Passend zur aktuellen NSA-Debatte zeigte RTL II gestern den Film „Password Swordfish“, Der Film mit John Travolta basiert auf Fakten.

Die Akte Swordfish gibt´s tatsächlich.

NSA-Fachmann James Bamford weist im Anhang seines Buchs „Puzzle Palace“ ausdrücklich darauf hin, ebenso wie auf die Deutschland-Verbindung zu einer hiesigen Elektronik-Firma. Die Firmengeschichte böte also möglicherweise Stoff für einen Dokumentarfilm, mindestens genauso spannend wie der Spielfilm.

Im übrigen ist der Name mehrfach vergeben: auch historische Flugzeuge haben diese code-Bezeichnung erhalten. Wer per FOIA-request (freedom of information act) Aktenfreigabe erbittet, befindet sich in einem Dilemma: wer zu eng gesteckt fragt, bringt sich um Überraschungen, die sich dadurch ergeben, daß der eigentliche clou in den Akten steckt, die denselben Namen tragen, von denen der Antragsteller aber bislang nichts ahnte. Wer genau darauf spekuliert, kann entweder in einer Informationsflut ertrinken oder nichts erhalten. Es kommt darauf an. Ebenso wie auf den Kontext, den Zeitgeist, das politische Umfeld, die Ereignisse, die zeitgleich stattgefunden haben, und die unterschiedlichen Bedeutungen, den Worte haben können – je nach Kontext. Akten allein sagen wenig. Es braucht Menschen, die sie zu lesen verstehen und Menschen, die den Kontext herstellen und ihn zudem eigenständig belegen können.

von: Susanne.Haerpfer@bits.de

Susanne Haerpfer

book cover design: Maria Carella; photo:  Susanne Haerpfer