Zum Tag des Offenen

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Aus diesem Anlaß sei erinnert an die Bunker

In Hamburg

Und anderen Orten.

Bunker sollen Leben retten.

Bunker können aber auch den Tod bedeuten. Dann nämlich, wenn sie nicht offen sind.

Dieser Beitrag ist als Themenvorschlag zu sehen.

Er ist der Beginn einer Recherche, die erst erfolgen muß. Die Recherche ist allerdings erst möglich, wenn sowohl die Betroffenen, Experten und Veröffentlichungsplattformen erfahren, daß es eine Frage gibt. Den Anlaß, nachzufragen, hat ein Besuch des Bunkers am Ernst Thälmann-Haus in Hamburg Eppendorf ergeben. Der Bunker ist ein kleines Gewölbe für ca. zehn Menschen. Als „Verhörzelle“ ist der Ort ausgewiesen. Wer wurde dort von wem weshalb wie verhört, und welche Konsequenz hatte das für die Betroffenen? Wer überlebte einen Aufenthalt im benachbarten Bunker? Besuchern wird heute erzählt, es gebe eine Installation, die Luft in das Gewölbe pumpe, damit die Luftzufuhr gewährleistet sei. Was, wenn diese jedoch nicht in Gang gesetzt wird? Oder wenn statt der rettenden Luft Giftgas in den Bunker gepumpt wurde? Dann wäre der Bunker kein Bunker gewesen, sondern eine Hinrichtungsstätte. Dann wären Leichen in der Umgebung keine Opfer von Flugangriffen, sondern von Kriegsverbrechen gewesen. Dann hätte es KZ´s mitten in der Stadt gegeben. Dann hätten viele Menschen etwas gewusst. Und wüssten es bis heute. Wenn sie erzählen würden. Wenn sie gefragt würden. Zeitzeugen. Und wenn es nicht dieser Bunker gewesen sein sollte, der mich auf den Gedanken gebracht hat, den schnellen Erklärungen zu misstrauen, nachzudenken, nachzufragen und auf eine andere mögliche Erklärung zu kommen. Von Giftgas ist die Rede. Anlaß, nachzufragen. Waren Stadt-Bunker in Wahrheit Konzentrationslager? Hinrichtungsorte. Gibt es sehr viel mehr Morde, gibt es sehr viel mehr Tote? Geschahen Morde mitten in jedem Bezirk? Und falls ja, was heißt das? Gibt das denjenigen Recht, die sagen, sie hätten aus Furcht geschwiegen? Oder vergrößert es die Schuld, weil das Unrecht offenkundig war, aber auch jeder einzelne die Chance gehabt hätte, dem nächsten zu helfen, statt von der frei werdenden Wohnung zu profitieren.

 

Denk mal, frag mal, rede mal.