Bambus sprießt als Boots-Stöcke gebraucht werden; just in time photographed by susanne.haerpfer

Bambus sprießt, als Boots-Stöcke gebraucht werden; just in time photographed by susanne.haerpfer

„Wir haben es täglich mit Erdbeben zu tun“, warnt ein Experte auf n24 am 19. Juni 2013 um sechs Uhr morgens.

Als ein Tsunami Teile Thailands verwüstete, konnten die Tiere vorher fliehen, heißt es in der Dokumentation. Zu sehen sind kleine Elefanten, die so rasch sie können, fortlaufen. „Über die großen Füße haben sie früh die Erschütterungen im Boden gespürt“, sagt der Kommentar des Features.

Die Menschen haben die frühen Warnungen der Tiere aber offenbar ignoriert.

down to earth, Bodenkontakt, early warning system auf Pfoten; Foto: Susanne.Haerpfer@bits.de

down to earth, Bodenkontakt, early warning system auf Pfoten; Foto: Susanne.Haerpfer@bits.de

Jetzt wird nach mehr Sensoren verlangt. Weshalb eigentlich? Schon jetzt gibt es eine Datenflut. Tiere hingegen sind die Gefährten des Menschen, sind Teil der Umwelt, sie haben Fähigkeiten, die Menschen nicht (mehr) haben und die Menschen noch immer nicht wahrgenommen haben. Tiere sorgen für das Überleben des Planeten, versuchen mühsam das gerade zu biegen, was Menschen mal wieder verbockt haben.  Giftige Chemikalien sind für die Elektronik nötig, die Frühwarn- und Kommunikationskanäle bestücken, die Tiere längst für uns alle kreiert haben. Chemikalien vernichten die Welt, Tiere versuchen, zu retten, was noch zu retten ist.

Beispiel Flut:

Ganze Landstriche sind in den Wassermassen versunken, Häuser abgesoffen, Hab und Gut verloren. Die Schäden gehen in die Milliarden.

GULLIS REICHEN NICHT, ES BRAUCHT MEHR PFLANZEN - befindet der Stadt-Rat der Pflanzen und startet eine Begrünung; photo: susanne.haerpfer@bits.de

GULLIS REICHEN NICHT, ES BRAUCHT MEHR PFLANZEN – befindet der Stadt-Rat der Pflanzen und startet eine Begrünung; photo: susanne.haerpfer@bits.de

Wasser konnte nicht ablaufen. Zu viele Flächen sind versiegelt.

Diese Pflanzen machen einen Vorschlag:

Foto

tapfere kleine Grünpflanze

Mit ungeheurer Energie sprengen die Pflanzen die Fehler der Menschen. Als ob es einen United Nations Rat der Pflanzen gäbe, die feststellten: Menschen vernichten den Planeten, Pflanzen sind gefragt, die Ketten zu sprengen.

Pflanzen korrigieren Fehler der Stadtplanung; photo susanne.haerpfer@bits.de

Pflanzen korrigieren Fehler der Stadtplanung; photo susanne.haerpfer@bits.de

Doch Menschen machen es immer schwerer.

Der Behördenspiegel vom April dieses Jahres schreibt auf Seite 40 über ein neues Kleber-Granulat, das die Erde komplett abdichtet.

Wenn aber Klebstoff die Erde abdichtet, dann kann kein Regen in die Erde gelangen. Regen kann durch die Erde nicht gefiltert werden, wir bringen uns um unser eigenes Trinkwasser. Und versinken in den Fluten. Es ist ganz einfach: Wassermassen, die nicht in´s Erdreich versickern können, weil Menschen zuvor die Erde zugeklebt haben, rauschen dorthin, wo sie können: in die Häuser der Menschen. Die haben den Klebstoff zwar nicht erfunden, aber nicht nachgedacht.

Der Behördenspiegel gibt die Werbung der Klebstoff-Produzenten unkritisch eins zu eins wieder.

Der Behördenspiegel wirbt  für die STRABAG AG;

und macht eine Milchmädchenrechnung auf. Der Klebstoff bewirke, daß Straßen und Autobahnen weniger häufig erneuert werden müssten. Das vermeide „kostenintensive, umweltschädliche und ärgerliche Verzögerungen“, heißt es in dem Beitrag.

Selbst der SPIEGEL verbreitet unkritisch Chemie-PR. In der Ausgabe 5/2011 wirbt eine Julia Koch für „Super-Asphalt“ via Nanotechnik. Die Autorin wirbt für ein „Nano-Spezialgemisch aus Polymeren, Latex und Siliziumdioxid“, „das in den Zement für den Straßenunterbau gerührt wird.

„Der Untergrund ist dann absolut wasserdicht“ , sagt der Geschäftsführer der Firma.

Genau. „Der Untergrund ist dann absolut wasserdicht.“ Was das heißt, scheinen weder die Spiegel-Autorin noch der Rest der Bevölkerung begriffen zu haben –

bis sie in den Fluten ertranken.

Wenn der Untergrund absolut wasserdicht ist, kommen weder Menschen, noch Tiere, noch Pflanzen an Wasser. 

Alles Leben stirbt. 

Ameisen überleben Asphalt, den neuen Klebstoff nicht - photo susanne.haerpfer@bits.de

Ameisen überleben Asphalt, den neuen Klebstoff nicht – photo susanne.haerpfer@bits.de

Die Folge von:

„Mondlandschaft Autobahn“. Zumindest die Überschrift stimmt. Die Texter der Titelzeilen scheinen begriffen und versucht zu haben, das zu korrigieren, was die Autorin mit ihrem PR-Artikel angerichtet hat.

Damit nicht mehr Menschen und Tiere in den Fluten ertrinken. Denn auch das ist eine Folge des Nano-Kleisters, der den „Untergrund absolut wasserdicht“ macht. Das Wasser muß irgendwo hin, und das sind dann die Häuser der Menschen.

Die Schäden werden bereits mit Milliarden angegeben: Städte, Eigentum des Bundes, von Strom und Telekommunikationskonzernen. Hinzu kommen Milliarden Schäden von Privatleuten, die gar nicht so rasch berechnen können, was vernichtet wurde, was die Neubeschaffung kostet und

wie viele Arbeitsstunden es allein kostet, den Aufwand zu berechnen, die Schäden zu beseitigen.

Und das alles

nur, weil Menschen so ungern im Stau stehen.

Dabei

Schweres Gerät und Kraftstoff ist nötig, den Belag wieder aufzubrechen, der zuvor gegossen wurde; photo susanne.haerpfer@bits.de

Schweres Gerät und Kraftstoff sind nötig, den Belag wieder aufzubrechen, der zuvor gegossen wurde; photo susanne.haerpfer@bits.de

wären mehr Menschen beschäftigt, wenn die Straßen regelmäßig ausgebessert werden – quasi en passant, wie auch regelmäßiges Geschirr-Waschen den meisten gar nicht als Arbeitszeit auffällt. Die Straßenbau-Arbeiter erhielten Geld und könnten es sparen und könnten es ausgeben, weder Banken noch Geschäfte müssten gerettet werden.

Straßenbau regelmäßig ohne Chemie bringt mehr Beschäftigung, Geld und verringert die Flutgefahr - photo susanne.haerpfer@bits.de

Straßenbau regelmäßig ohne Chemie bringt mehr Beschäftigung, Geld und verringert die Flutgefahr – photo susanne.haerpfer@bits.de

Wenn nicht alles mit Wasserdichtem Klebstoff zugekleistert würde. Beim Neu-Bau dran denken, damit nicht eine noch viel größere Katastrophe kommt.

Ein Erdbeben beispielsweise.

Denn:

Erdreich, das zugeklebt und zusätzlich durch Fahrzeuge und Gebäude belastet wird, steht unter enormer Spannung. Die Folge: an einer Stelle reißt die verkleisterte Fläche doch auf:

symbolic photo susanne.haerpfer@bits.de

symbolic photo susanne.haerpfer@bits.de

„Mondkrater Autobahn“.

Die Ameisen hingegen machen vor, was nötig ist. Zwischen den Gehwegplatten bohren sie Löcher. So kann mehr Regen abfließen. Zugleich vergrößert sich das Trinkwasser-Reservoir. Dafür legen die emsigen Ameisen zur Zeit Nachtschichten ein. Bei Flutlicht lassen sich Kolonnen kleiner Straßenbau-Arbeiter beobachten, die Löcher bohren, wo sie nur können und Sandkegel aufschütten, die als Damm dienen.

Betrachtet man die Ameisen und das Ergebnis ihrer Arbeit

Maßstabsgetreu

vollbringen sie Wunder.

Menschen benötigen schweres Straßengerät und viel Kraftstoff, um einen Bruchteil zu bewältigen.

0,8 mm seien Ameisen groß, schreibt Wikipedia und macht auf Tücken aufmerksam, die sich bei Maßstabs-Modellen durch Physik ergeben. Reines Multiplizieren und Hochrechnen führe zu falschen Ergebnissen. Masse, Gewicht und Gewichtskraft sowie Erdbeschleunigung seien Faktoren, die nötig sind, will man Fähigkeiten von Mäusen, Menschen und Elefanten vergleichen. Hinzu kommen biologische Unterschiede. Muskelkraft sei spezifisch definiert und eben nicht vergleichbar oder einfach mathematisch hoch-rechenbar. Damit verweist der Autor des Wikipedia-Beitrags über Ameisen zugleich auf die Fehlerquelle vieler falscher Annahmen, Studien und Entscheidungen, die darauf beruhen. Der Teufel steckt im Detail – dieser Spruch enthält mehr Weisheit als Binse. Es ist die vertrackte Vielzahl von Faktoren und deren gegenseitige Beeinflussung, die sich eben nicht vereinfachen läßt. Wer einen Teil weg läßt, bringt alles in´s Wanken:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ameise

Taal volcano photographed in the Philippines by susanne.haerpfer add bits.de

Taal volcano photographed in the Philippines by susanne.haerpfer add bits.de

Menschen müssten Schutzkegel

von der Größe von Vulkanen auftürmen, um das zu erreichen, was die Ameisen ihnen vormachen.

Drumrum gruppieren sie, im Einklang mit Regen und Wind, Blätter, Blüten und Äste. Das sieht nicht nur schön aus, dient der Straßenbeschilderung für Ameisen-Bautrupps, sondern ist auch ein ganz natürlicher Schwamm, wenn der Regen kommt.

Grüne Stadt - Entwurf: Star-Architekt Charly, die Ameise - photo: susanne.haerpferl@bits.de

Grüne Stadt – Entwurf: Star-Architekt Charly, die Ameise – photo: susanne.haerpferl@bits.de

Genial.

THW und Feuerwehr sollten Charly, die kleine Ameise zum Maskottchen küren.

Immerhin leisten die lütten „Feuer-Ameisen“ enorme Arbeit, und ersparen so manches teure Keller-Auspumpen.

Zugleich scheinen sie an die Menschen zu appellieren: macht doch mit. Seht, wie wir Ameisen zu Werke gehen, und macht das nach. Wir haben Jahrtausende Erfahrung im Straßen-Tiefbau.

Macht mit, laßt uns nicht die ganze Arbeit allein machen, sagen die Ameisen; photo: Susanne.Haerpfer@bits.de

Macht mit, laßt uns nicht die ganze Arbeit allein machen, sagen die Ameisen; photo: Susanne.Haerpfer@bits.de

Das haben sie gemeinsam mit Kollege Maulwurf, dem buddelnden Kaninchen, Freddy, der Feldmaus, und tapferen Hamstern, die Hunde zum Mitbuddeln bringen.

Denn dann gab´s wieder eine Versammlung wie im niedlichen Zeichentrickfilm Bernard&Bianca.

Das Gewicht des Glas-Palasts muß ausgeglichen werden, befanden die Maulwürfe und warfen so viel Erde nach oben, wie die Pyramide in ihre Wohnstube drückte - photographed by susanne.haerpfer@bits.de at botanical garden of Hamburg

Das Gewicht des Glas-Palasts muß ausgeglichen werden, befanden die Maulwürfe und warfen so viel Erde nach oben, wie die Pyramide in ihre Wohnstube drückte – photographed by susanne.haerpfer@bits.de at botanical garden of Hamburg

 

 

Im Film kommt die United Nations der weltweiten Welt-Rettungs-Gemeinschaft zu einer außerordentlichen Notfall-Sitzung zusammen. Die Menschen haben einmal wieder Verbrechen begangen, die die gesamte Welt bedrohen. Nur die Solidarität aller Nager und zwei ganz besondere – Bernard & Bianca – können das Unheil noch aufhalten.

Statt also beim Anblick der Sandkegel zum Gift zu greifen (bitte nicht!!!!!!!!!!!!!!),

sollten alle Menschen das Joggen ausfallen lassen, und stattdessen jeder mindestens eine Straße übernehmen, und gemeinsam mit den Ameisen Löcher zwischen die Gehwegplatten bohren. Und zusammen mit den Pflanzen überlegen, wo zu viel Asphalt und Gestein ist, und durch Sand und Grünes ersetzt werden könnte.

Ring of fire - Vulkan-Demonstration der Ameisen; photo Susanne.Haerpfer@bits.de

Ring of fire – Vulkan-Demonstration der Ameisen; photo Susanne.Haerpfer@bits.de

Denn das lässt Regen in´s Erdreich sickern und bindet überschüssiges Wasser.

Das dachte sich offenbar diese Pflanze. Ungefragt siedelte sie sich vor dem Kellerfenster an. So kann bei Regen der Keller der Menschen nicht so rasch voll laufen, und für den Wasserbedarf ist auch gesorgt. Klug bemerkt. Gut mitgedacht.

Pflanze die sich um Menschen kümmert; sonst ist´s umgekehrt; photo: susanne.haerpfer@bits.de

Pflanze die sich um Menschen kümmert; sonst ist´s umgekehrt; photo: susanne.haerpfer@bits.de

Die Pflanze handelt verantwortungsvoll und mitfühlend.

von Susanne.Haerpfer@bits.de