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Chinese conditions in the midth of Germany, motto photo by Susanne.Haerpfer@bits.de

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Der Staat zahlt Erwerbslosen oftmals noch nicht einmal das, was die Behörde eigentlich bewilligt hat.

Auf diese Weise bringt der Staat unbescholtene Menschen in Zahlungsschwierigkeiten.

In der Folge werden Menschen vom Staat kriminalisiert. Einige landen in Haft. Der Ruf wird zerstört. Die Folgen sind fatal. Geschäfte von Freiberuflern werden über einen langen Zeitraum geschädigt.

Internationale Kontakte werden so unterbrochen, neue Geschäftsanbahnung unmöglich gemacht. Der Staat Deutschland schickt seine Einwohner in die Isolation. Das negative der DDR wird so ausgerechnet durch Westdeutsche Beamte wieder eingeführt – die Mauer ist wieder da; sichtbar allerdings nur für Rating-agenturen, Banker und Finanzdienstleister. Unbescholtene Menschen bekommen Einträge bei der Schufa. Die ist inzwischen zum alleinigen Entscheider über Betriebe und Schicksale geworden. Korrektur von Schufa-Einträgen erfolgt höchstens nach langjährigem Kampf durch alle Instanzen; Bedingung der Schufa: eine Rücknahme der Forderungen ausgerechnet durch die Abzock-Vereine, die von falschen Forderungen profitieren. Ein Kafkaeskes System des Unrechts. Deutschland ist zur Diktatur geworden – zumindest für Erwerbslose, und die werden immer mehr.

Aufbau und Unterstützung besonders von Informationselite und Selbständigen sieht anders aus.

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Susanne.Haerpfer@bits.de

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Hamburg trade fair for high potentials of aircraft industry leads directly into jail – photographed by Susanne.Haerpfer add.bits.de

Millionen Gelder für Erwerbslosen würden nicht abgerufen, heißt es immer wieder. Das kann so nicht stimmen. Denn sonst ist es nicht zu erklären, weshalb immer mehr Menschen verzweifelt um ihr Geld kämpfen. Von einem Rechtsstaat erhoffen sie sich Hilfe. Gutgläubig haben sie bereits darauf vertraut, daß die Möglichkeiten, die in PR-Broschüren der Arbeitsämter suggeriert, auch tatsächlich gezahlt werden. Doch Rechte und Pflichten sind ungleich verteilt; Arbeitsämter handeln wie Bandenmitglieder Organisierter Kriminalität: sie zahlen einfach nicht. Rechte existieren nur auf dem Papier.

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Wir leben im Informationszeitalter.

Eigentlich.

Doch Tausende Erwerbslose sind weiter vom internet entfernt als ein Bewohner der Sahelzone.

Denn der erhält von Apple ein Solargetriebenes notebook,

erwerbslosen Journalisten hingegen wird selbst die Reparatur ihres Arbeitswerkzeugs verweigert. Und dies, obwohl ausdrücklich dafür Gelder in den Etats der Arbeitsämter vorgesehen sind.

copyright: Susanne.Haerpfer@bits.de

Internet-Übertragungsraten werden gedrosselt.

Dies macht jetzt Schlagzeilen.

Gängige Praxis ist es bereits heute.

Flatrates bieten mitnichten das, was sie versprechen: all inclusive.

Werbung, die verspricht, für 20 Euro im Monat sei internet zu erhalten, Telefon, Fax und Handy auch, enthält kleingedruckte Fußangeln.

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internet-Barriere photographed by  Susanne.Haerpfer@bits.de

Gerade diejenigen, mit denen die Bundesregierung wirbt, die internet-affinen Informations-Nutzer, werden von Information abgekoppelt.

Journalisten, Grafiker, webdesigner, Forscher und Wissenschaftler – sie alle benötigen verlässliche Datenübertragung.

Seit den Zeiten der new economy sind sie es gewohnt, 80 Stunden in der Woche zu arbeiten.

Die new economy-Blase platzte, die Betroffenen machten sich selbständig. Sie vertrauten den Werbeversprechen so manches fixen Kollegen, und büßen bitter dafür. Denn: professionelle internet-Nutzer stellen nach drei Tagen fest: das Kontingent von 20 Euro ist ausgeschöpft. Ab dann wird jede Verbindung einzeln in Rechnung gestellt. Rechnungen von hundert Euro sind keine Seltenheit. Hundert Euro sind bei einem Erwerbslosengeld von 350 Euro ein Drittel des gesamten Etats. Erwerbslose müssten sich also entscheiden, ob sie während eines Drittels des Monats das Atmen einstellen, oder ob sie sich in´s Abseits stellen – obdachlos im world wide web. Abgehängt von dem, für das doch eigentlich das Arbeitsamt da sein sollte: Arbeit.

Die Realität hingegen sieht so aus:

Hochmotivierte Informations-Handwerker werden vom Arbeitsamt an der Berufsausübung gehindert.

Und das, obwohl durchaus Gelder vorhanden sind. Denn sonst könnte es ja keine Millionen geben, die an´s Ministerium zurückgegeben werden, wie es beispielsweise in Leipzig der Fall ist.

Die Bundesregierung hat festgestellt: internet ist ein Grundrecht des Menschen.

Doch Grundrechte, die nicht wahrgenommen werden können, sind nicht existent.

Es wird Zeit, daß Erwerbslose endlich das erhalten, was auf dem Papier längst existiert: zusätzliche Gelder, zweckgebunden an internet-Nutzung. Nachweis und Kontrolle über Rechnung jederzeit möglich.

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Fallgrube

internet – photograph, article, arguments and research by Susanne.Haerpfer@bits.de