fülle arbeitsproben0413deutlich                         Fülle meiner TV-Beiträge   © susanne.haerpfer@bits.de

Online-Plattformen für Journalisten sind gedacht als Möglichkeit, Themenvorschläge zu pitchen. Ideen, anrecherchierte Denkansätze vorzustellen, um so Recherchegelder zu aquirieren (crowd-financing), die nötig sind, um einen Fernsehmagazinbeitrag, einen Artikel oder eine Fotoreportage so zu recherchieren, daß man veröffentlichen kann.

Daher – in eigener Sache –
Die auf meiner homepage präsentierten Artikel sind natürlich ausbaufähig. Ich kann weitere Experten anrufen, Betroffenen mailen, Interviewpartner besuchen, zu Kongressen reisen – falls ich dafür Recherchegelder aquiriere.

Gern!
Sehr gern!

Ich benötige assignments.

Also Redaktionen (oder crowd financing), die mir eine Produktionsnummer geben, Gelder freischalten und mich veröffentlichen. So nennt man gemeinhin journalistische Aufträge. Auch wenn ich auf einem Treffen des Deutschen Journalistenverbands djv (kurz vor Erika Krauses Tod) verblüfft hörte, daß der Ankauf eines Themenvorschlags kein Auftrag sei. Der Referent blieb eine Erklärung schuldig. Bis dahin werde ich das Interesse an Themenvorschlägen, das zu Bezahlung und dem Ziel einer Veröffentlichung führt, also weiterhin Auftrag nennen. Und exakt das suche ich. Meine Fotos, die Sie auf dieser Seite sehen, haben Zeit beansprucht, also Geld gekostet. Dasselbe gilt für meine Artikel. Es brauchte Zeit, die Themen zu erkennen. Es brauchte journalistische Erfahrung, zu lesen, Ausstellungen und Messen zu besuchen, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und die Themen zu erkennen. Die Relevanz, die Bedeutung, die über das Sichtbare hinausweist, die Fragen zu sehen und sie auch zu stellen. Zu lesen, möglicherweise nochmals nachzuhaken und zu schreiben.

grellbunt stein lampe0622   © susanne.haerpfer@bits.de

All dies ist Arbeit. Es ist meine Lebenszeit und es ist mein Geld. Ich übe diesen Beruf seit Jahren aus. Und aus diesem Grund will ich gefragt werden und – ja – Aufträge erhalten sowie das Geld, diese auch erfüllen zu können. Ich bin ein einzelner Mensch, eine Journalistin, die arbeitet. Ich bin nicht dpa, die im übrigen auch bezahlt wird, damit sie an alle Redaktionen Texte liefert, die dann entweder so abgedruckt oder erweitert und verändert werden.

Vielleicht gibt es in diesem Land oder einem anderen einen Journalisten, oder sogar mehrere, die so denken wie ich. Die bei ähnlichen Themen, Fragen, Problemen und Besonderheiten aufmerken und sagen: das will ich aber mal genauer wissen. Und zwar: als Journalist. Und nicht als Kontroletti-PR, die sich als Journalismus tarnt. Sondern im ursprünglichen Sinn, so wie er Idealtypisch im Film „Watergate“ gezeigt wird. Wenn dann noch kein Konkurrenzkampf gegeneinander losbräche, sondern im Gegenteil man sich zusammenschlösse und gemeinsam Gelder aquirierte, Redaktionen fände und veröffentlicht würde, dann wäre es in meinem Sinn perfekt.

Meine Arbeit ist nicht dafür da, daß man sie abkupfert, klaut und ausplündert. Ja, ich will Geld. Ja, ich will bezahlt werden. Und: ich will veröffentlicht werden.

Ich bin Journalistin.

VON

SUSANNE.HAERPFER@BITS.DE