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Apfel der Erkenntnis – © susanne.haerpfer@bits.de

Gemüse soll wachsen, wie Maschinen standardisiert sortieren, schreibt DER SPIEGEL.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lebensmittel-wie-aus-ausschussware-ein-erfolgsmodell-werden-kann-a-867249.html

Das Magazin zitiert die Arbeit des Filmemachers Valentin Thurn:

„Vieles von dem, was natürlich wächst, schafft es nicht in die Läden und landet im Müll“.

Bei einigen Landwirten lande die Hälfte der Ernte nach den Vorgaben der Supermärkte im Abfall.

Die Industrie-Norm für Wachstum von Gemüse nach Industrienorm sei 2009 abgeschafft worden. Noch immer gelten aber dieselben Industriestandards für die Ernte- und Transportmaschinen, und es gelten die Gebote der Wirtschaftlichkeit. Gemüse, das einfach nur wächst, macht mehr Arbeit – ob mit oder ohne Norm. Die Mehrkosten bzw. Einbußen müssten ausgeglichen werden, unter der Maßgabe, diese wirklich für natürliches Gemüse zu verwenden. Das nennen andere dann Subventionen.

Gemüse gibt es also genug.

Es wird nur weder verteilt noch transportiert oder angeboten.

Dennoch wird behauptet, es gäbe nicht genügend Lebensmittel. Dies ist nachweislich falsch. Gentechnikfirmen, Agrartechnikfirmen und Insektizid- und Herbizid-Produzenten brauchen Lebensmittelmangel, um ihre Chemikalien und künstlichen Lebensmittel zu verkaufen.

So passt das timing, daß von künstlichem „Fleisch“ berichtet wird.

Zur selben Zeit, in der ausgerechnet Die Grünen einen Vegetarier-Tag fordern.

Ohne zu bedenken, daß sie damit den Markt bereiten für Chemie-Essen. Solange nicht die wirtschaftlichen, politischen und gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, daß krummes, natürliches Gemüse nicht auf dem Müll landet, sondern verkauft, verschenkt, verteilt, gegessen werden kann, wird ein Bedarf angeheizt, der nicht gedeckt werden kann. Dann sind die Chemie- und Gentechniklieferanten wieder schneller. Sie liefern – für den Vegetarier-Tag. Würden alle Menschen Vegetarier, gäbe es kein Grün mehr, keine Pflanze hätte eine Chance. Alles würde kahlgefressen. Die Tiere hätten keine größeren Chancen. Noch mehr Flächen wären kahlgefressen. Dürren würden nicht weniger.

Ganz abgesehen von neuen Forschungsergebnissen, die an der Universität Bonn präsentiert wurden von Frantisˇek Balusˇka, Marta Olivetti und Stefano Mancuso.

Demnach sind Pflanzen Lebewesen wie Tiere mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Sie spüren Magnetfelder, ihre Lebensvorgänge basieren auf elektromagnetischen Wellen, sie erfassen alle relevanten Umweltdaten auf einmal, analysieren sie und treffen auf der Grundlage Entscheidungen. Sie handeln wie Menschen, sind allerdings nicht auf computer angewiesen, denn sie sind quasi zugleich ihr eigener pc. Der Unterschied ist: sie sind grün. Sie übermitteln Botschaften an andere Pflanzen und Tiere, rufen Hilfe herbei und kämpfen. Das Wort „Photo-Synthese“ erhält eine wortwörtliche Bedeutung. Pflanzen kommunizieren wie Menschen über Licht. Sie sind Lichtbildner. Pflanzen agieren wie Klischée-Japaner, die filmen und fotografieren und dann in Fabriken das Gesehene nachbauen. Der Begriff der self assembling plants, den Nanotechniker verwenden, kommt eigentlich von der Pflanzenwelt. Insofern hat die Englische Sprache korrekt zusammengefaßt: plants – das sind (Mini-) Fabriken und Pflanzen zugleich.

Dennoch kommen Pflanzen „als Lebewesen nicht vor. Ihre Früchte und Blätter werden auf eine Stufe gestellt mit toten Kuchen- oder Käsestücken, “

kritisiert der Wissenschaftler und Naturfilmer Volker Arzt in seinem Buch „Kluge Pflanzen.“  Der Autor schreibt im C. Bertelsmann Verlag :

„Fast täglich werden neue, intelligent anmutende Verhaltensweisen aus dem Reich der Pflanzen gemeldet – untermauert durch penible Messungen im Labor und im Freiland.“

DSCI0120  Pflanzen leben auf der Grundlage von Elektrizität

© susanne.haerpfer@bits.de