Ich säße längst im Flugzeug.

Wäre ich bei meiner früheren Firma.

_DSC0120 Kreuzfahrt-Schiffs-Messe in Hamburg; photo: Susanne.Haerpfer@bits.de

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90 Stunden Arbeit über Monate waren mir damals zu viel.

Aber selbst dies wäre noch besser, als das, was ich in den vergangenen Jahren durchgemacht habe. Ebenso viel Arbeit, aber ohne Geld, ohne Anerkennung, ohne Reisen, ohne Veröffentlichungen, ohne auch nur ein inhaltliches Wort, ohne intellektuellen Austausch.

Niemand redet.

Und wenn, dann nur Reduziert-Deutsch.

Kannit-Verstan.

Oder eingebimste Phrasen, die sich wiederholen. Wieder und wieder.

Wer dahinter steckt, weiß ich nicht.

Ich weiß nur: ich will endlich mich wieder so unterhalten, wie es über 25 Jahre möglich war.

Über Nanotechnik, Technikrisiken, Länder.

Ich will telefonieren, recherchieren, fragen, schreiben, drehen, glücklich sein.

Ich will mich nicht um die Kinder fremder Menschen kümmern.

Aus unerfindlichen Gründen, scheinen aber Taliban-Deutsche exakt dies zu verlangen.

Eine Horror-Vorstellung.

Das Ende meines Lebens, wie ich es kenne.

Statt Wiederaufbau.

Endlich

Leben.

Als Journalistin.

Endlich die Entschädigung, auf die sich seit Jahren vergeblich warte: mein Leben zurück:

Und das sind:

Veröffentlichungen!

Es gibt kluge, intelligente, witzige, niedliche Kinder. Und man kann bestimmt tolle Eingebungen bekommen oder spannende Stunden erleben.

Ja.

Wenn ich im Dreivierteljahr einmal einen freien Tag hatte in der Zeit der new economy, dann habe ich Lütten vorgelesen, und mich dabei wundervoll entspannt.

Aber, wohlgemerkt:

Ich hatte mein Leben, meine Unabhängigkeit, mein Geld, meine Kreditkarte, meine Veröffentlichungen, meine Reisen. Dann ist es eine willkommene Abwechslung, einfach einmal in der Küche zu sitzen und Bilderbücher vorzulesen.

Nicht aber, wenn einem das Leben genommen wird, alles zertrampelt und man reduziert wird auf fremde Leben.

Statt endlich das wieder zu ermöglichen, was seit 2009 aus mir unerfindlichen Gründen nicht mehr geschehen ist:

2008 sind meine TV-Beiträge gesendet worden über:

Radioaktiv verseuchte Alltagsgegenstände.

Über Abhören per Computer.

Über das Geschäftsgebahren der Kfw.

Artikel und Online-Veröffentlichungen gab´s.

Doch 2009 brach all dies ab. Und ich weiß bis heute nicht, weshalb.

Ich

Will

Mein

Leben

Zurück.

Und dann, unter diese Prämisse,

finde ich Kindergeschichten niedlich,

Erzählungen über Hummeln und wie man sie rettet, wichtig.

Seid ihr die Passage, das Ticket, das Gateway

Um endlich

Wieder

Unabhängig zu sein,

inhaltlich zu reden

zu reisen

und veröffentlicht zu werden?

Nochmals:

Ich

Will

Mein

Journalistenleben

Zurück.

So, wie ich es gewohnt bin.

Wie ich es gewohnt bin, säße ich längst im Flieger,

wäre auf dem Weg in die USA,

und würde beispielsweise

das Crypto-Museum der NSA besuchen

Ein Kamerateam wartet bereits

Der Sendetermin steht längst,

und es gäbe endlich wieder Veröffentlichungen

von Susanne Härpfer

Wer

Ermöglicht

Mir

Das?

Dorthin gehe ich.

_DSC0089 Zur Zeit findet in Hamburg die Hanse-Boot-Messe statt; photo: Susanne.Haerpfer@bits.de