gezeichnet rosa miami tower  Susanne Haerpfer in Miami for metaproductions-SAT.1[motto photo]

In-„Humana“ – ein Imperium unter Anklage
von Susanne Härpfer

Die aktuelle Ausgabe des Behördenspiegel schreibt über Altkleidersammlungen, und wie problematisch sie sein können.

Anlaß für einen  ganz realen Krimi. Anlaß, sich mit ungeklärten Fragen zu beschäftigen, ungelöste Rätsel vielleicht zu klären:

Die Geschichte beginnt in einem kleinen Ort in Dänemark. Von hier aus nimmt sie ihren Lauf einmal um die Welt: es geht nach Belize, in die Karibik, Brasilien, Afrika, Miami und wieder retour nach Dänemark. Dort stand 2005 der Mann unter Anklage, der ein Millionen-Imperium gründete: M. A. P. Es sollte ein alternatives Schulmodell werden. 40 Schulen gründete er in Dänemark, 20 weltweit. Doch aus der Bewegung wurde eine Sekte, werfen Kritiker P. vor. Rufmord oder Wahrheit? Kritiker behaupten, Mitglieder feierten den Geburtstag von Kim II Sung und die Roten Khmer. Während die Mitglieder sich abrackerten, lebte die Führungsmannschaft in der Karibik. Neid oder berechtigte Kritik? Mit Hilfs-Fonds gründete die Führungsmannschaft die Altkleiderkette „Humana“, die auch Filialen in Deutschland hat. Hinzu kamen Mangoplantagen in Belize, Möbelfabriken in China, eine Farm in Brasilien. Erfolg oder Steuerhinterziehung und Subventionsbetrug, wie angeklagt? „The Guardian“, „Berliner Zeitung“ und Tvind-Alert-online berichteten über die Anklage.

P. setzte sich nach Miami ab, offizielle Begründung: er werde von CIA-Killern verfolgt. Das gibt´s tatsächlich, würde nicht nur Geheimdienstfachmann Robert Baer sagen. 2002 wurde P. nach Dänemark ausgeliefert. Ungeklärt ist der Tod des Lehrers Jochen S. Er arbeitete auf der Farm in Brasilien, deren Gelände grösser als Berlin ist. Auf einem Feldweg in der Nähe des Geländes wurde der Deutsche erschossen. Die brasilianischen Behörden sagen, es sei ein Raubüberfall gewesen. Verwandte und Angehörige bezweifeln das. Seine persönlichen Sachen und Unterlagen fehlten. Sein Bruder Horst S. glaubt, dass alle Schriftstücke vernichtet wurden. Er kämpft darum, dass die wahren Hintergründe des Mords an seinem Bruder aufgeklärt werden. Dazu müßte allerdings recherchiert werden. Seit 2005 schlage ich dies vor. Der Artikel im Behördenspiegel bietet den Anlaß, sich mit den Fragen zu beschäftigen.

von: Susanne.Haerpfer@bits.de