sepia848  Susanne Haerpfer at San Francisco in the 90´s

Die Stromversorgung San Francisco sei durch Waldbrände in Gefahr, wird gemeldet.

Wie kann das sein?

Wieso können Brände die Stromversorgung gefährden, wenn gleichzeitig Materialien beworben werden als feuerfest.

Besonders brandresistente Kabel, schwer entflammbare Sitze, unkaputtbare Materialien – sind entwickelt worden für zivile und militärische Flugzeuge. Auch Atomkraftwerke benötigen Stahl, dessen Schmelzpunkt möglichst hoch ist.

Wenn also ein Waldbrand die Stromversorgung San Franciscos gefährdet:

–         was bedeutet dies für [die dortigen] Atomkraftwerke?

–         Innen und außen

–         Gibt es die Brandresistenten Materialien nicht?

–         Oder sind diese zwar technisch machbar, aber teuer,

–         Und so wurden sie nicht verwendet, um zu sparen und kurzfristig den Aktienkurs in die Höhe zu treiben

–         Was bedeutet dies für die Infrastruktur generell?

–         Schmilzt auch die Golden Gate Bridge?

–         Weil am Stahl gespart wurde?

–         Ist Sparen der eigentliche Terror-Anschlag?

–         Was bedeutet dies für die Privatisierungsdebatte in Deutschland?

–         Was muß (am Aktienrecht) geändert werden, um die

–         Sicherheit

–         Zu gewährleisten und zu erhöhen?

DSC_0772  symbolic photo by Susanne Haerpfer

Im Februar 2007 lief der Film “Enron” in den Kinos an. Anlaß, sich mit den Geschäften der Energiekonzerne filmisch zu beschäftigen.

Ich schlug dem WDR (die story), 3sat (Delta) und weiteren Medien 2007 das Thema vor:

Händler des Energiekonzerns Enron hatten in Kalifornien Kraftwerksbesitzer überredet, die Versorgung für einige Zeit einzustellen. Wie die „Welt“ berichtet, dokumentieren Tonbänder, wie Kalifornien daraufhin mit Stromausfällen regelrecht lahmgelegt wurde, Menschen in Fahrstühlen stecken blieben, in Krankenhäusern die Lichter ausgingen.

rot negativ 848  Fire at Frisco – motto photo: Susanne Haerpfer

Offenbar kein Einzelfall. Die Anwaltskanzlei Cauley Geller Bowman & Rudman hat gegen den Stromkonzern First Energy Sammelklage eingereicht. Sie habe einen massiven Stromausfall rücksichtslos verursacht, bei dem Teile der USA und Kanadas lahm gelegt wurden.

Der größte Stromausfall in der Geschichte der USA hat laut Schätzungen die Wirtschaft der Stadt New York mehr als eine Mrd. Dollar gekostet. Der Vorwurf: First Energy habe weder einen funktionierenden Alarm gehabt, noch ein fehlerfreies System unterhalten, das das lokale System vom Rest des Stromnetzes hätte trennen können.

Gerade mache ja der EU-Bericht Schlagzeilen, der Eon die Schuld an den Stromausfällen gibt, die nicht nur Deutschland, sondern auch Teile Frankreichs, Belgien, der Niederlande, Italiens und Spaniens lahm legte. Auch Eon hatte offenbar demnach keine Sicherheitsverfahren. Stromausfall – das kannten wir lange Zeit nur in Entwicklungsländern, aber in Deutschland. Doch die Berichte über spektakuläre oder mysteriöse Stromausfälle häufen sich weltweit.

motto photo spark into dark by Susanne Haerpfer in Hamburg-Eppendorf

motto photo spark into dark by Susanne Haerpfer in Hamburg-Eppendorf

In Hamburg kam es beispielsweise 2003 zu einer Serie solcher ungewöhnlicher Pannen, wie die HEW einräumte. Experten warnen vor der Zunahme solcher black outs bzw. brown outs, wie die Stromausfälle eigentlich heißen. Greenpeace sieht die Ursache im Geiz der Betreiber, die nicht genügend in´s Netz und dessen Sicherheit investierten. Andere machen veraltete Kraftwerke verantwortlich. Die Konzerne schieben die Schuld auf die Umwelt und auf den Ausbau der Windenergie für Störungen. Die führten zu einer Mehrbeanspruchung der Netze. Wir beleuchten die Hintergründe, zeigen noch einmal die Schäden, und wer profitiert. Die US Investmentbank Goldman Sachs führt den Handel mit Energiederivaten. Die Stromausfälle brachten den Markt der Strompreise in Schwung, verachtfachten ihn, erhöhten das Interesse an Derivaten zur Absicherung gegen Preisschwankungen und steigerten so den Umsatz.

Als eine Kollegin Enron-Aktien kaufen wollte, hatte ich im internet recherchiert, und fand heraus: die angeblichen Geschäfte existierten gar nicht. Die Firma hatte keine assetts, und riet privat vom Erwerb der Aktien ab. Kurze Zeit darauf platzte Enron, es gab einen öffentlichen Skandal. Hätte ich damals nicht einfach vom Aktienkauf abgeraten, sondern auch Verkauf/put-Optionsscheine gesetzt, ich hätte viel Geld verdienen können.

Zumindest lag ich richtig mit meiner Einschätzung.

Dies zeigt auch die SPIEGEL Bestseller-Liste. Dort rangiert das Buch „Black out“ auf Platz 6. Es hat aus dem Thema Stromausfall einen Thriller gemacht.

Das macht das Schreiben leichter, erspart die Recherche, ist also weniger aufwändig und vermeidet Klagen. Das Thema lag in der Luft. Wirtschaftswoche, Hamburger Abendblatt, Welt und Focus hatten über Serien von Stromausfällen geschrieben.

Aus diesem Grund habe ich das Thema „Black out – Brown out“ Fernsehmagazinen vorgeschlagen. Das Thema ist aktueller denn je.

Ankauf meines Themenvorschlags, Recherche- und Produktionsaufträge sind willkommener denn je. Crowdfinancing für Veröffentlichungen sind es ebenso:

Susanne.Haerpfer add bits.de