remote control © susanne.haerpfer@bits.de

remote control © susanne.haerpfer@bits.de at trade fair „aricraft interior“ at Hamburg

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Jeder computer kann gehackt werden. Alles, was auf elektronischer Datenverarbeitung beruht, kann angesteuert , Programmbefehle können geändert werden. Seien es pc, Handy oder Mikroprozessoren und einzelne chips.

Der Fernsehsender CNN zeigt(e), wie sich in die Steuerungselektronik von Autos eingreifen läßt:

Bremsen blockieren, falsche Entfernung zu anderen Fahrzeugen vorgaukeln, in´s Lenksystem eingreifen. Möglich ist dies durch die Reparatur-Funktionen. Werkstätten haben Diagnose-computer-software. Damit lassen sich einzelne Baugruppen „ansprechen“ und so Rückschlüsse darauf ziehen, welches Teil wirklich defekt ist.

http://edition.cnn.com/2013/08/05/tech/mobile/five-hacks/index.html?iref=allsearch

Was zur Reparatur gedacht ist, kann aber auch Schäden hervorrufen.

Das ist mehr, als das Einzelne ihren Umsatz ankurbeln.

Dann nämlich, wenn immer mehr auf immer mehr Elektronik setzen. Obwohl die Gefahr bekannt ist, werden Elektro-Autos gezielt promoted. Die Frage ist, weshalb? Denn auf diese Weise steigt nicht die Mobilität, sondern die Gefahr des kompletten Stillstands – auf Knopfdruck oder wegen der zahllosen Interferenzen – wenn all die verbauten Module und drahtlosen Frequenzen sich gegenseitig anfunken, überlappen, sich gegenseitig anfragen, ob man sich von Modul zuBaugruppe tatsächlich richtig verstanden hat, und die drahtlosen Drucker im Büro sämtliche Fernbedienungen in Gang setzen. So wie zuhause statt TV-Programm immer häufiger nur Klötzchen und Zeitversetzte Stimmverzerrung zu sehen ist und man sich im Fernsehdeutschland der Fünfziger Jahre mit Flimmern und Rauschen wähnt.

SPIEGEL online greift den CNN-Bericht auf und warnt vor der Gefahr der „smart homes“, der voll-elektronischen Häuser.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/smart-ho

me-sicherheitsluecke-bei-fernsteuerbaren-toilet

ten-aufgedeckt-a-914988.html

Dabei wird als kurioses Beispiel die anwählbare Toilette genannt – von chip zu chip.

Das ist aber nur auf den ersten Blick ein Problem für Reiche und Technikvernarrte. Denn: nahezu jeder Bürger ist betroffen.

Dann nämlich, wenn er fliegt.

Dort steuern Sensoren das Händewaschen.

Die Toilettenspülung und Reinigung ebenso.

Und: all diese Mikroprozessoren können angefunkt werden. Gedacht ist dies als Zeit-Ersparnis. Defekte Toiletten melden schon mal den Schaden, die Ursache kann herausgefunden werden, während die Handwerker noch weit entfernt sind. Fatal allerdings, wenn sich ein Angreifer, Saboteur, jemand von einer Konkurrenzfirma, unterbeschäftigte Wartungsmonteure, Techniker oder auch ein Terrorist in die Wartungsmodule einklinkt. Dann droht Chaos an Bord.

Nicht jeder kann alles kennen. Selbst wenn ein Passagier keine Terrorabsichten hat, sondern nur ein verspielter großer Junge ist, kann aus vermeintlichem Schabernack tödlicher Ernst werden. Dann nämlich, wenn Diagnose-Gerät, Fernsteuerung und Unterhaltungselektronik von Mit-Reisenden auf ungewollte Weise auf einander reagieren. Wenn der Bordcomputer Parameter gefunkt erhält, die etwas vorgaukeln, was gar nicht existiert. Programm-codes enthalten aber Prioritätenvorgaben. Wenn …, dann… Mit möglichen fatalen Konsequenzen. Dann erhält die Steuerung den Befehl zum rapiden Sinkflug oder zum abrupten Steigen. Dem gegenüber stehen andere Parameter, die all die anderen Sensoren erhalten, die ebenfalls verbaut sind. Mit fatalen Konsequenzen, bis hin zum Absturz.

Diese Gedankenkette von Flugunfallforschung und Vorab-Vermeidung ließ sich optisch bereits im Frühjahr dieses Jahres auf der Hamburger Messe „aircraft interiors“ sehen.

 Text & Photo: © susanne.haerpfer@bits.de

_DSC0710 computer [on] board at trade fair „aircraft interior“ at Hamburg

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