Image  Motto-Foto einer Plastiktüte von Susanne Härpfer

Trinkwasser und Honig seien mit mikroskopisch kleinen Plastikkugeln belastet, schreibt die online-Ausgabe des Focus. Das Magazin bezieht sich auf einen Beitrag der NDR-Sendung „Markt“:

http://www.focus.de/gesundheit/news/peeling-produkte-unter-verdacht-winzige-plastikkugeln-verunreinigen-trinkwasser_aid_1161140.html

Ich bin bereits im Frühjahr beim Einkaufen auf das Thema gekommen – einfach durch logisches Denken. Plastik, das sich in Wasser auflöst in winzige Teilchen muß durch gängige Detektoren schlüpfen, in´s Trinkwasser gelangen und so im Menschen die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Redaktionsaufträge gab es jedoch nicht. Aus diesem Grund waren meine früheren Kollegen von „Kontraste“ scheinbar früher auf dem Markt mit der Nachricht:

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-05-09-2013/frisch-und-giftig–fische-durch-plastikmuell-belastet.html

Was sie in der Sendung nicht berichteten:

Die Plastikteilchen sind so winzig, daß man sie mit bloßem Auge nicht sieht und auch nicht schmeckt. Nur ein Widerwille, viel davon zu trinken, zeigt: es müssen Stoffe im Wasser sein, gegen die sich der Körper wehrt.

Image Wenn´s kein Wasser mehr gibt, sondern nur noch flüssiges Plastik – Motto-Foto: Susanne.Haerpfer@bits.de

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Fische und andere Tiere können nicht einfach zum Kühlschrank gehen und eine Flasche Saft rausholen oder sich einen Café latte machen.

Entweder sie lassen weiterhin das verseuchte Wasser durch die Kiemen rinnen, oder sie sterben vor Hunger.

Umweltschützen hatten vor den Journalisten herausgefunden:

Wale wurden tot gefunden: in ihren Mägen Berge von Plastik.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/833957.mikroplastik-in-fluessen.html

Ähnlich müßte es in so manchem Menschen aussehen, der viel Wasser trinkt. Denn Plastikkügelchen reiht sich an Plastikkügelchen, verwandelt sich entweder in Giftstoffe, die sich im Körper ablagern, oder lassen sich weder abbauen noch ausscheiden und bilden einen riesigen Plastikklumpen im Magen.

Erst stirbt der Wal, dann der Mensch.

Durch die unsichtbare der Mini-Kugeln.

Image  Symbolfoto einer Plastiktüte: © Susanne.Haerpfer@bits.de

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Menschen haben einen Denkfehler gemacht. Sie glaubten der Industrie, die noch immer mit ihren Produkten wirbt: Plastikverpackungen von Waschmittel löse sich in der Waschmaschine auf, heißt es beispielsweise bei Unilever.

Das Unternehmen antwortet mir auf Anfrage:

„Alle unsere Produkte durchlaufen strengste Qualitätskontrollen und Sicherheitsprüfungen, so dass nur hochwertige und bei sachgerechtem Gebrauch absolut sichere Produkte in den Markt gelangen.“

Flüssigwaschmittel sollen aber nicht aus den Plastikverpackungen in die Einfüllbox gegossen werden, sondern ungeöffnet einfach mit der Wäsche in die Waschtrommel gelegt werden. Das Plastik löse sich dann beim Waschvorgang auf, heißt es auf der Gebrauchsanweisung.

Und gelangt so in den Wasserkreislauf.

Die Mini-Teilchen werden von vielen Kläranlagen nicht detektiert. Weil diese so klein sind.

Image  Plastiktüten kann man noch mit Rechen aus dem Meer fischen, Mini-Partikel hingegen nicht. Sie sehen aus wie Wasser und gelangen so in´s Blut. Foto: Susanne.Haerpfer@bits.de in Hamburg

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Besonders klein bedeutet eben nicht eine Minimierung des Problems.

Sondern im Gegenteil: die Gefahr wächst exponentiell – je kleiner die Teilchen werden. Denn desto mehr Organismen sind betroffen, und desto größer die Gefahr für Menschen.

Unilever sieht das nicht so. Sie antworten auf meine Nachfrage:

„Es gibt inzwischen mehrere Medienberichte in Deutschland über angebliche Gefahren von Mikroplastik aus Kosmetikprodukten, die ungefiltert aus den Kläranlagen in die Meere gelangen und dadurch einen negativen Einfluss auf das marine Ökosystem haben sollen, zum

Beispiel Ablagerungen in den Organismen von Meerestieren. n Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt Unilever Mikroplastik aktuell in keinem Produkt ein.“

Dies steht im Widerspruch zum Flüssigwaschmittel.

Image  A quantum of solace … wenn nur noch Plastikbrühe und Waschmittel aus dem Wasserhahn kommt; © Susanne Härpfer

Die Antwort der Pressestelle des Konzerns muß also ein Fall von beschönigendem green wash sein, ein Beispiel für Dementi-Deutsch. Also eine Lüge, die nicht so genannt wird.

Auf meine Nachfrage:

Wie ist bei Ihnen der Begriff „Mikroplastik“ definiert?

Erhielt ich denn auch keine Antwort.

Ich hatte wissen wollen:

Wie bezeichnen Sie die Substanz, in die sich die Plastikverpackung in der Waschtrommel zerlegt, die dann in´s Abwasser gelangt und dem Wasser-Kreislauf zugeführt wird?

Umgangssprachlich? Wenn es nicht „Mikroplastik“ ist, was ist es dann?

Und genau chemikalisch? Also in welche Einzelteile wird die Plastikummantelung beim Waschvorgang zerlegt, und welche einzelnen Reaktionsmöglichkeiten mit welchen Substanzen sind auf welchem Weg getestet worden mit welchen Ergebnissen?

 Image Wasserschutz statt green wash – Foto: Susanne.Haerpfer@bits.de

Fisch, Wal, Katze, Vogel, Hamster, Hund und Mensch ist es ziemlich egal, ob Unilever Plastik nicht Mikroplastik nennt, sondern Molekülstrukturen, die sich bei Kontakt mit H2O und organischen Stoffen in andere Molekül-cluster verwandeln, wenn dies bedeutet, daß sich in Gehirn, Milz, Leber und Magen ein Plastikklumpen bildet.

 

Diesen Weiterdreh des Themas habe ich übrigens sowohl der Wirtschaftsredaktion des WDR als auch dem NDR sowie weiteren Magazinen vorgeschlagen. Eine Produktionsmöglichkeit erhielt ich nicht – trotz langer Senderzugehörigkeit.

Ändert dies bitte.

Ich möchte meine internationalen, technisch versierten, optisch hervorragenden Produktionsmöglichkeiten, wie ich sie von metaproductions-SAT.1 kenne.

Danke.

Von: susanne.haerpfer@bits.de

 

Betreff:               Plastik im Wasser follow up

Von:               susanne.haerpfer@bits.de

Datum:               Di, 17.09.2013, 23:57

An:               panorama@ndr.de

Priorität:               Normal

Empfangsbestätigung:               abgerufen

Signatur:               Unsigniert

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———– ————— ————— – – – ———– ———– ———- – – – = SOS!

 Betreff:               Plastik im Wasser follow up

Von:               susanne.haerpfer@bits.de

Datum:               Mi, 18.09.2013, 00:00

An:               klaus.schmidt@wdr.de (weniger)

plusminus@wdr.de

Priorität:               Normal

Empfangsbestätigung:               abgerufen

Signatur:               Unsigniert

Image  Damit Wasser nicht zur Atombombe wird – vorher dran denken: was wir in´s Wasser kippen, tötet erst die Koralle, dann den Fisch und schließlich uns – Motto-Foto: Susanne Härpfer