_DSC0076 foto & article susanne.haerpfer@bits.de

wwwas kostet das? Fragt die ixtract GmbH und liefert die Antwort: 30 Atomkraftwerke seien nötig, weil wir internet nutzen. Drei Atomkraftwerke koste es, spam-mail auszusortieren. Das sind drei Atomkraftwerke zuviel.

Die Nachricht ist so unglaublich, daß ein Hinweis auf die Veröffentlichung, die diesen Skandal publik macht, sofort erfolgt.

Selbst wenn sich bei genauerer Nachfrage nach Ursprungsquelle und Rechenweg ergeben sollte, daß es 25 Atomkraftwerke sind, wäre dies noch immer unfassbar.

Greenpeaciger als Greenpeace, informativer als der SPIEGEL kommt ein neues Magazin daher mit dem Namen

„TerraMater“

Sie featuren ebenfalls die Rückkehr der Bisons. Menschen haben das flauschige, pelzige Tier fast ausgerottet. Seitdem steht der Bison für die Irrtümer von Menschen und die Rigorosität, mit der sie ihre Irrtümer durchsetzen.

Wegen ihres Fells hätten die Tiere nicht umgebracht zu werden brauchen. Sie geben es im Lauf des Frühjahrs freiwillig ab. Das hat die Natur praktisch eingerichtet. Mit dem Flausch auf dem Schädel sehen sie aus wie große Hummeln auf Weiden.

Über die Ethik, die nötig ist, wenn Algorithmen unser Leben bestimmen, schreibt das Magazin. Mathematikerinnen werden porträtiert, der erste software-code gezeigt – Ada Lovelaces Programmiercode – in wunderschönen historischen Bildern.

Der Erfinder des Morseapparats und Gentechniker Richard Dawkins, der vor Gentechnik warnt – das sind Themen von „TerraMater“.

Ein Magazin, für das ich gern arbeiten würde.

Es entspricht dem, was ich mein ganzes journalistisches Leben gemacht habe.

Darum geht.

Danach frage ich.

Und nicht nach der sogenannten „reality-show wild girls“, von der das Magazin schreibt, die trash-tv-Macher hätten die Menschen heimgesucht, über die zuvor berichtet wurde.

Hoffentlich bleibt mir, den Bisons, dem fotografierten Gecko und anderen solches erspart.

Wie navigieren Vögel? Darum geht es den „TerraMater“-Machern – und mir. Das Magazin berichtet affirmativ über Autos, die fern gelenkt werden. Eine Orwellsche Vorstellung.

Mein Vorschlag, quasi als Bewerbung:

„Enemy of the State“ Teil 2 – auf der Grundlage der Info-Grafik.

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„Das Verkehrsleitsystem erfährt in Echtzeit, wenn mehrere Fahrzeuge stehen und gibt diese (…) weiter.“ Das ist Überwachung total. Jeder Versuch, sich frei zu bewegen, wird verhindert. Kontakt ausgeschlossen. Menschen werden buchstäblich ferngesteuert. Als angebliche „Hilfe bei der Parkplatzversuche“ wird verharmlost, was in Wahrheit die totale Gängelung bedeutet. „Kommunikation mit der Infrastruktur führt auf schnellstem Weg zum freien Parkplatz“. Whistle blower auf der Suche nach einem Journalisten, werden direkt in´s Gefängnis gefahren. „Übertragungstechnik – die Funktechnik baut auf W-lan Standard auf. Zusätzlich ist auch Mobilfunk eingebunden, der allfällige Verbindungslücken überbrücken kann.“ „Via W-lan Hotspot findet das Hochgeschwindigkeitsinternet in´s Auto. Das ist für den Bordcomputer wichtig.“ Kein Entrinnen möglich, wenn jedes Auto mit gps und internet ausgestattet ist. Jedes Fahrzeug wird geortet und identifiziert. Das Auto, einmal Garant für freies Bürgertum, wird zum Gegenteil. Es sperrt den Einzelnen ein. Unter dem Vorwand von vermeintlicher Ökologie entsteht der totale Überwachungsstaat.

von: susanne.haerpfer@bits.de