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„Juristen benutzen allgemeinverständliche Begriffe und weisen ihnen abweichende Bedeutungen zu. Nehmen Sie „Besitz“ und „Eigentum“ – im Alltag wird das synonym benutzt,“ schreibt SPIEGEL online. Nicht so Juristen. Sie machen Verständliches unverständlich. So haben sie sich Unentbehrlich gemacht.

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/anwalt-und-schriftsteller-georg-m-oswald-findet-juristendeutsch-schoen-a-912682.html

Wie fatal es ist, wenn man glaubt, juristische Texte zu verstehen, weil allgemein gebräuchliche Begriffe verwendet werden, ist zur Zeit in allen Fernsehprogrammen zu sehen. Der Fall Gustl Mollath macht „Entmündigung“ zum Thema, das jeden betrifft. Amtsgerichte und ihre Zuarbeiter nennen die Entrechtung „Betreuung“ und verschleiern auf diese Weise das Ausmaß des Unrechts.

Andere Beteiligte [Mediziner] verwenden hingegen bewusst viele Fachbegriffe, die nur Angehörige desselben Berufs verstehen.

Der Rest der Bevölkerung redet allerdings auch nicht allgemeinverständlich. Es haben sich Alters-, Berufs- und Einkommensspezifische „Sprachen“ herausgebildet, die nur diejenigen als solche erkennen, die dazu gehören.

Alle anderen benötigen ein Übersetzungsprogramm.

Von Zeugnissen kennt das jeder: beschönigende, euphemistische Formulierungen für Absagen.

Euphemismen, beschönigende, verfälschende und Wahrheitswidrige Bezeichnungen machen es Journalisten schwer. Erst jetzt kam heraus: der Westen hat Sportler gedopt, hat sie krank gemacht, und dies getarnt als „Regenerierung“ und „Substitution“.

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Vergleichbares geschieht seit rund sieben Jahren. Was einmal als Schutz vor Verfolgung entwickelt wurde, hat ein Eigenleben entwickelt. Zu Lasten derjenigen, die es betrifft. Es wird verneint, es wird geleugnet, es werden Antworten verabredet auf Fragen, die alltäglich klingen. Doch es werden insider-Antworten erwartet, die nur die insider kennen. Die Betroffenen erhalten keine Erklärung, so sehr man auch nachfragt. Offenkundig ist Schindluder getrieben und Unterstützung umgelenkt worden. Daher haben die Geber höhere Hürden geschaffen, die aber nur ihresgleichen kennen. Eine Identitätsprüfung erfolgt nach wie vor nicht. Es wird nicht gesagt: Maskerade und Mummenschanz, falsche Namen, falsche Adressen und Identitäten, Schein-Geschichten und Tarnungen haben uns misstrauisch gemacht. Sind Sie einverstanden, mit in ein Büro oder einen Konferenzsaal zu kommen und inhaltliche Wissensfragen zu beantworten, ob es wirklich Sie sind. Dann geben wir journalistische Aufträge, kaufen Vorschläge an, investieren oder unterstützen Sie.

Ohne die Tarnwortliste, das Verzeichnis des Jargons ist es in den vergangenen Jahren unmöglich geworden, den Beruf auszuüben. Mir wurde versprochen, diese Liste im Briefkasten zu hinterlegen. Dies ist bis heute nicht geschehen. Daher auf diesem Weg der Appell: lassen Sie mir dieses Verzeichnis zukommen. Damit ich eine Chance habe, meinen Beruf weiter auszuüben.

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