Sie wisse von nichts, sagte die Verkäuferin. Sie arbeite, und komme überhaupt nicht dazu, nachzufragen, für wen genau sie da eigentlich tätig ist.

Genau das ist das Problem.

Vielen geht es so. Manche, weil sie´s tatsächlich nicht besser wissen, manche aus Bequemlichkeit, einige aus Unvermögen, andere aus Desinteresse. Wem gehört der Laden? Wohin fließen die Gelder? Wem kommt Arbeit zu Gute? Wissen Sie´s? Nun, auch ich weiß beispielsweise nicht, wem das Geld tatsächlich zu Gute kommt, daß ich für internet und mail-System ausgebe. Sollte ich aber eigentlich. Jedenfalls, wenn es nach dem deutschen Geldwäschegesetz geht. Oder möchten Sie für Mafiosi oder eine Terrorgruppe arbeiten, die sie arbeiten lassen, um Geld zu haben, um das zu zerstören, wofür Sie arbeiten? Nein. Eben. Drum. Und deshalb muß es Journalisten geben. Journalisten sollten fragen. Journalisten sollten reisen. Und dafür bezahlt werden. Denn stutzig werden, nachfragen, recherchieren und darüber schreiben oder sogar Filme machen, das kostet Geld. Journalisten sind dafür da, damit niemand sagen, er oder sie habe von nichts gewusst. Information sei angeblich ein wertvolles Gut. Weshalb habe ich davon noch nichts bemerkt? Wohin fließen die Gelder? Wohin fließen die Ankäufe von Themenvorschläge? Wer weiß es? Dies ist keine rhetorische Frage. Es geht um mich.