ihnen Daten liefert.

Ihre Fachleute wissen:

„durch das Aufeinandertreffen des Mineralreichen über 400 Grad heißen Quellwassers mit dem zwei Grad kalten Meerwasser werden allerlei kostbare Mineralien ausgefällt. Darunter Mangan Eisen und sogar Gold.“ Rund um „hydrothermale Spaltenfelder“ haben sie ein

Eisforschungslabor

errichtet.

Wie im richtigen Leben sind es die Militärs, die ganz nah dran sind an Eisbär & Co.

Denn sie wissen:

es geht um handfeste Interessen.

Die eingesetzten Mittel haben Folgen für viele Menschen.

Im Wälzer ist das zu lesen, was der SPIEGEL-Redakteur wissen wollte, und auf der homepage der Arktis-Kommission der Vereinten Nationen nicht fand, oder dessen Dimension er nicht selbständig aus den veröffentlichten Fakten schlussfolgern konnte:

„Sir“, erklärte der Verteidigungsminister. „Wie man es auch betrachtet, aber die kanadische Regierung hat uns fälschlicherweise die Schuld am Verlust ihres arktischen Eislabors und der Beschädigung eines ihrer Patrouillenboote gegeben. Man hat gegen das Völkerrecht verstoßen und in internationalen Gewässern ein Schiff der Us-Küstenwache gekapert. Dessen Besatzung man als Kriegsgefangene behandelt. Das Gleiche ist mit unseren delta forces geschehen, sofern man sie und die Schiffsbesatzung nicht getötet hat. Darüber hinaus droht man unserem Land auf dem Energiesektor mit Erpressung“.

Das klingt nach steiler These.

Ist aber eigentlich nur Geschichtsunterricht:

Amerikanische und kanadische Schüler lernen: ihre Nationen waren nicht immer Freunde. Im Gegenteil. In der Historie hat es immer wieder Krieg gegeben zwischen den USA und Canada.

„Noch in den Zwanzigerjahren des 20 Jahrhunderts ließ das US-Kriegsministerium strategische Pläne für einen Einmarsch in Kanada im Falle eines Krieges mit Großbritannien ausarbeiten. Im sogenannten „Kriegsplan rot“ war ein Vormarsch auf Winnipeg und Quebec sowie ein Marineangriff auf Halifa vorgesehen“, beschreibt der Autor von „Polarsturm“ die historische Faktenlage korrekt.

motto photo at Hamburg port city: susanne.haerpfer@bits.de

motto photo at Hamburg port city: susanne.haerpfer@bits.de

Deutsche und andere werden nicht wissen, was Cussler schreibt:

„Die Vereinigten Staaten sind schon mindestens ein halbes Dutzend Mal mit Waffengewalt in Kanada eingefallen.“

Wichtig ist:

es handelt sich um Fakten.

Das Stutzen sollte also dazu führen, die Fakten zur Kenntnis und zur Grundlage für neues Denken, Planen und Handeln zu nehmen.

Denn:

wenn es in der Vergangenheit immer wieder zu kriegerischen Konflikten zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Canada gekommen ist, kann dies erneut geschehen.

Deutschland braucht sich nur an die eigene Geschichte zu erinnern. Viele haben nicht an den Übergang von Sowjetunion zu Russland und assozierte Staaten geglaubt. Und dennoch ist genau dies eingetreten. Viele haben nicht mehr an den Fall der Mauer geglaubt, und dennoch ist genau dies geschehen. Die DDR gehört nun tatsächlich zu Westdeutschland.

Ähnliches kann auch zwischen Canada und den Vereinigten Staaten passieren. Clive Cussler schreibt beziehungsreich auf Seite

 72

„Kriegsschiffe der US-Navy sollten Vancouver im Westen und den Sankt Lorenz Strom im Osten blockieren und Kanadas Außenhandel zum Erliegen bringen. Gleichzeitig würden Tarnkappenbomber einen Erstschlag gegen die kanadischen Luftwaffenstützpunkte Old Lake Alberta und Bagotille Quebec durchführen. Darüber hinaus sollten sich Einheiten der special forces in Bereitschaft halten, um Kanadas große Wasserkraftwerke zu besetzen, falls es zu der vermuteten Unterbrechung der Stromlieferungen kommen sollte.“

photographed in Toronto by Susanne.Haerpfer@bits.de

photographed in Toronto by Susanne.Haerpfer@bits.de

Klug und weitsichtig weist Cussler auf eine Möglichkeit hin, die auch und gerade deutsche Militärs berücksichtigen sollten. Immerhin üben Deutsche Tornado-Piloten in Canada. Wie verhält sich Deutschland im Bündnisfall? Auf welcher Seite stünde Deutschland? Wie ließe sich vermittelnd eingreifen? Welche Befugnisse hätte in einem solchen Fall der Arktis-Rat, welchen die Kommission? Und wer entscheidet wirklich über Krieg oder Frieden? Berlin? Ein Mann in Hannover? Eine Polarstation? Die Fifth Avenue? Wall Street?

Nur Außenstehende finden die Fragen bizarr, Fachleute hingegen beschäftigen sich rund um die Uhr mit genau solchen Problemen. Strategieabteilungen von Shell sollten das Thema ebenso auf ihren Radarschirmen haben wie das US-Department of Defence und das Department of Energy DOE. Immerhin formulierten die in ihren Szenerien, die am 17. August 2001 veröffentlicht wurden, exakt das: Was geschieht, wenn vernachlässigte Konflikte aufbrechen oder geschürt werden, um Interessen durchzusetzen. Was, wenn andere Interessen, andere Länder in den Vordergrund treten, als diejenigen, über die bislang ausführlich öffentlich berichtet wurde.

Terror zur See und Piraterie würden dann nicht mehr vor Somalia angesiedelt sein, sondern mitten im Eismeer:

„Ein Privatunternehmen betreibt diese Eisbrecher im Auftrag der kanadischen Regierung zum Geleit von Handelsschiffen. Aber ich habe keine Ahnung, warum bewaffnete Sicherheitskräfte an Bord sind und weshalb man uns als Geiseln genommen hat,“ heißt es im 507-Seiten-Wälzer „Polarsturm“.

„Der weiße Nebel da vorn ist eine Wolke aus tödlichem Kohlenmonoxid, die von einem Tanker freigesetzt wurde,“ warnt Cussler. Passagiere und Besatzung eines Kreuzfahrtschiffs sind von dem betroffen, was ein Tanker verursacht. Insofern sind Schiffe nicht wie bislang in unterschiedliche Kategorien und Umweltauflagen zu trennen, wie dies bislang bei der International Maritime Organization IMO geschieht. Dasselbe gilt für Aktiengesetze.

Was den Aktienkurs hochtreibt, kann den Aktionär vergiften.

Concerned cruise-ship-passengers should take this into consideration.

Bei Clive Cussler sind die „Olivgrünen“ die eigentlichen „Grünen“, während diejenigen, die sich als Ökologen fühlen, keine Umweltschützer sind, sondern sich blauäugig vor den Karren spannen lassen von Konzernstrategen.

copyright for concept, topic, text and photo to be obtained from me: susanne.haerpfer@bits.de